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Schwanger trotz Periode – Geht das?

Wenn Frauen berichten, dass sie trotz ihrer Schwangerschaft ganz normal ihre Periode hatten, kann das schnell zu Verunsicherung führen. Denn eigentlich ging man ja davon aus, dass das Einsetzen der Regelblutung ein eindeutiges Zeichen dafür sei, nicht schwanger zu sein. Aber stimmen diese Erzählungen überhaupt? Kann man tatsächlich schwanger trotz Periode sein? Wir erklären, was an diesem Mythos dran ist und was nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwangerschaft und Regelblutung können nicht gleichzeitig stattfinden. Schwanger trotz Periode ist also so gesehen unmöglich!
  • Blutungen anderer Art sind jedoch in der Frühschwangerschaft möglich.
  • Es kann sich um eine Einnistungsblutung, eine harmlose Zwischenblutung oder eine Abbruchblutung bei Pilleneinnahme handeln.
  • Im ungünstigsten Fall ist es eine Eileiterschwangerschaft oder Fehlgeburt.

Was bedeutet Periode überhaupt?

Um zu verstehen, was möglich ist und was nicht, ist es nötig, den Begriff Periode beziehungsweise Menstruation genau zu klären. Der Zyklus einer Frau beginnt immer mit dem Einsetzen der Regelblutung. Der Eisprung markiert in etwa die Zyklusmitte, kann aber auch in Einzelfällen sehr früh im Zyklus noch während der Periode stattfinden.

Wenn eine Frau ihren Eisprung hatte – und auch wenn sie keinen hatte – beginnt der Eierstock Progesteron zu bilden. Wegen des steigenden Progesteronspiegels bereitet sich die Gebärmutter innerhalb der zweiten Zyklushälfte auf die mögliche Ankunft einer befruchteten Eizelle vor. Dafür baut sie vermehrt Schleimhaut auf.

Kam es nicht zur Befruchtung, sinkt der Progesteronspiegel nach ein paar Tagen wieder. Wegen des sinkenden Spiegels wird die Schleimhaut etwa 12 bis 16 Tage nach dem Eisprung wieder abgestoßen. Dies passiert während der Regelblutung, auch Hormonentzugsblutung, Tage oder Periode genannt.

Schwanger trotz Periode zu sein, ist also nicht möglich, aber…

Es erklärt sich also von selbst, dass sich Periode und Schwangerschaft ausschließen. Denn wenn sich keine Eizelle eingenistet hat und die Schleimhaut abgestoßen wird, kann sich keine Plazenta bilden. Das Embryo braucht jedoch die Plazenta, um in der Gebärmutter zu überleben. Das ABER erklären wir weiter unten im Artikel 😉

Hat sich eine befruchtete Eizelle eingenistet, verbinden sich die Zellen ihrer Eihülle mit denen der Gebärmutterschleimhaut. Diese Zellen werden später zur Plazenta. Sie beginnen schon jetzt das Schwangerschaftshormon HCG zu produzieren. Der steigende HCG-Spiegel regt die Progesteron-Bildung in den Eierstöcken an. Der so weiterhin steigende Progesteronspiegel sorgt für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft, das heißt die Gebärmutterhaut wird nicht abgestoßen, sondern weiter aufgebaut und die Periode bleibt aus.

Aber schwanger trotz Blutungen zu sein, ist durchaus möglich

Ist eine Frau schwanger, kann es jedoch tatsächlich sein, dass sie Blutungen bekommt, ohne dass die Schwangerschaft als solche in Gefahr sein muss. Die Blutungen können verschiedene Ursachen haben und werden nicht Periode genannt. Im Folgenden stellen wir mögliche Ursachen für eine Blutung in der Schwangerschaft kurz vor.

Einnistungsblutung

Die Einnistungsblutung, auch Nidationsblutung genannt, findet etwa eine Woche nach dem angenommenen Eisprung (Hier geht es zum Eisprungsrechner) statt. Bei der Einnistung kann es zu leichten Verletzungen der Gebärmutterschleimhaut kommen. Die Blutung ist dann geringer als bei der Menstruation und dauert meist nur einen Tag, in Ausnahmefällen bis zu fünf Tagen an. Dies ist manchmal der Fall, wenn die Gebärmutterschleimhaut besonders hoch aufgebaut ist oder wenn sich mehrere Eizellen gleichzeitig einnisten. Das Blut ist bei einer Einnistungsblutung frisch (hellrot). So kann sie von einer Schmierblutung unterschieden werden. Oft geht die Einnistung auch mit einem leichten bis starken Ziehen im Unterbauch einher.

Blutungen in der Frühschwangerschaft

In der Frühschwangerschaft muss sich der Körper erst an den veränderten Hormonspiegel gewöhnen. Die Hormone müssen sich einpegeln. Hormonschwankungen können sich ebenfalls in leichten Blutungen äußern, die schnell wieder versiegen. Manchmal kommt es auch zu kleinen Ablösungen von Plazentateilen, die nicht weiter schlimm sind. Eine von fünf Frauen bemerkt in ihrer Frühschwangerschaft Blutungen. In mehr als 50% der Fälle gefährden diese Blutungen die Schwangerschaft nicht.

