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Verstopfung bei Baby und Kleinkind: Das hilft wirklich!

Verstopfungen bei Babys und Kleinkindern sind keine Seltenheit. Rund 10% der Kinder haben schon einmal vorübergehend darunter gelitten. Die Bauchschmerzen sind für Ihr Kind besonders unangenehm und Sie als Eltern stehen vor der Frage, wie Sie helfen können. Meist reichen schon einfache Mittel aus, um den Stuhlgang wieder in Schwung zu bringen.

Wie kann es dazu kommen?

Die Obstipation, umgangssprachlich auch als Verstopfung bekannt, unterliegt einer genauen Definition. Wenn ein Baby oder ein Kleinkind weniger als dreimal in der Woche seinen Darm entleert, wird von einer Verstopfung gesprochen. Oft wird hier auch auf eine Konstipation verwiesen. Bei dieser ist der reduzierte Stuhlgang nicht chronisch und nicht so ausgeprägt, wie bei einer Obstipation. Dennoch kann er bei Kindern zu starken Bauchschmerzen führen. (weitere Infos zum Stuhlgang bei Babys)

Stillen oder Ersatznahrung als Einfluss auf den Stuhlgang

Die Ursachen für eine Verstopfung bei Babys sind vielseitig. Statistiken zeigen, dass gestillte Kinder deutlich weniger unter Verstopfungen leiden, als Babys, die über Ersatznahrung ernährt werden. Dies hängt mit der sehr guten Verdaulichkeit von Muttermilch zusammen. Wenn bei der Zubereitung der Säuglingsnahrung beispielsweise Wasser verwendet wird, das einen sehr hohen Kalkgehalt aufweist, kann dies eine Verstopfung unterstützen. Zudem verträgt nicht jedes Baby die in der Ersatznahrung vorhandenen Stoffe. Erhält Ihr Baby Ersatznahrung und leidet häufig unter einer Verstopfung, kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob ein Wechsel der Nahrung Besserung bringt.

Das Problem mit der Beikost

Ein weiterer möglicher Auslöser bei Kindern unter einem Jahr ist die Einführung der Beikost. Durch die Gabe von Brei oder Fingerfood erhält der Darm neue Arbeit und neue Stoffe, an die er sich erst gewöhnen muss. Einige der Lebensmittel, mit denen bei der Beikost begonnen wird, haben zudem eine stuhlfestigende Wirkung. Dazu gehören die beliebten Karotten und auch Kartoffeln. Daher wird inzwischen empfohlen, mit stuhlauflockernden oder stuhlregulierenden Lebensmitteln zu beginnen. Als stuhlregulierend gelten beispielsweise Kürbis und Pastinaken. Aus diesen Lebensmitteln können Sie den ersten Brei sehr gut selbst herstellen. Stuhlauflockernd sind Fenchel und Zucchini.

Vielleicht ist der Darm Ihres Babys noch nicht reif für die Beikost. Einige Ärzte empfehlen, mit dem Brei bereits ab dem 4. Monat zu beginnen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO weist darauf hin, dass gesunde Babys in den ersten sechs Lebensmonaten am besten ausschließlich Muttermilch oder Ersatznahrung erhalten sollen. Anschließend wird unter dem Schutz der Milch die Beikost eingeführt. Stellen Sie fest, dass Ihr Baby sehr stark auf den Brei reagiert, können Sie vielleicht noch ein paar Wochen mit der Einführung warten.

Wichtig: Gerade im Rahmen der Beikost ist es notwendig, dem Baby zusätzlich zu den Mahlzeiten Wasser anzubieten. So lange Ihr Baby voll gestillt wird oder ausschließlich Ersatznahrung bekommt, braucht es kein Wasser. Wenn Sie jedoch mit dem Brei beginnen, sollte zu jeder ersetzten Mahlzeit Wasser angeboten werden. So verhindern Sie, dass Ihr Baby zu wenig Flüssigkeit aufnimmt. Zu wenig Flüssigkeit kann ebenfalls Verstopfung hervorrufen.

