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Wie junge Eltern wieder in die Arbeitswelt finden

Nach der Elternzeit problemlos in den alten Job zurückkehren. Das wünschen sich viele Mütter und Väter. Doch leider klappt das in der Realität nicht immer so reibungslos, wie es sich die meisten erhoffen. Selbst wenn es sich noch um dieselbe Firma handelt, so sind die internen Abläufe mittlerweile oft anders oder die Kollegen von damals haben den Arbeitgeber gewechselt. Und selbst wenn alles noch beim Alten sein sollte, dann herrscht zumindest am Anfang deines Wiedereinstiegs meistens ein verändertes Verhältnis zwischen dir und den anderen Mitarbeitern.

Im Folgenden erfährst du, wie du dir die Rückkehr in den Beruf leichter machen und dich gut darauf vorbereiten kannst. Außerdem auch, welche Stärken du aus dem Alltag mit Kind mitnehmen kannst und wie genau diese Erfahrungen dich für den Arbeitgeber interessant machen können.

Sind Mütter und Väter die besseren Arbeitnehmer?

Neue Studien belegen, dass Mitarbeiter, die für die Kindererziehung über längere Zeit den Job pausierten, anschließend häufig sogar bessere Angestellte als kinderlose Kollegen sind. Doch warum ist das so? Grund sind die emotionalen und sozialen Kompetenzen, die während der Zeit mit dem Nachwuchs weiterentwickelt werden. Der Familienalltag zuhause weist nicht selten einige Parallelen zu den betrieblichen Abläufen in einer Firma auf. Versuche dieses Potenzial bei dir zu erkennen und für den beruflichen Wiedereinstieg sinnvoll zu nutzen. Hier einige Beispiele für die Ergebnisse verschiedener Studien:

  • Mütter und Väter arbeiten häufig produktiver als ihre Kollegen. Das liegt unter anderem daran, dass sie sich die wenige Freizeit, die ihnen bleibt, besser einteilen und effektiver ausnutzen können als Mitarbeiter ohne Kind.
  • Mit diesem Punkt hängt auch ihr außerordentliches Planungs- und Organisationstalent zusammen. Denn die Tage mit dem Nachwuchs sind genau durchstrukturiert: vom Abholen und Wegbringen der Kinder über kurzfristige Termine bis zum Einkaufen und dem Haushalt muss alles gut funktionieren, denn der Tag hat nur 24 Stunden.
  • Eltern sind multitaskingfähig und stresserprobt. Wenn mehrere Probleme auf einmal zusammenkommen, behalten sie stets den Überblick und vor allem die Ruhe.
  • Im sozialen Bereich sind ihre Fähigkeiten ebenfalls meistens stärker ausgebaut als die von kinderlosen Kollegen. Sie können sowohl Trost spenden als auch zu überflüssigen Dingen Nein sagen. Durchsetzungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein werden Eltern nämlich täglich abverlangt.

Diese Eigenschaften werden durch weitere Studien gestützt, die zudem zeigen, dass Mütter und Väter nicht öfter auf der Arbeit fehlen als Angestellte ohne Kinder und dass sie insgesamt oft viel zufriedener mit ihrem Leben sind. Und glückliche Menschen liefern wesentlich produktivere Ergebnisse, das wissen auch Arbeitgeber.

So finden Eltern zurück in den Beruf

Die genannten Aspekte verdeutlichen also, dass Arbeitnehmer mit Kindern einem Unternehmen viele Vorteile verschaffen können. Dennoch lehnen es viele Firmen nach wie vor ab, Mütter oder Väter einzustellen, die einige Zeit zuhause verbracht haben. Dabei sind es nicht nur Mütter, die häufig benachteiligt werden, sondern die Väter ebenfalls. Das hängt besonders damit zusammen, dass die Zahl der Männer, die Elternzeit beantragen, in den letzten paar Jahren deutlich gestiegen ist. Denn immer mehr junge Väter möchten die Zeit mit ihrem oft noch sehr kleinen Kind intensiver nutzen und der Mutter die Möglichkeit geben, wieder früher in den alten Job einzusteigen. Das stellt jedoch im Anschluss an die Auszeit auch sie vor Probleme bei der Rückkehr ins Arbeitsleben. Bereits vor der Geburt des Kindes durchdachte Vorkehrungen zu treffen, ist daher ganz entscheidend für den Verlauf nach der beruflichen Pause. Nicht nur für einen erfolgreichen Wiedereinstieg, sondern ebenso für dich selbst, um deine Zeit und Nerven zu schonen.

Einigen Eltern dient die Elternzeit zur neuen Orientierung. Vor allem dann, wenn sie sich in ihrem alten Job nicht wohlgefühlt haben oder eine Weiterentwicklung brauchen. Das kannst du selbstverständlich ebenfalls tun. Überlege dir, was dir im Beruf wichtig ist, wohin genau du möchtest und welche Anforderungen du für die neue Stelle mitbringst. Ansonsten gelten zunächst die üblichen Regeln im Bewerbungsprozess:

  • Stelle eine übersichtliche und vollständige Mappe mit deinen Unterlagen zusammen, die sich an den Anforderungen der jeweiligen Stellenausschreibung orientiert.
  • Versuche in deinem Anschreiben sympathisch zu wirken und Interesse zu wecken. Verkaufe deine Stärken gut, aber bleibe dabei ehrlich und authentisch.
  • Im Vorstellungsgespräch ist ein ordentlicher Auftritt genauso wichtig. Kleide dich also am besten der Branche entsprechend. Wenn dort ein lockerer Freizeit-Look getragen wird, ist das für das Gespräch in Ordnung. In der Regel bist du aber immer auf der sicheren Seite, wenn du dich lieber etwas zu schick anziehst. Also wählen Frauen, optimalerweise Röcke oder ein Kostüm und Männer einen Anzug mit Hemd sowie einer ordentlich gebundenen Krawatte. Insgesamt wird viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres und ein stimmiges Gesamtbild gelegt.
  • Das Gespräch selbst sollte höflich und respektvoll ablaufen. Egal, wie es ausgeht, bedanke dich auf jeden Fall für die Einladung.

Steigst du wieder in den Job ein, den du vor der Pause in deiner alten Firma hattest, dann sieht der Ablauf natürlich etwas anders aus. Denn dann sind zum einen der Zeitpunkt, zu dem du wieder anfangen wirst und zum anderen die jeweilige Abteilung von Bedeutung. Beachte auf alle Fälle die rechtlichen Rahmenbedingungen, die sowohl die Elternzeit als auch die Zeit danach betreffen. Um dir den Wiedereinstieg zu erleichtern, ist es ratsam, sich zudem über das aktuelle Geschehen in der Branche zu informieren und den eigenen Kenntnisstand regelmäßig aufzufrischen, noch während du dein Kind zuhause betreust. Du hast von gesetzlicher Seite außerdem die Möglichkeit, während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. Auf diese Weise hättest du nicht nur ein zusätzliches Einkommen zur Verfügung stehen, sondern würdest zusätzlich den beruflichen Anschluss nicht verlieren.

Egal ob alter oder neuer Arbeitsplatz, mache dir deinen Wert für das Unternehmen sowie deine persönlichen Stärken bewusst und nutze sie. Profitiere von den Erfahrungen aus dem Alltag mit der Familie und versuche die gewonnenen Kompetenzen in das Berufsleben miteinzubauen. Mit einer optimistischen Herangehensweise gelingt der Weg zurück in den Job definitiv!

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