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Schnell trocken werden – Diese 5 Fehler solltest du vermeiden

Auf dem Weg zum trocken werden gibt es etliche Stolpersteine. Der Erfolgsdruck, der oftmals auch durch die Umwelt aufgebaut wird, ist hoch. Und gerade wenn Eltern bisher eine feste Meinung dazu hatten, wann und wie ein Kind trocken zu werden hat, kann es im späteren Verlauf zu Problemen kommen. Denn jedes Kind ist verschieden. Was beim ersten Kind problemlos lief, muss beim zweiten noch lange nicht funktionieren. Teilweise führen elterliche Erziehungsfehler dazu, dass die Kinder auch in der Schulzeit noch oder wieder einnässen. Damit du solche Klippen geschickt umschiffen kannst, haben wir im Folgenden fünf gängige Fehler beim schnell trocken werden für dich zusammengestellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jedes Kind wird in seinem eigenen Tempo trocken.
  • Allzu hohe Erwartungen oder gar Bestrafungen können das Gegenteil bewirken.
  • Viele Methoden, die man früher kannte, sollten nicht angewendet werden.
  • Der richtige Zeitpunkt für das Weglassen der Windel kann entscheidend sein.

Fehler Nr. 1: Hohe Erwartungen

Es passiert sehr schnell. Man hört von anderen Kindern, die schon trocken sind. Die eigenen Eltern oder Großeltern liegen einem mit dem Thema schon seit gefühlten Jahren in den Ohren. Das Kind zeigt vielleicht schon Interesse. Jetzt müsste es doch bestimmt so weit sein oder etwa nicht? Im Handumdrehen hat man eine Erwartungshaltung aufgebaut, die das Kind genau spürt. Vergleich dein Kind nicht mit anderen und genieß gute Ratschläge immer mit Vorsicht und einer kleinen Prise Skepsis. Denn oft werden Erinnerungen geschönt wiedergegeben. Und auch wenn dein Kind in einigen Bereichen die Nase ganz weit vorn hat, kann es beim Thema Sauberkeit durchaus ein kleiner Spätzünder sein. Lass ihm die Zeit, die es braucht und sei bitte nicht enttäuscht, wenn es dann doch noch nicht geklappt hat. Erwarte wenig, dann kannst du dich umso mehr über jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung freuen.

Fehler Nr. 2: Der falsche Zeitpunkt

Wenn du beschlossen hast, dein Kind aktiv dabei zu unterstützen, sauber zu werden, indem du zum Beispiel die Windel einfach weglässt und verstärkt das Töpfchen anbietest, ist daran erst einmal nichts verkehrt. Es gibt aber wie für alle Dinge im Leben günstige und ungünstige Zeitpunkte, um zu beginnen. Günstig wäre zu warten, bis dein Kind tatsächlich alle Reifezeichen zeigt. Außerdem sollte das Familienleben gerade relativ entspannt laufen und das Kind in keiner schwierigen Phase stecken. Am besten eignet sich immer die Sommerzeit, aber auch Urlaub oder zumindest verlängerte Wochenenden bieten sich an. Wenn du jedoch auf Biegen und Brechen versuchst, dein Programm z.B. während einer Umbruchphase durchzuziehen, dann werden deine Bemühungen wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt sein. Denn zu viele neue Eindrücke verunsichern Kinder stark. Sicherheit braucht es aber, um seinen Körper entspannt kennenlernen zu können. Warte also lieber ab, bis sich die Wogen geglättet haben.

Fehler Nr. 3: Die übereifrigen Eltern

Sind die Reifezeichen da und der Zeitpunkt günstig, werden viele Eltern von Euphorie gepackt. Jetzt muss es doch klappen. Also wird alles Mögliche unternommen, um das Kind bei der Stange zu halten. Die Windel kommt ab, das Töpfchen ist immer in der Nähe und das Kind wird mit ständigem Nachfragen genervt, ob es denn jetzt vielleicht müsse. Dabei merken viele nicht, dass sie es übertreiben. So kommt es, dass die anfängliche Neugier des Kindes schnell verfliegt und es sich wieder anderen Dingen zuwendet, um endlich in Ruhe gelassen zu werden. Dann kann es dauern, bis das Kind wieder Interesse zeigt.
Besser ist es, sich bewusst zu machen, dass es gute und schlechte Tage geben wird. Meist gibt es keinen Durchbruch, sondern Erfolge stellen sich nach und nach ein. Dazwischen wird es immer wieder Zeiten geben, wo das Thema in den Hintergrund rückt oder sogar kleine Rückschritte zu verzeichnen sind. Aber auch das ist okay.