Wird die Blutung stärker ist jedoch ein schneller Gang zum Arzt angesagt. Denn es kann sein, dass der Gelbkörper schwächelt und ein Mangel des Gelbkörperhormons Progesteron vorliegt. Der Gelbkörper hat sich aus den Resten des Follikels entwickelt, der im Eierstock beim Eisprung übrig geblieben ist. Er produziert so lange Progesteron, bis die wachsende Plazenta diese Aufgabe übernehmen kann. Dieses Hormon ist dringend nötig, um die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten. Findet sich zu wenig davon im Blut, kann eine zusätzliche Hormongabe (z.B. von Utrogest) bewirken, dass der Embryo gehalten werden kann.

Ganz selten gibt es auch Fälle, wo der Körper so sehr an die monatliche Blutung gewöhnt war, dass er sie auch während der Schwangerschaft fortführt. Dies ist jedoch wirklich selten und meist nur im ersten Schwangerschaftsdrittel der Fall. Die Blutungen sind dann meist dennoch schwächer als normalerweise während der Periode.

Blutungen am Muttermund

Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto größer wird die Plazenta und desto stärker wird der Muttermund durchblutet. Dann reicht manchmal schon Geschlechtsverkehr oder eine gynäkologische Untersuchung, um eine leichte Blutung auszulösen. Diese sollte jedoch schnell wieder verschwinden. Auch Infektionen am Muttermund oder in der Vagina können Auslöser für Blutungen sein.

Abbruchblutung bei Pilleneinnahme

Manche Frauen werden trotz der Einnahme der Pille schwanger. Dies liegt meist nicht an der Pille selbst – nur selten ist sie unterdosiert – sondern ist eher auf Anwendungsfehler zurückzuführen. Beispielsweise wurde die Pilleneinnahme vergessen. Oder es kam zu Durchfall oder Erbrechen, bevor die Wirkstoffe richtig aufgenommen wurden. Manchmal behindern auch bestimmte Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Grapefruitsaft, die Wirkstoffaufnahme. In allen diesen Fällen kann es also trotz Pille zur Schwangerschaft kommen, ohne dass die Frau davon etwas bemerkt. Wird die Pille dann während der Pillenpause ausgesetzt, kommt es zur Abbruchblutung. Da man bei der Abbruchblutung fälschlicherweise oft von Periode spricht, wäre man also schwanger trotz Periode.

Tiefsitzende Plazenta ab der 12. SSW

Ein letzter Grund für Blutungen in der Schwangerschaft ist eine sehr tiefsitzende Plazenta. Diese kann etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche bei Belastungen zu Schmerzen und eben auch Blutungen führen. Im Ultraschall lässt sich diese Besonderheit leicht feststellen. Meist ist dann absolute Schonung angesagt, da das Fehlgeburtsrisiko bei extrem tiefsitzender Plazenta steigt. Auch eine Medikamentengabe kann nötig werden, um das erhöhte Infektionsrisiko zu minimieren. Glücklicherweise kann auch eine tiefsitzende Plazenta im Laufe der Schwangerschaft noch nach oben wandern, wenn die Gebärmutter weiter wächst.

Wenn du schwanger bist, geh grundsätzlich bei jeder Blutung zum Arzt. Denn diese können zwar harmlos sein, können jedoch auch eine Eileiterschwangerschaft anzeigen oder eine Plazenta-Ablösung oder einen Abort ankündigen. Manchmal lässt sich dies jedoch durch frühzeitige Hormon- oder Medikamentengabe und viel Schonung noch verhindern.

Bei vielen Schwangerschaftsanzeichen besteht Verwechslungsgefahr

Ist eine Schwangerschaft eingetreten, kann es verschiedene Schwangerschaftsanzeichen geben:

  • Ziehen im Unterleib
  • Schmierblutung etwa 6-10 Tage nach dem Eisprung
  • Ziehen in den Brüsten
  • Müdigkeit
  • Ausfluss
  • Gelüste
  • Ekel
  • Empfindsamkeit
  • Übelkeit usw.

Viele dieser Anzeichen können aber auch auftreten, wenn die Hormone aus dem Gleichgewicht sind. Auch das prämenstruelle Syndrom kann sich ähnlich äußern. Man fühlt sich schwanger, ohne wirklich schwanger zu sein. Die aufgrund der Hormonverschiebung manchmal verspätet einsetzende Regel bestätigt dann die ausgebliebene Schwangerschaft.

Natürlich kann eine stärkere Blutung auch immer auf einen frühen Abgang einer Schwangerschaft oder sogar eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Gerade in den ersten Wochen sorgt das Alles-oder-nichts-Prinzip dafür, dass nur die Embryos überleben, bei denen die Zellteilung reibungslos funktioniert. Viele Frauen merken nicht einmal, dass sie schwanger waren, weil sie ganz normal ihre Periode bekommen.

Fazit

Schwanger trotz Periode ist zwar bei richtiger Definition des Begriffes Periode nicht möglich, Blutungen in der Schwangerschaft kann es aber geben. Gerade in der Frühschwangerschaft sind viele Frauen davon betroffen. Die Blutungen können verschiedene Gründe haben und sind meist nicht schwangerschaftsgefährdend. Wenn man schwanger ist, sollte jedoch jede Blutung vom Arzt abgeklärt werden, um so früh wie möglich handeln zu können, wenn etwas nicht stimmt.

Frauenärztin Dr.Younes Kressin erklärt: Blutungen in der Schwangerschaft?

Hast du weitere Fragen zum Thema „Schwanger trotz Periode“? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

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