Let’s travel together.

Wenn Eltern die Plazenta essen…

Die Plazenta versorgt Ihr Baby über die Zeit der Schwangerschaft und ist das einzige Organ, das von Ihrem Körper selbst gebildet werden kann. Mit der Geburt tritt sie aus dem Körper aus und wird normalerweise entsorgt. Es gibt jedoch auch Eltern, die sich dafür entscheiden, ein Stück der Plazenta zu essen. Doch was spricht eigentlich dafür und was spricht dagegen?

Die Plazenta – was ist das eigentlich?

Bei der Plazenta (Mutterkuchen) handelt sich um ein Organ, das von Ihrem Körper während der Schwangerschaft gebildet wird. Mit einem Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 500 Gramm, hat sie eine stattliche Größe. Sie hat die Aufgabe, das Baby mit Nährstoffen zu versorgen und zu gewährleisten, dass die Stoffwechselprodukte zwischen Mutter und Kind ausgetauscht werden. Zudem produziert die Plazenta Hormone. Sie wird nur so lange benötigt, wie Sie auch schwanger sind. Daher wird sie als Nachgeburt ausgestoßen. Führt Ihr Körper diesen Ausstoß nicht von selbst durch, erhalten Sie eine Spritze.

Der Trend mit der Plazenta – was steht dahinter?

Man könnte meinen, der Trend, die Plazenta zu essen, ist erst durch Stars wie Tom Cruise oder Kim Kardashian aufgekommen, die in der Öffentlichkeit angegeben haben, die Plazenta essen zu wollen. Tatsächlich ist die Nutzung des Organs aber schon seit vielen Jahren gar nicht untypisch. So konnten eine Zeit lang sogar Cremes gekauft werden, in denen Plazenta verarbeitet wurde. Diese sind inzwischen jedoch nicht mehr auf dem Markt.

In der Tierwelt ist es sogar so, dass zahlreiche Tiere die Plazenta wie selbstverständlich essen. Interessant ist die Frage, warum die Tiere das machen. Hier gibt es eine ganz einfache Erklärung. Bleibt die Plazenta liegen, wird nach einigen Stunden ein starker Geruch gebildet und dieser kann Raubtiere anziehen. Zudem enthält sie viele Nährstoffe, mit denen sich die Tiere stärken. Die Nährstoffe können auch für den Menschen interessant sein. Die meisten Eltern, die Plazenta essen, verweisen auf den gesunden Aspekt.

Wussten Sie schon: Es heißt, dass die Plazenta dafür sorgen kann, die Milchbildung in Schwung zu bringen und die Rückbildung zu unterstützen. Nicht zuletzt deshalb wird jungen Müttern empfohlen, ein Stück zu essen.

Auch soll die Plazenta dabei helfen, Depressionen im Wochenbett zu verhindern. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Wirkung auf den stresshemmenden Hormonen basiert, die in der Plazenta zu finden sind. Diese fördern die Ausschüttung von Endorphinen und sorgen dafür, dass die frisch gebackenen Mütter sich fitter und gesünder fühlen.

Globuli aus der Plazenta

Sie haben auch die Option, den Mutterkuchen zu Globuli oder zu Pulver verarbeiten zu lassen. Als Grundlage dienen dafür die Plazentanosoden. Diese werden aus den Zellen des Mutterkuchens gefertigt und sollen beim eigenen Kind gegen Fieber helfen und dafür sorgen können, dass Verletzungen schneller abheilen. Sie können in der Apotheke ein Starter-Kit kaufen und dieses mit zur Geburt nehmen. Aus dem Mutterkuchen wird dann ein Teil abgenommen und in das Kit eingefüllt. Anschließend wird er in die Apotheke für die Verarbeitung geschickt. Informieren Sie sich vorher, welche Apotheke in Ihrer Nähe die Verarbeitung übernimmt und verweisen Sie auch vor der Geburt darauf, dass Sie einen Teil des Mutterkuchens gerne verarbeiten lassen würden. So können sich die Hebammen direkt darauf einstellen und entsorgen die Plazenta nicht zu früh.