Psychische Ursachen und zu wenig Bewegung

Neben ernährungsbedingten Ursachen gibt es für die Verstopfung auch noch andere Auslöser. So kann zu wenig Bewegung dafür sorgen, dass der Darm nicht ausreichend angeregt wird. Psychische Ursachen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Einige Kinder reagieren auch als Kleinkind schon sehr sensibel auf Spannungen im näheren Umfeld, den Wohnortwechsel oder die erste Zeit in der Kita. Manche Kinder vergessen beim Spielen auch, den Stuhlgang loszulassen. Durch das Zurückhalten kann eine Verstopfung begünstigt werden.

In der Phase des Trockenwerdens halten manche Kinder ebenfalls den Stuhlgang an oder haben Angst davor, diesen auf dem Topf oder der Toilette loszulassen. Achten Sie auf die Reaktionen Ihres Kindes und bieten Sie zur Not für den Stuhlgang noch eine Windel an.

Ein großes Problem stellt der entstehende Kreislauf dar. Hat Ihr Kind durch Verstopfungen Schmerzen beim Stuhlgang, hält es diesen aus Angst vor den Schmerzen zurück. So wird die Verstopfung weiter gefördert. Daher sollte schnell reagiert werden.

Die Anzeichen für eine Verstopfung bei Babys und Kleinkindern

Je nach Alter des Kindes können die Symptome für eine Verstopfung unterschiedlich sein. In den ersten Lebensmonaten äußert sie sich meist durch starke Bauchkrämpfe des Babys, schrilles Schreien und kaum gefüllte Windeln. Bei Stillkindern ist es kein Grund zur Sorge, wenn sich in der Windel mehrere Tage kein Stuhlgang befindet, so lange diese nass ist.

Ein sehr fester und trockener Stuhl, ist ebenfalls ein Symptom. Quält sich Ihr Kind, den Darm zu entleeren und zeigen sich möglicherweise sogar starke Blähungen, können dies zusätzliche Hinweise sein.

Bei einer Verstopfung kann der Bauch sehr hart werden. Teilweise, gerade bei einer sehr starken Ausprägung, kann es bis zum Erbrechen kommen.

Was hilft wirklich bei Verstopfung?

Normalerweise müssen Sie bei einer Verstopfung nicht direkt zum Kinderarzt gehen, sondern können erst einmal probieren, mit Hausmitteln die Darmtätigkeit anzuregen. Bei einem Baby, das ausschließlich Milch bekommt, ist eine Bauchmassage empfehlenswert. Nutzen Sie dafür Babyöl, wärmen Sie es in den Händen an und führen Sie die Hände in kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel. Auch das Tragen im Tragetuch kann helfen, da Ihre Wärme sowie Ihre Bewegung den Darm anregt.

Durch die Bewegung der kleinen Beine kommt der Darm in Schwung. Nehmen Sie die Beine vorsichtig in die Hand und bewegen Sie diese langsam zum Bauch hin und wieder weg. Reduzieren Sie den Stress in der Umgebung des Babys. Ebenfalls hilfreich ist ein warmes Körnerkissen auf dem Bauch, das Sie unter Aufsicht einsetzen können.

Wichtig: Probieren Sie nicht, durch ein Thermometer im Po den Stuhlgang anzuregen. Die Gefahr, dass Sie mit dem Thermometer den Anus verletzen, ist zu hoch.

Ideal für Babys und Kleinkinder ist ein warmes Bad in einer ruhigen Umgebung. Wenn Ihr Kind trotz Verstopfung recht entspannt ist und nicht schreit, können Sie es in die Wanne setzen. Durch die Wärme wird der Bauch entkrampft.

1) Lebensmittel als Hilfe gegen Verstopfung

Erhält Ihr Kind bereits Beikost oder isst es sogar schon normal am Familientisch mit, sollten Sie bei einer Verstopfung auf stopfende Lebensmittel verzichten. Dazu gehören Bananen und Kartoffeln oder auch Reis. Setzen Sie lieber auf stuhllösende Lebensmittel. Mag Ihr Kind Trockenobst, können Sie dieses in geringen Mengen anbieten. Trauben und Birnen sowie Pflaumen lockern den Stuhl ebenfalls auf. Sie können das Obst pürieren und als Brei oder in Stücken anbieten.

Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung. Machen Sie den Brei für Ihr Baby selbst, sollten Sie immer ein wenig Keimöl hinzufügen, damit die Inhaltsstoffe der Lebensmittel besser aufgenommen werden können. Ab dem zweiten Lebensjahr ist es möglich, dem Kind Vollkornprodukte anzubieten. Diese sollten jedoch keine ganzen Körner enthalten.

