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Zurück in die Arbeitswelt: So finden Mamas nach der Babypause den Weg

Adieu Elternzeit. Goodbye sorglose Baby-Kuschelstunden, Au Revoir freie Zeiteinteilung. Für die meisten Mamis ist die Elternzeit eine der schönsten Phasen, denn es gibt praktisch nichts, was sie von ihrem Dasein als Vollzeitmama abhält. Doch getreu dem Motto „alles hat ein Ende“ geht auch diese Zeit nach maximal drei Jahren zu Ende.

Und selbst für Mütter, die in ihren alten Job zurückkehren, wird es schwierig werden, wieder in den „Trott“ zurück zu gelangen und Haushalt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Da sind Krisen praktisch vorprogrammiert. Wie man sie umschiffen kann, erklärt der folgende Artikel.

Die Routinen, die sich einschleichen…

Für den überwiegenden Teil aller Mütter ist die Elternzeit eine äußerst positive Erfahrung. Gerade wenn das Baby aus dem Gröbsten raus ist und sich zuhause Regelmäßigkeit breitgemacht hat, wird diese Phase für viele zu einer der besten Erfahrungen ihres ganzen Lebens. Das liegt einfach schon zum Teil an der Tatsache, dass der Mensch Routinen liebt.

Für viele Frauen ist der Job, auch wenn manche das anders sehen, mehr Notwendigkeit denn Weg zum Glück. Ein paar Jahre mit dem Kind, den Haushalt schmeißen, dafür Elterngeld bekommen und sich intensiv als „Hausfrau und Mutter“ (im besten Sinne des Begriffs) betätigen, hat für diese Frauen natürlich nur Vorteile, die sich vor allem um die völlig freie Einteilung des Tagesablaufs drehen. Und dagegen gibt es auch nichts einzuwenden.

Bloß sollte man sich eingestehen, dass dieser Lebenswandel, wenn man wieder in den Beruf zurück möchte (oder muss), in vielen Fällen Routine geworden ist, die man nur schwerlich ablegen kann. Zu den großen Problemen gehören dann:

  • Weniger Zeit für das Kind
  • Veränderte Tagesrhythmen
  • Engerer Zeitplan für Hausarbeiten
  • Mehr Stress
  • Weniger Freizeit
  • Erschwerter Wiedereinstieg in den Beruf

Und genau vor diesem Konglomerat haben sehr viele Frauen schlicht Angst. Denn es wartet nicht nur eine Neuerung darauf, die eingeschliffene Routine zu durchbrechen, sondern mehrere.

Rechtzeitige Betreuung ist das A und O

In diesem Kreis ist ein wichtiger Faktor, dass das Kind zum Stichtag professionelle Betreuung erfährt. Und genau hier hapert es oft, denn Plätze in Kitas und Kindergärten sind längst nicht so im Überfluss vorhanden, wie es Politiker gern versprechen und Mütter es gerne hätten. Hier gibt es nur eine Abhilfe: Frühestmöglich mit dem Suchen anfangen. Idealerweise schon während der Schwangerschaft. Nur das garantiert, einen Platz zu finden, der sowohl von der Betreuungsqualität her passt, als auch der örtlichen Nähe und den passenden Öffnungszeiten, die zumindest halbwegs dem Arbeitsleben von Mama entsprechen.

Ebenfalls ein Faktor ist es, dass die meisten Kids Trennungsängste entwickeln werden – klar, denn auch sie haben die vergangenen Jahre ja meist den ganzen Tag mit Mama verbringen dürfen. Hier hilft letzten Endes nur Konsequenz auf Seiten der Mutter, selbst wenn es einem buchstäblich das Herz zerreißt, das Kind morgens in Tränen aufgelöst den Erziehern zu übergeben.