Vorteile für Mutter und Kind im Überblick

Die Aufnahme der Plazenta soll für Mutter und Kind viele Vorteile mit sich bringen. Wir haben diese zusammengefasst. Mütter können in folgenden Bereichen profitieren:

  • Hilfe gegen die Entstehung von Depressionen nach der Geburt (die Plazentatherapie konnte hier schon hohe Erfolge erzielen)
  • Milcheinschuss fördern (die weiße Muttermilch soll früher gebildet werden)
  • Anregung der Milchbildung mit Hilfe von Potenzen unter D 30
  • Reduzierung der Milchbildung mit Hilfe von Potenzen über D 30
  • Rückbildung wird gefördert
  • Blutungen werden schneller gestillt

Die Vorteile für Neugeborene, Babys und Kinder sind möglicherweise:

  • Schnelle Hilfe gegen Bronchitis
  • Schnelle Hilfe gegen Soor (Pilzbefall im Windel- und Mundbereich)
  • Unterstützung für Entspannung bei Koliken
  • Milderung von Symptomen bei Kinderkrankheiten durch die Unterstützung von Plazenta-Nosoden

Wie schmeckt die Plazenta?

Es heißt, die Mutter empfindet den Geschmack der Plazenta auch im rohen Zustand als sehr angenehm. Verglichen wird dieser in erster Linie mit dem Geschmack von einem sehr blutigen Steak. Dies hängt mit dem hohen Gehalt an Eisen zusammen. Wer die Plazenta nicht roh genießen möchte, der findet unterschiedliche Rezepte für die Verarbeitung. Besonders beliebt ist die Plazenta-Lasagne.

Übrigens: Das Essen der Plazenta hat auch einen Namen. Es wird von der Plazentophagie gesprochen.

Gibt es Risiken?

Die Wirkung der Plazenta ist bis heute nicht wirklich bewiesen und ebenso wenig kann abgeschätzt werden, wie es mit den Risiken aussieht. So sollten Eltern bedenken, dass die Plazenta als Filter für Giftstoffe während der Schwangerschaft dient. In Untersuchungen wurden bereits Rückstände von Blei, Bakterien und sogar von Quecksilber gefunden. Nimmt die Mutter die Plazenta selbst auf, können diese in ihren Blutkreislauf gelangen und sogar über die Muttermilch oder über die Haut an das Baby weitergegeben werden. Diesen Fall gab es beispielsweise schon in den USA. So hat sich ein Baby hier mit B-Streptokokken infiziert. Diese hat die Mutter über Plazenta-Pillen unbewusst zu sich genommen und über die Haut an das Baby abgegeben.

Nicht zu unterschätzen ist zudem, dass es keine strengen Vorgaben für die Lagerung und Behandlung der Plazenta gibt. So kann es sein, dass auf dem Weg zur Verarbeitung zu Pulver oder Globuli, Schadstoffe in die Plazenta gelangen und diese dann ebenfalls mit der Einnahme aufgenommen werden.

Der Lebensbaum – ein schöner Brauch

Möchten Sie nicht selbst zu Messer und Gabel greifen, die Plazenta aber auch nicht einfach entsorgen lassen, können Sie den Brauch mit dem Lebensbäumchen aufgreifen. Hier wird die Plazenta mit nach Hause genommen, um später darauf einen Baum zu pflanzen. Sehr schön ist die Idee hinter den Nachgeburtsbestattungen. So wurde schon früher davon ausgegangen, dass ein Teil der Seele des Babys in der Plazenta verbleibt und dieser Teil gut behandelt werden soll. Er schenkt einer Pflanze Leben.

Was denken Sie darüber? Würden Sie Ihre Plazenta essen? Diskutieren Sie mit in unserer Facebook-Gruppe für Schwangere & Mütter.

Das könnte dir auch gefallen