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Wenn die Kinder erwachsen werden – Kosten in der letzten Kinderphase

Kinder kosten Geld. Bis zum 18. Lebensjahr ihrer Sprösslinge haben deutsche Eltern laut statistischem Bundesamt rund 130.000 Euro für sie ausgegeben. Besonders stark steigen die Kosten für den Nachwuchs noch einmal in der Teenagerphase und im beginnenden Erwachsenalter. Wie sich die Ausgaben zusammensetzen und was Eltern beachten müssen, beleuchtet dieser Artikel.

Welche Lebensbereiche spielen für junge Erwachsene eine wichtige Rolle?

Während Vorschulkinder laut Statistik im Jahr rund 6.200 Euro für Konsumausgaben benötigen, wächst dieser Betrag bei Teenagern bis 18 Jahren auf 8.400 Euro jährlich an. Kein Wunder, denn die Erwartungen an den eigenen Lebensstandard steigen meist synchron zu den fortschreitenden Lebensjahren:

Taschengeld

Mit zunehmendem Alter ist es für Jugendliche um so wichtiger, mit ihren Altersgenossen mithalten zu können. Das gilt auch für das Budget, das ihnen monatlich zur freien Verfügung steht. Während Jungendämter für 16-jährige bis zu 45 Euro Taschengeld pro Monat als angemessen erachten, veranschlagen sie für 17-jährige bereits bis zu 60 Euro und für 18-jährige schließlich 75 Euro im Monat. Ein Vorteil des Erwachsenwerdens: Teenager lassen sich leicht dazu motivieren, mit einem kleinen Nebenjob ihr Taschengeld aufzubessern. Ab dem Alter von 13 Jahren ist dies mit der Zustimmung der Eltern möglich; ab 15 auch ohne diese.

Kleidung

Dieser Kostenfaktor betrifft nicht nur Mädchen – auch Jungen legen Wert auf Kleidung und Schuhwerk, die in der Peergroup im Trend liegen. Die „vererbten“ Kleidungsstücke von älteren Geschwistern oder Second-Hand-Ware werden da schnell abgelehnt. Eltern müssen jedoch nicht stillschweigend 200 Euro für die Markenjeans berappen, sondern sollten mit dem Nachwuchs aushandeln, dass dieser für extravagante Einkäufe sein gespartes Taschengeld einsetzt.

Technik

Das Smartphone ist kein Kostenfaktor, der kurz vor dem Erwachsenwerden erst akut wird – immerhin besitzen dieses laut Statistik in 2016 bereits 97% der 13-19-Jährigen. Stärker als Erwachsene sind Jugendliche in der Schule jedoch dem Vergleich mit ihren Mitschülern und damit dem aktuellen Technik-Trend unterworfen. Aktuelle Modelle von Smartphones, Tablets und Laptop zu besitzen ist für junge Erwachsene Pflicht.

Hobbys

Ob Reiten, Musizieren oder Sport – wer als älterer Teenager bei einem Hobby bleibt, der hat meist große Ambitionen. Doch das Snowboard, die Geige oder der Privatunterricht reißen mitunter große Löcher in die elterliche Haushaltskasse. An dieser Stelle ist es empfehlenswert, zu Weihnachten oder zu Geburtstagen unter den Verwandten zu sammeln, um die künstlerische oder sportliche Ader des Nachwuchses voranzutreiben.

Welche besonderen Ausgaben sind einzuplanen?

Neben den gewachsenen Ansprüchen im Alltag stehen zum Zeitpunkt des Schulabschlusses häufig mehrere große Investitionen gleichzeitig an:

Der Abschlussball

Ganz nach amerikanischem Vorbild wünschen sich auch viele Schulabsolventen hierzulande einen großen Auftritt beim Abiball. Eltern sollten für das Abendkleid der Tochter zwischen 100 Euro und 200 Euro einkalkulieren. Darin inbegriffen sind natürlich noch nicht Schuhe, Tasche, Schmuck, Haarstyling und Maniküre, die das einmalige Outfit vervollständigen.

Auslandsjahr

Viele Schüler in der gymnasialen Oberstufe träumen davon, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen. Besuchen Austauschschüler eine staatliche Schule in den USA, Kanada oder Neuseeland, belaufen sich die Kosten auf etwa 10.000 Euro. Dies beinhaltet das Schulgeld, die Aufwandspauschale für die Austauschorganisation, Kost und Logis in der Gastfamilie sowie Visum und Versicherungen. Beim Besuch einer privaten Schule verdoppelt sich der Betrag sogar. Beim Aufbringen des erheblichen Postens können Stipendien oder das Auslands-BAföG helfen.

Die Welt entdecken

Zwischen dem Abitur und dem Beginn der Ausbildung oder des Studiums liegen meist mehrere Wochen bis Monate. Eventuell ist sogar ein Wartesemester nötig, um den Studienplatz der Träume antreten zu können. Diesen Zeitraum nutzen Absolventen gern für einen Auslandstrip oder sogar eine Weltreise. Ein sogenannten Round-The-World-Ticket, bei dem viele Flugstrecken derselben Gesellschaft innerhalb eines Jahres zum Pauschalpreis genutzt werden dürfen, ist bereits ab 1.500 Euro erhältlich. Mit etwa 1.000 Euro Kosten pro Monat für Unterkunft, Essen, Mobilität und Unternehmungen müssen Weltreisende zusätzlich rechnen. Für einen günstigen Europatrip, z.B. nach Barcelona, müssen Backpacker dagegen lediglich ab 39 Euro für den Flug und ab 20 Euro für die Nacht im Mehrbettzimmer des Youth Hostels investieren.