Natürlich wird es auch oft genug Fälle geben, in denen man sich mangels Alternativen mit Kindergärten arrangieren muss, die keine Nachmittagsbetreuung anbieten oder schlicht nicht mit einem Vollzeitjob zu vereinbarende Öffnungszeiten haben. Allerdings haben Mamas hier das (Arbeits-)Recht auf ihrer Seite: Denn jeder Arbeitnehmer, völlig gleich in welcher Position er angestellt ist, hat ein verbrieftes Recht darauf, in Teilzeit eingesetzt zu werden. Und davon sollte man, falls es finanziell keine zu große Bürde darstellt, im Zweifelsfall auch Gebrauch machen, denn es reduziert praktisch alle weiteren Probleme des Job-Einstiegs massiv.

Auch während der Elternzeit am Ball bleiben

Es ist eine verlockende Hängematte: Während des Mutterschutzes und der Elternzeit haben Mamis das Recht, dass ihre Arbeitsstelle für sie erhalten bleibt oder sie zumindest auf einer gleichwertigen Position wiedereinsteigen können. Doch Sicherheit macht träge. Nach der Elternzeit zeigt sich das dadurch, dass viele mit ihrem Berufswissen nicht mehr up-to-date sind und allein diese Tatsache den Einstieg noch schwerer macht, als er ohnehin schon ist.

Dabei ist es einfach: Auch während der Elternzeit darf man sich fort- oder weiterbilden. Für Mamas, die einfach nur in ihren alten Job zurückmöchten, bedeutet das eigentlich nur wenige, einfache „Baustellen“:

  • Regelmäßigen telefonischen Kontakt mit Kollegen halten. Dabei sollten firmenrelevante Dinge das Thema sein.
  • Mit dem Chef schon vorher absprechen, dass man an Lehrgängen und dergleichen auch während der Elternzeit teilnehmen möchte.
  • Im letzten halben Jahr der Elternzeit jede Woche für ein, zwei Stunden in der Firma vorbeischauen und sich mit den Unterlagen beschäftigen.

Auf der Arbeitgeberseite sorgt das dafür, dass Mama schlicht „nicht vergessen“ wird und signalisiert deutlich, dass man sich auch weiterhin für den Beruf interessiert. Und für Muttis hat es den gewaltigen Vorteil, dass zum Stichtag nicht alles wieder neu erlernt werden muss, sondern man in kleinen, viel sanfteren Schritten wieder in die Berufsroutine hineinfindet.

Zuhause wird’s eng

Natürlich ist klar, dass wenn Mama wieder in einem (Vollzeit-)Berufsleben steckt, zuhause Abstriche gemacht werden müssen, weil der Tag nach wie vor nur 24 Stunden hat. Darunter wird das Familienleben anfangs definitiv leiden. Aber es gibt Mittel und Wege, den Stress zu vermeiden. Der vielleicht wichtigste davon ist es, den Kids eine neue Routine anzugewöhnen. Das können Geschichten sein, vermehrtes Kuscheln der ganzen Familie oder regelmäßige, gemeinsame Aktivitäten. Damit wird für die Kids einerseits ein positiver Ausgleich zu den nun dramatisch kürzeren „Mama-Zeiten“ geschaffen und andererseits hilft es auch Mutti, ihre eigenen Verlustängste und den durch den Wiedereinstig entstandenen Stress zu reduzieren.

Eine weitere wichtige Regel ist es, dass man die in dieser Phase unvermeidlichen neuen Haushaltspläne mit Bedacht erstellt. Klar ist nun für alles vom Wäschewaschen bis Kochen sehr viel weniger Zeit vorhanden als während der Elternzeit. Bloß wer hier zu knapp kalkuliert, sorgt dafür, dass zuhause noch mehr Konfliktpotenzial entsteht, wo eigentlich Frieden herrschen sollte. Und diese Konflikte sind nicht nur kontraproduktiv, sondern im höchsten Maß überflüssig.

In diesem Umfeld müssen sich auch die Väter zusammenreißen. Denn selbst wenn Mann die Elternzeit komplett der Mama überlassen hat, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass auch Papas davon profitieren, wenn die Frau zuhause den Laden schmeißt. Bloß was bei nur einem Partner in Lohn und Brot funktionieren mag, entwickelt sich, wenn Mama wieder arbeitet, zu purem Gift für das ganze Familienleben.

