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Schwanger trotz Pille: Anzeichen, Ursachen & Vorbeugung

Schwanger trotz Pille? Das ist durchaus möglich! Die Pille ist richtig angewendet ein ziemlich sicheres Verhütungsmittel. Aber Pille ist nicht gleich Pille. Und meist liegt es an Einnahmefehlern, wenn eine Frau trotz Pilleneinnahme dennoch schwanger wird. Wir erklären, in welchen Fällen es dazu kommen kann, wie du es vermeiden kannst und woran du merkst, dass du tatsächlich schwanger bist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwanger trotz Pille zu sein trifft pro Jahr bis zu 3 von 100 Frauen.
  • Meist sind Einnahmefehler schuld.
  • Auch Erbrechen/Durchfall, chronische Krankheiten oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können die Wirkung der Pille herabsetzen.
  • Die Schwangerschaftsanzeichen sind dieselben, aber es kann trotzdem noch zu Blutungen in den Pillenpausen kommen.
  • Manche Frauen merken erst im 5. Monat, dass sie trotz Pille schwanger sind.
  • Wenn du die Einnahme einmal vergessen hast, hängt das Risiko von der Pillenart und der Zykluswoche ab.

Schwanger trotz Pille – meist liegt es an Einnahmefehlern

Mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 ist die normale Mikropille eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt. Bei der Minipille liegt das Risiko etwas höher. Allerdings kommt es bei beiden Pillenarten immer wieder zu Einnahmefehlern. Dadurch steigt das Risiko trotz Pille schwanger zu werden enorm. Und auch andere Faktoren können dazu führen, dass die Pille nicht richtig wirkt.

Pearl-Index

Der Pearl-Index gibt die Sicherheit eines Verhütungsmittels an. Je niedriger er ist, desto größer ist bei richtiger Anwendung die Zuverlässigkeit. Ein Pearl-Index von 0,1-0,9 für die Mikropille besagt, dass nur 1-9 Frauen von 1000 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Pille schwanger geworden sind.
Bei der Minipille liegt der Index bei etwa 0,5-3. Das heißt, dass im Schnitt innerhalb eines Jahres bis zu 3 von 100 Frauen trotz Einnahme der Minipille schwanger werden.

Im Folgenden stellen wir die häufigsten Probleme bei der Pilleneinnahme kurz vor:

1) Pille vergessen oder zu spät eingenommen

Dies ist wohl der häufigste Fehler, den Frauen machen. In der Hektik des Alltags kann es schon mal vorkommen, dass eine Pilleneinnahme einfach vergessen wird. Auch wenn die Pilleneinnahme zu spät erfolgt, kann es möglich sein, schwanger trotz Pille zu werden. Denn jede Pille hat ein Zeitfenster, innerhalb dessen die Einnahme problemlos nachgeholt werden kann. Wird dieses verpasst, steigt das Risiko.

Die Pille – richtige Einnahme

  • Immer die Packungsbeilage genau lesen, denn jede Pille hat ihr eigenes Einnahmemuster
  • Wenn die Pille zu ersten Mal eingenommen wird, muss die Einnahme am ersten Tag der Periode beginnen.
  • Eine Uhrzeit wählen, zu der man zuverlässig wach ist. Das muss nicht morgens sein.
  • Bei der Minipille ist die Einnahme zur annähernd gleichen Uhrzeit besonders wichtig!
  • Am besten eine Erinnerung im Handy einstellen 🙂
  • Die Pille immer mit ausreichend Wasser und am besten nicht auf leeren Magen einnehmen.
  • Bei langen Flugreisen auf die Zeitumstellung achten

2) Schwanger trotz Pille wegen Durchfall oder Erbrechen

Bis die Wirkstoffe einer Pille richtig vom Körper über den Dünndarm aufgenommen worden sind, vergehen etwa vier Stunden. Kommt es in dieser Zeit zu Erbrechen oder Durchfall, reicht die Wirkstoffmenge eventuell nicht aus, um eine Schwangerschaft bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr in den darauf folgenden Tagen zu verhindern. Fand der Geschlechtsverkehr in den Tagen davor statt, ist das Risiko je nach Zyklusabschnitt ebenfalls erhöht.

3) Schwanger trotz Pille wegen bestimmter Medikamente

Auch wenn die Pille regelmäßig eingenommen wird, können bestimmte Medikamente die Wirkstoffaufnahme verringern und die Pille damit außer Kraft setzen. Wenn du Medikamente einnehmen musst, lies am besten immer die Packungsbeilage. Auch Arzt oder Apotheker können Auskunft darüber geben, ob Wechselwirkungen mit der Pille bekannt sind.