Führerschein

Endlich selbst mobil zu sein, erfordert die erste große Investition im frühen Erwachsenenalter. Doch bevor man sich über das erste eigene Auto Gedanken machen kann, muss erst einmal der Führerschein finanziert werden. Der Preis hängt zuletzt stark vom Bedarf an Fahrstunden ab, kann jedoch grob mit 1.300 – 1.500 Euro veranschlagt werden.

Bei den großen Ausgaben am Ende der Schulzeit sollten Eltern und fast erwachsene Kinder sich diplomatisch verständigen. Niemand kann mehrere Tausend Euro zur Finanzierung des Traumprojektes fordern – doch Eltern helfen zu motivieren, indem sie einen beträchtlichen Betrag zu den durch Jobben angewachsenen Ersparnissen des Nachwuchses beisteuern.

Wie sieht es während des Studiums oder der Ausbildung aus?

Eltern sind verpflichtet, ihren Kindern eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Dabei dürfen sie dem Nachwuchs keinen Weg diktieren, sondern müssen seine eigene Wahl stillschweigend hinnehmen. Je nach eingeschlagenem Ausbildungsweg kann dies bedeuten, dass auf die Schulzeit eventuell 7 Jahre oder mehr folgen, in denen die Eltern den Lebensunterhalt des Kindes finanzieren müssen:

Studium

Die Studiengebühren sind inzwischen an allen deutschen Hochschulen wieder abgeschafft worden – was bleibt, ist ein Studienbeitrag von 120 bis 320 Euro pro Semester. Doch den Löwenanteil der Kosten für das Studium bilden unbestritten Miete und Lebenshaltungskosten des auswärts studierenden Nachwuchses. Je nach Einkommenshöhe der Eltern stehen dem Kind dafür eine Unterstützung von bis zu 730 Euro monatlich zu. Im Gegenzug dürfen Eltern verlangen, dass ihr Kind zielgerichtet und zügig studiert und sie regelmäßig über seine Fortschritte informiert. Kinder einkommensschwacher Eltern haben Anrecht auf BAföG bis zu maximal 735 Euro im Monat und dürfen darüber hinaus bis zu 450 Euro im Monat dazuverdienen, ohne dass der Anspruch verfällt.

Ausbildung

Absolviert das Kind eine Ausbildung, erhält es dafür eine monatliche Vergütung zum Bestreiten des Lebensunterhaltes. Je nach Ausbildungsberuf kann diese allerdings sehr gering ausfallen, z.B. 310 Euro im ersten Lehrjahr als Fleischer/in. Der Gesetzgeber setzt in diesem Fall die Eltern in die Pflicht, das benötigte Geld zum Leben beizusteuern. Diese können ihren Unterhalt allerdings auch in Naturalien abgelten, wie in Form einer Unterkunft und Lebensmitteln. Anrecht auch Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) haben Azubis, deren Ausbildungsort mehr als zwei Stunden Wegezeit vom Elternhaus entfernt liegt. Sie können mit einem Zuschuss von maximal 348 Euro zum monatlichen Grundbedarf und einer Mietpauschale von maximal 149 Euro rechnen.

Studium oder Ausbildung?

Was ist, wenn das Kind die Ausbildung abbricht?

Wenn das Kind den Studiengang wechselt, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Eltern ihre Unterstützung einstellen dürfen. Nach aktueller Rechtssprechung gilt in der universitären Laufbahn eine Orientierungsphase von 2 bis 3 Semestern als üblich. Auch der Abbruch eines Studiums aus gesundheitlichen Gründen gilt als berechtigter Grund – hier müssen die Eltern für das nachfolgende Studium ebenfalls aufkommen.

Müssen Eltern mehrere Ausbildungen finanzieren?

Laut Gesetz müssen Eltern nur die erste Berufsausbildung ihrer Kinder finanziell unterstützen. Zu dieser Regelung existieren jedoch zahlreiche Sonderfälle. Führt ein Kind seine abgeschlossene Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf durch ein BWL-Studium fort, müssen Eltern auch dafür aufkommen. Anders liegt der Fall, wenn ein ausgebildeter Fleischer auf einmal Psychologie studieren möchte. Bachelor- und Masterstudiengänge werden vonseiten des Staats durchweg als einheitliches Studium angesehen und sind von den Eltern komplett zu unterstützen. Selbst eine Promotion des Nachwuchses kann finanziell auf die Eltern zurückfallen, wenn andernfalls die Berufschancen gegenüber Mitbewerbern gering wären.

Fazit

Wer die Kosten im Vorhinein kalkuliert, der möchte sich fast prinzipiell gegen das Kinderkriegen entscheiden. Doch gerade im späten Teenageralter sind Eltern meist beseelt davon, ihrem Nachwuchs auf praktischer und beruflicher Ebene den besten Start ins eigene Leben zu ermöglichen. Dieser Altruismus kann sich im Alter schließlich auszahlen, wenn die Eltern unter Umständen auf finanzielle oder tatkräftige Hilfe ihrer Kinder angewiesen sind. Darüber hinaus wollen Eltern schließlich stets das Beste für ihre Kinder.


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