Auch Daddys werden sich also wieder auf die Zeit vor dem Kind zurückbesinnen – und entsprechend auch nach Feierabend und am Wochenende wieder mit verstärkt im Haushalt mit anpacken müssen. Vor allem in den ersten Wochen und Monaten sogar noch stärker, denn Mamas brauchen dann einfach mehr Ruhe, um wieder in den Job zurückzukehren. Das Ende der Elternzeit ist eben für alle Beteiligten eine Zäsur, denn dann beginnt erst wirklich der familiäre Alltag.

Vorteil Geld nutzen

Vor allem wenn Mama die volle Dauer der Elternzeit ausgekostet hat, musste die Familie damit leben, dass im Rahmen des Elterngeld Plus die finanziellen Möglichkeiten teilweise stark reduziert waren – um ziemlich genau die Hälfte dessen, was bei regulärem Elterngeld ausgezahlt werden würde. Und das ist je nach Einkommen selbst nur 65% des früheren Nettoeinkommens der Mutter.

Sobald Mama allerdings wieder im Beruf ist, fällt diese Hürde weg und es stehen der Familie wieder zwei reguläre Vollzeitgehälter zur Verfügung. Hier muss man einfach empfehlen, diesen neugewonnenen Geldsegen schamlos auszunutzen, um die Familie glücklich zu machen. Ein paar Ideen:

  • Gemeinsame regelmäßige (Kurz-)Urlaube
  • Angehen des „Masterplan Eigenheim“
  • Anschaffung von Dingen, auf die Mama und Papa bislang verzichten mussten

Selbst unter der Maßgabe, dass ein Kind monatlich knapp 600 Euro kostet, bleibt unterm Strich immer noch sehr viel mehr übrig, als während der Elternzeit. Natürlich kann man argumentieren, dass Geld nur ein schlechter Ersatz für die nun auf der Arbeit statt mit dem Kind verbrachte Zeit ist. Das würde aber nur dann stimmen, wenn die Euros nicht dafür verwendet werden, die gesamte Familie glücklicher zu machen.

Zauberwort Aussprache

Selbst in Familien, in denen Mama den Wiedereinstieg dank regelmäßiger Updates von der Arbeit geschafft hat, wird es dennoch in den ersten Tagen und Wochen zu unschönen Reibungspunkten kommen. Kids im Kindergarten werden definitiv Infekte durch den Kontakt mit anderen Kindern einfangen, definitiv werden Berge von Wäsche anfallen und definitiv werden sich die Eltern darüber in die Wolle bekommen.

Alles kein Problem, solange man sich an eine goldene Regel der zwischenmenschlichen Beziehung hält: Reden. Eltern müssen sich in dieser sich veränderten Lebenswelt als stützende Eckpfeiler der ganzen Familie verstehen. Solange sie (zusammen-)halten, kann kaum etwas passieren. Und der Schlüssel zu diesem Halt ist es, mit dem Partner über die Probleme, Sorgen und Nöte zu sprechen. Natürlich ist Verständnis ähnlich gewichtig – wer als Mann bockig reagiert, weil seine Frau nach den ersten Arbeitstagen so gar nicht mehr der tiefenentspannten Mama aus der Elternzeit ähnelt, verschärft die Probleme nur. Rücksichtnahme ist hier das Zauberwort.

Statt eines Fazits

Der Weg zurück in die Arbeitswelt ist in den meisten Familien eine holprige Zeit. Aber: Die meisten müssen sie gehen und nur die wenigsten schaffen es nicht. Auch die kritischen ersten Wochen gehen vorüber – und angesichts der Vielzahl von Änderungen werden sie das sehr viel schneller tun, als es vielen Eltern lieb ist. Bloß winkt am Ende ebenfalls etwas, das man mit der Elternzeit aufgeben musste: Eine neue Routine, die das Leben wieder ähnlich harmonisch werden lässt, wie in den vergangenen Monaten, in denen Mama sich voll dem Kind und Haushalt widmen konnte. Nur dass jetzt die Zeit mit der Familie noch kostbarer und schöner wird, weil sie etwas geringer geworden ist.

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