Bieten Sie Ihrem Kind immer wieder Wasser oder auch Muttermilch zwischendurch an, damit es ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.

Hat Ihr Kind das zweite Lebensjahr erreicht, können Sie ihm Leinsamen oder Weizenkleie anbieten. Geben Sie über den Tag verteilt zwei Teelöffel Weizenkleie oder bis zu drei Teelöffel Leinsamen oder rühren Sie dies in die Nahrung. Beachten Sie jedoch, dass bei der Gabe von Weizenkleie oder Leinsamen auch die Flüssigkeitszufuhr erhöht werden soll. Pro Teelöffel sollte Ihr Kind zusätzlich 150 ml Wasser erhalten. Dies ist besonders wichtig, da Kleie oder Leinsamen ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr stopfend wirken können. Bei einer regelmäßigen Einnahme bessert sich der Stuhlgang nach zwei bis vier Wochen.

Ein beliebtes Hausmittel ist der Milchzucker. Dieser kann bereits nach den ersten sechs Lebensmonaten verabreicht werden. Pro Tag reicht zu Beginn ein Teelöffel voll aus. Nach und nach können Sie die Menge vorsichtig erhöhen. Beobachten Sie dabei die Reaktionen Ihres Kindes. Wird der Stuhlgang weicher, sollte die Menge nicht mehr erhöht werden. Sie können den Milchzucker auch in Wasser auflösen.

2) Bewegung als optimale Unterstützung

Animieren Sie Ihr Kind, sich zu bewegen. Frei strampeln ohne Windel, krabbeln und laufen sind sehr gute Helfer, um einer Verstopfung entgegenzuwirken. (siehe auch: Tipps gegen Blähungen und Bauchschmerzen beim Baby)

Tipp: Als Vorbeugung hilft es, dem Kind über den Tag hinweg mehrere kleine Mahlzeiten anzubieten, auf eine ballaststoffreiche Ernährung zu achten und ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen. Gerade bei Kleinkindern kann eine Routine im Zusammenhang mit dem Toilettengang auch regulierend wirken. Wenn Ihr Kind Interesse am Topf zeigt, setzen Sie es einfach immer zur gleichen Zeit drauf. Dies sollte freiwillig passieren. Es ist nicht sinnvoll, das Kind auf den Topf zu zwingen.

Ab wann lieber zum Arzt?

Wenn die Verstopfung über einen längeren Zeitraum anhält, die genannten Hausmittel nicht zu einer Besserung führen oder Ihr Kind starke Schmerzen hat, dann sollten Sie den Arzt aufsuchen. Auch bei Blut im Stuhl ist es besser, direkt zur Kontrolle zu gehen. Der Arzt wird im ersten Schritt organische Ursachen ausschließen und dann prüfen, ob Unverträglichkeiten vorliegen. Zudem kann der Arzt Medikamente verschreiben. Es gibt sanfte Abführhilfen, die in Form von Zäpfchen oder Flüssigkeit verabreicht werden und dabei helfen, den Darm zu entleeren.

Darmverschluss erkennen

Eine der Ursachen für die Verstopfung bei Babys und Kleinkindern kann ein Darmverschluss sein. Dieser wird oft durch eine Invagination hervorgerufen. Hierbei handelt es sich um eine Einstülpung von einem Abschnitt des Darms. Der Darminhalt kann nicht austreten, es kommt zur einer Stauung im Darm, die einen Darmverschluss hervorrufen kann. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kolikartige Schmerzen im Bauch, die in Wellen kommen
  • Schonhaltung des Kindes
  • Erbrechen
  • Austritt von blutigem Schleim aus dem Darm

Bei einem Darmverschluss handelt es sich um einen Notfall. Ihr Kind sollte sofort ins Krankenhaus. Bei einer beginnenden Invagination reicht ein kleiner Eingriff oft aus. Ist der Darmverschluss schon ausgeprägt, muss eine Operation durchgeführt werden.

Hatten Sie schon mit einer Verstopfung bei Ihrem Baby zu kämpfen? Was sind Ihre Geheimtricks? Schreien Sie es uns in die Kommentare! In unserer Facebook-Gruppe für Schwangere & Mütter können Sie sich außerdem über diese und weitere Themen austauschen und erhalten Hilfe von anderen Müttern.

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