Auch Johanniskraut kann die Wirkstoffaufnahme verringern. Sei also auch bei Kräuterpräparaten und Tees, die Johanniskraut enthalten, vorsichtig. Medikamente sollten aus dem gleichen Grund nie mit Milch eingenommen werden.

Im Folgenden findest du eine Liste von Medikamenten, die Wechselwirkungen mit der Pille haben können und so die Wirkung der Pille behindern:

  • Antibiotika
  • Abführmittel
  • Antipilzmittel
  • Antihistaminika
  • Johanniskrautpräparate
  • Schmerzmittel
  • Schlaf-und Beruhigungsmittel
  • Aktivkohle
  • Malariamedikamente
  • Tuberkulose-Medikamente usw.

Grapefruitsaft und Grapefruits sollten nie zusammen mit der Pille konsumiert werden. Durch Grapefruit steigt das Risiko einer Schwangerschaft zwar nicht, aber der enthaltene Bitterstoff Naringin verlangsamt den Abbau der Hormone im Körper. Dadurch erhöht sich der Estradiol-Spiegel (Pillenwirkstoff) im Blut und das Thromboserisiko steigt!

4) Schwanger trotz Pille wegen chronischer Krankheit

Einige chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn oder Mukoviszidose verändern den Stoffwechsel und können dadurch die Aufnahme der Wirkstoffe der Pille behindern. Wenn du unter einer chronischen Krankheit leidest, sprich am besten mit deinem Arzt über die Pilleneinnahme.

5) Falsche Lagerung der Pille

Dies gilt für alle Medikamente und eben auch für die Pille. Wenn sie zu warm gelagert wird und intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, hat das Einfluss auf den Wirkstoff. Daher sollten Medikamente immer kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Da es in der Küche zu warm werden kann, ist das kühlere Schlafzimmer ein geeigneter Ort. Im Hochsommer kannst du die Pillenpackung durchaus auch im Kühlschrank aufbewahren.

6) Starkes Rauchen beeinflusst die Wirkung nicht, aber…

Frauen, die mehr als 10 Zigaretten pro Tag rauchen, haben ganz unabhängig vom Alter ein stark erhöhtes Thromboserisiko, wenn sie eine normale Östrogen-haltige Pille (Mikropille) einnehmen. Thrombosen können Schlaganfälle, Herzinfarkte und Lungenembolien verursachen und führen häufig zum Tod. Daher sollten Raucherinnen am besten auf die Pille verzichten, mit dem Rauchen aufhören oder es zumindest stark reduzieren. Wenn dies nicht gelingt, kann die Minipille, die kein Östrogen enthält, statt der Mikropille verschrieben werden. Diese ist aber weniger sicher.

Das kann bei Einnahmefehlern passieren

Um zu verstehen, was passiert, wenn die Pille nicht richtig eingenommen wurde, sollte man sich die Wirkweise der Pille vor Augen führen. DIE Pille gibt es übrigens nicht. Die verschiedenen Präparate haben eine unterschiedliche Zusammensetzung und Wirkung. Man unterscheidet zwischen Mikropillen und Minipillen.

Mikropille

Die Mikropille ist die gängigste Pillenart. Sie enthält neben einem Gestagen auch Östrogen. Diese Hormonkombination sorgt dafür, dass die Eireifung und somit auch der Eisprung unterdrückt werden. Außerdem bildet sich unter dem Einfluss der Hormone ein dichter Schleimpfropf am Gebärmutterausgang, der die Spermien am Durchkommen hindert. Zusätzlich wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut bewusst gestört, so dass sich keine Eizelle einnisten kann, sollte es doch zu einer Befruchtung gekommen sein.

Bei der Mikropille gibt es Einphasenpräparate und Zwei- oder Dreistufenpräparate. Die Tabletten der Einphasenpräparate haben immer dieselbe Zusammensetzung. Bei den mehrstufigen Präparaten ist die Reihenfolge der Einnahme wichtig, da die Hormonzusammensetzung auf den jeweiligen Zyklusabschnitt angepasst ist.

Minipille

Die Minipille wird meist dann verschrieben, wenn aufgrund des enthaltenen Östrogens keine Mikropille eingenommen werden kann, zum Beispiel bei starken Raucherinnen. Sie unterdrückt den Eisprung meist nicht. Lediglich der dichte Schleimpfropf am Muttermund und der gestörte Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindern eine Schwangerschaft. Dieser Schutz ist jedoch geringer, als bei der Mikropille.

