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Zwischen Fidget-Spinner, Rucksack und Handy: Das brauchen Schulanfänger wirklich

Wenn die Schule losgeht, wissen vor allem Erstlingseltern oft nicht, was ihr Kind wirklich braucht und was bestenfalls Luxus ist. Genau diese Entscheidung übernimmt unsere Checkliste.

In den meisten Bundesländern ist es entweder schon so weit, oder es steht unmittelbar bevor: Das Ende der Sommerferien. Was für „Routiniers“, deren Kind(er) bereits die erste Klasse hinter sich haben, nur den Beginn eines neuen Schuljahres darstellt, ist für Eltern von ABC-Schützen ein wahrer Einkaufs-Dschungel: Was braucht das Kind denn nun? Wie sieht es mit der Schulausrüstung aus? Hier gibt es genauso viele Stolperfallen für Überflüssiges wie zu Baby-Tagen. Der folgende Artikel bringt Licht ins Dickicht in Form einer Checkliste. Nur für das, was darin aufgeführt ist, sollten Eltern wirklich die Brieftasche öffnen.

Check 1: Schreibtisch

Der erste Schultag beginnt schon zuhause. Denn in den allermeisten Grundschulen ist es nach wie vor Pflicht, dass Hausaufgaben gemacht werden müssen. Und bei allem Hang zu familiärer Nähe sollten Schulanfänger die Möglichkeit haben, ihre Aufgaben ungestört verrichten zu können. Das bedeutet, es wird ein Raum benötigt. Das Kinderzimmer sollte nur dann verwendet werden, wenn die Hausaufgaben darin ohne Störung durch Geschwister gemacht werden können. Bei der Einrichtung des Hausaufgaben-Platzes gelten andere Regeln als bei Erwachsenen-Schreibplätzen. So sollte der Tisch in jedem Fall höhenverstellbar sein, damit er auch dann noch ergonomisch bleibt, wenn das Kind gewachsen ist.

Check 1: Schreibtisch

Zudem sollte sich die Platte in Richtung Kind neigen lassen, damit sowohl Lesen als auch Schreiben und Malen in einer maximal rückenschonenden Position möglich sind. Achtet man dann noch darauf, dass der Arbeitsplatz gut beleuchtet ist (von links bei Rechtshändern und umgekehrt) und das Kind nicht direkt aus dem Fenster schauen kann (lenkt ab), kann praktisch nichts mehr schiefgehen.

Check 2: Schulranzen

Bücher, Mäppchen und Frühstück wollen transportiert werden. Allerdings muss beim Thema Schulranzen mit Halbwissen aufgeräumt werden. Eine weit verbreitete Meinung beispielsweise lautet, dass der volle Schulranzen nicht mehr als zehn Prozent seines kleinen Trägers wiegen sollte. Das führte allerdings dazu, dass manche Hersteller Leichtbau zulasten der Ergonomie betrieben. Die wichtigsten Kriterien des ABC-Schützen-Tornisters sind heute anders gelagert:

  1. Maximale Passform ist das mit Abstand oberste Gebot. Der Ranzen muss eng am Rücken anliegen, darf nicht über den Po ragen und sollte auf Höhe der Schultern enden. Die Gurte müssen breit, weich und gut einzustellen sein. Das alles lässt sich nur mit einer Anprobe im Geschäft sicherstellen.
  2. Sicherheit ist die nächste Maßgabe. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Ranzen der DIN-58124 entspricht und somit zu mindestens 20% von fluoreszierendem Material bedeckt wird.
  3. Für den Alltag wichtig ist eine sinnvolle Unterteilung sowie ein einfaches Handling, was die Verschlüsse und Verstellmechaniken anbelangt. Und natürlich auch, dass das Kind den Ranzen alleine anziehen und einstellen kann.
Check 2: Schulranzen

Und erst wenn diese drei Punkte erfüllt sind und der Schulranzen zudem auch noch sinnvolle Verstaumöglichkeiten für Frühstück und Co. bietet, sollte über Dinge wie Leichtbau und Design gestritten werden. Und da sollten sparsame Eltern eher auf Neutralität achten, damit eine in zwei Jahren nicht-mehr-so trendige Bedruckung nicht zum Problem wird. Tipp: Neutrale Rucksäcke lassen sich mit flauschigen Klettflächen bestücken und so durch Applikationen, die über das Klett-Gegenstück verfügen, immer wieder neu gestalten.

Wichtig: Der Ranzen ist der einzige Punkt dieses Artikels, bei dem Eltern nicht aufs Geld schauen sollten, sondern nur darauf, was dem Kind am besten passt.

Check 3: Unterrichtsmaterialien

Die allermeisten Schulen geben spätestens einige Wochen vor Beginn des ersten Schuljahres eine Liste an Heften, heraus, die von der Linierung usw. benötigt werden. Daran sollte man sich in jedem Fall halten. Zudem gibt es aber auch noch einige Schul-übergreifende Elemente, die unbedingt benötigt werden:

  • Mäppchen. Und zwar ein „richtiges“ mit Schlaufen für den Inhalt, kein Schlampermäppchen. Dort hinein gehören Blei- und Buntstifte, Spitzer, Radiergummi, Lineal und Geodreieck. Ein Zirkel ist in der ersten Klasse i.d.R. noch nicht vonnöten, gleiches gilt auch für Füllfederhalter.
  • Wassermalkasten, Pinsel, Schwamm, Wachsmalstifte, Filzstifte, Klebestift, Bastelschere und ähnliche Dinge, die für die Kreativarbeit benötigt werden.
  • Ein Hausaufgabenheft und das Antrainieren, dass das tägliche Eintragen der Aufgaben sowohl das Kind als auch seine Klassenkameraden vor störenden „Was hatten wir in Mathe auf?“-Anrufen schützt.
  • Hallenturnschuhe mit heller Sohle, „Draußen-Schuhe“, lange und kurze Sporthose, T-Shirts und ein kleines Handtuch. Der Turnbeutel sollte ggf. mit dem Schulranzen zusammen gekauft werden, weil es hier teilweise Modelle gibt, die sich verbinden lassen.
Check 3: Unterrichtsmaterialien

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ein altmodischer, analog beschrifteter Stundenplan an der Wand immer noch den schnellsten Überblick bietet. Und wer die Schulbücher im nächsten Jahr verkaufen will, sollte auch entsprechende Schutzumschläge nicht vergessen.

Tipp: Viele Grundschulen geben bestimmte Marken vor – allerdings sind das in der Regel nur Empfehlungen, denen man nicht zwingend folgen muss, solange günstigere Produkte das gleiche können.

Check 4: Schultüte

Natürlich, ohne eine Schultüte, die mit den gerade bei Kids angesagten Figuren bedruckt sind, geht es auch 2017 nicht. Wer es günstig und individuell möchte, kann natürlich die Tüte in Eigenregie basteln. Doch ob ein solches Stück oder ein Gekauftes, über den Inhalt streiten sich die Geister.

Manche Ratgeber argumentieren, dass die Schultüte der perfekte Ort für „Schulisches“ sei, also Stifte usw. Allerdings hat das einen etwas trockenen Charakter. Besser ist es daher, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden:

Check 4: Schultüte

  • Ein Poesiealbum/Freundebuch, in das die Klassenkameraden ihre Erinnerungen herrlich altmodisch eintragen können.
  • Schul-Thematische Naschereien wie Bustabenkekse usw.
  • Kindgerechte Romane
  • Spiele für den Pausenhof (Quartett, Stadt-Land-Fluss etc.)
  • Eine Armbanduhr für das „Erwachsenen-Gefühl“
  • Frühstücksbox
  • Finget-Spinner (auch wenn der Hype bereits wieder abebbt)

Manche Eltern sehen die Einschulung auch als den Moment an, an dem ihr Kind einen Haustürschlüssel überreicht bekommt. Soll dies ähnlich gehandhabt werden, dann ist die Schultüte ebenfalls der richtige Platz dafür – natürlich mit einem kindgerechten und schwer zu verlierenden Schlüsselanhänger versehen.

Check 5: Handy

Ohne Handy geht es heute selbst in der ersten Klasse nicht mehr. Alleine schon deshalb, weil Kinder im Spiel mit diesen Geräten ein technisches Grundverständnis entwickeln (müssen), ohne dass sie es nicht nur in späteren Schuljahren, sondern dem ganzen Leben schwerer haben werden. Hier sollten Eltern über den „Trend-Tellerrand“ hinwegsehen.

Check 5: Handy

Allerdings bedeutet das nicht, dass man seinem Sechsjährigen ein brandneues Smartphone in die Schultüte packen sollte. Im Gegenteil, denn viele davon sind zu filigran für die Grundschul-Toberei. Zudem ist der Internet-Kontakt dieser Geräte nicht nur eine ständige Ablenkung, sondern auch Gefahr. Besser ist ein kindgerechtes Gerät. Eines, das sich leicht bedienen lässt. Von Vorteil sind Handys, die zwar nicht wirklich „smart“ sind, aber zumindest smarte Apps wie Whatsapp vorinstalliert haben. Das ermöglicht es den Kids, an entsprechenden Klassengruppen teilzunehmen. Allerdings: Ein ganz einfaches Brot-und-Butter Handy, das nur Telefonie und SMS beherrscht, tut es auch.

Tipp: Klapp-Handys sind die sinnvollste Variante, denn sie können sich in Tasche oder Rucksack nicht unbemerkt durch Tastendruck aktivieren und sind dann zudem auch noch etwas unempfindlicher.

Was Eltern beim Handy jedoch komplett vermeiden sollten, sind Verträge. Denn kleine Kinder, und das sind Erstklässler nun einmal noch, begreifen häufig nicht wirklich, dass ihre Interaktion mit dem Handy Geld kosten kann. Viel besser ist es, auf eine Prepaid-Karte zu setzen. Allerdings nicht zwangsläufig als Paket zusammen mit dem Handy. Viele Mobilfunkanbieter haben nämlich solche Geräte so konfiguriert, dass nur SIM-Karten aus ihrem Hause darin funktionieren – möchten die Eltern auf einen günstigeren Anbieter wechseln, würde dessen Karte nicht im alten Handy funktionieren.

Fazit

Für die Einschulung seines Erstgeborenen kann man heutzutage sehr viel Geld ausgeben. Wirklich notwendig von all den Stücken ist nur das wenigste. Im Zweifelsfall sollten Eltern sich an dem orientieren, was die Schule als Leitlinie vorgibt – und zudem der Tatsache, dass selbst die trendigste Schultüte nach diesem einen Tag nie wieder verwendet wird und auch sehr teure Stifte und Co. eine begrenzte Lebensdauer haben.

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