Fehler Nr. 4: Ausschimpfen und Bestrafungen

Früher war es an der Tagesordnung, Kinder hart zu bestrafen, wenn sie sich nicht so verhielten wie gewünscht. Dies betraf auch und gerade die Sauberkeit. Glücklicherweise erkennen immer mehr Eltern, dass Strafen selten zu Erfolgen führen und mit positiver Bestärkung weit mehr erreicht werden kann.
Aber gerade, wenn es über längere Zeit hakt, passiert es schnell, dass Misserfolge dann eben doch persönlich genommen werden und das Kind ausgeschimpft oder mit vorwurfsvollen Blicken belegt wird. Meist rühren Ärger und Enttäuschung daher, dass die Eltern annehmen, dass Kind würde sich absichtlich falsch verhalten, um sie zu ärgern. Und Kinder spüren es, wenn die Eltern enttäuscht sind, selbst wenn diese schweigen. Das kratzt auf Dauer ziemlich am Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein braucht es aber, um entspannt trocken zu werden.

Besser ist es also, die eigene Einstellung zu hinterfragen. Ist mein Kind wirklich schon so weit? Erwarte ich vielleicht zu viel?

Fehler Nr. 5: Fragwürdige Methoden

Gute Ratschläge werden gern verteilt, wenn die Erziehung nicht so läuft wie ursprünglich geplant. Gerade Großeltern und die Eltern, die in der ehemaligen DDR aufwuchsen, sind gern mit Lösungsvorschlägen zur Stelle, wenn das Kind nicht so schnell trocken ist, wie sie das als richtig empfinden. Aber Vorsicht, viele dieser Methoden sind mehr als überholt. Sie wurden von Generation zu Generation weitergegeben, ohne sie jemals zu hinterfragen, nach dem Prinzip „Aus mir ist ja auch etwas geworden, also kann es nicht schlecht sein“. Kann es doch! Schneller trocken wurden die Kinder dadurch nämlich nicht. Die eigenen elterlichen Erfolge werden in der Erinnerung oft verklärt, Misserfolge sind schnell vergessen.

Sieh also lieber davon ab, dein Kind ständig auf den Topf zu setzen, nur damit die Windel trocken bleibt. Reduziere nicht die Trinkmenge, damit es nachts nicht ins Bett macht. Weck es nicht ständig auf, damit es zur Toilette geht. All diese Methoden mögen zwar die Zahl der Unfälle reduzieren, sie beschleunigen aber die Reifung des Kindes keineswegs und können der kindlichen Psyche ganz schön zusetzen. Das Verhältnis zum Kind wird dadurch nachhaltig belastet. Im schlimmsten Fall trägt das Kind einen Knacks davon, der nur mit therapeutischer Begleitung geheilt werden kann.

Besser ist es abzuwarten, bis sich die Reifezeichen zeigen und dem Kind auf seinem Weg zur Selbständigkeit als Helfer und nicht als Lehrer zur Seite zu stehen.

Was Sie selbst tun können Was Sie besser bleibenlassen sollten

  • Das Selbstbewusstsein des Kindes stärken
  • Reifezeichen abwarten
  • Zum richtigen Zeitpunkt Topfangebote machen
  • Das Kind entspannt begleiten
  • Missgeschicke mit Humor nehmen
  • Geduld haben

  • Das Kind drängen oder nerven
  • Das Kind bestrafen oder ausschimpfen
  • Missgeschicke persönlich nehmen
  • Das Kind ständig auf den Topf setzen
  • Nachts wecken, damit das Bett trocken bleibt
  • Abends nichts zu trinken geben, damit das Kind nachts nicht muss

Fazit

Mit dem schnell trocken werden ist es so eine Sache – damit ein Kind trocken wird, braucht es vor allem ein gesundes Selbstbewusstsein und die liebevolle Unterstützung seiner Eltern, die dabei lediglich als Vorbilder und Helfer dienen. Wird zu viel Druck aufgebaut, kann das schnell ins Gegenteil umschlagen. Strafen und kinderunfreundliche Methoden sind sowieso tabu. Besser ist es, entspannt zu bleiben und in das eigene Kind zu vertrauen. Das ist zugegeben manchmal gar nicht so leicht. Aber es lohnt sich!

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