Oft wird die Minipille drei Monate lang durchgenommen. Weil ihre Wirkstoffdosierung teilweise sehr gering ist, muss die Einnahme bei vielen Präparaten innerhalb von maximal 3 Stunden erfolgen, um noch sicher zu sein. Wird die Einnahme einer Minipille vergessen, muss in den folgenden 7 Tagen mit Kondom verhütet werden. Fand in den Tagen vorher Geschlechtsverkehr statt, ist es möglich, dass du schwanger bist.

Mikropille vergessen – die Zykluswoche ist entscheidend

Hast du die Einnahme vergessen oder es kam wegen anderer Gründe zu einer eingeschränkten Wirkstoffaufnahme, kann es passieren, dass du schwanger trotz Pille wirst. Es spielt aber durchaus eine Rolle, in welcher Zykluswoche der Einnahmefehler passiert ist. Kommt es zu mehreren Einnahmefehlern, kann der Schutz für diesen Monat nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Erste Woche (Pillen 1-7)

Diese Woche ist kritisch. Wurde auch nur eine Pille in der ersten Woche vergessen, kann es innerhalb von 7 Tagen zum Eisprung kommen und der Pfropf kann durchlässig werden. Nimm die vergessene Pille dennoch ein, auch wenn du dann zwei Pillen gleichzeitig schlucken musst.
Jetzt ist es wichtig, zusätzlich mit Kondom zu verhüten. Nach 7 Tagen ist ungeschützter Geschlechtsverkehr dann wieder sicher. Fand bis zu 5 Tage vor dem Tag der vergessenen Einnahme Geschlechtsverkehr statt, ist die Einnahme der „Pille danach“ abzuwägen. Denn Spermien können im Körper der Frau bis zu 5 Tage überleben und auf den Eisprung warten.

Zweite Woche (Pillen 8-14)

Wurde die Pille in der zweiten Woche vergessen, stellt dies kein allzu großes Risiko dar. Nimm die vergessene Pille dennoch ein. Zusätzlich verhüten musst du aber nicht. Wenn du allerdings mehrere Pillen in dieser Woche vergessen hast, ist der Schutz für diesen Monat dahin.

Dritte Woche (Pillen 15-21)

Diese Woche ist wieder kritisch. Wurde in der dritten Woche eine Pille vergessen, ist ein Eisprung in der Pillenpause oder zu Anfang des nächsten Zyklus möglich. Fand in der Woche vor dem Vergessen Geschlechtsverkehr statt, könntest du schwanger sein. Wenn nicht, hast du zwei Möglichkeiten, um den Schutz doch noch aufrecht zu erhalten:

  1. Die vergessene Pille nachholen, die restlichen Pillen normal einnehmen und die nächste Packung ganz ohne Pillenpause anfangen.
  2. Die Pilleneinnahme sofort abbrechen, mit der Einnahmepause gleich beginnen und nach der Pillenpause mit der nächsten Packung fortfahren.

Typische Schwangerschaftsanzeichen bei Schwangerschaft trotz Pille

Wenn Frauen trotz der Pille schwanger werden, sind die Schwangerschaftsanzeichen dieselben, wie bei einer normalen Empfängnis:

  • (nicht immer) Ausbleiben der Blutung
  • Ziehen und leichte Krämpfe im Unterleib
  • Schmierblutung bei der Einnistung
  • Ziehen und Spannen in den Brüsten
  • Müdigkeit
  • Ausfluss
  • Gelüste
  • Ekel
  • Empfindsamkeit
  • Übelkeit usw.

Könnte die Pilleneinnahme dem Baby geschadet haben?

Wenn Frauen die Pille einnehmen und dennoch schwanger werden, ahnen sie meist erst einmal nichts davon. Denn die Abbruchblutung in der Pillenpause kann dennoch auftreten, wenn auch meist in schwächerer Form. Wenn du eine Schwangerschaft festgestellt hast, sei unbesorgt. Bisher konnte kein Zusammenhang zwischen Fehlbildungen und der Pilleneinnahme in den ersten Monaten der Schwangerschaft nachgewiesen werden. Dennoch sollte die Pille, wie alle anderen entbehrlichen Medikamente, sofort abgesetzt werden, wenn eine Schwangerschaft festgestellt wurde.

Fazit

Schwanger trotz Pille zu sein ist also möglich. Denn es kann einige Gründe geben, warum die Pille ihre Wirkung nicht richtig entfalten konnte. Manche Frauen merken erst im 5. Monat, dass sie trotz Pille schwanger geworden sind. Wenn du typische Schwangerschaftsanzeichen an dir feststellst, mach einen Schwangerschaftstest und geh am besten zum Frauenarzt. Dieser wird dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Hast du weitere Fragen zum Thema „Schwanger trotz Pille“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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