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Mittelohrentzündung beim Baby & Kleinkind: Das ist zu tun

90% aller Kinder haben in den ersten drei Lebensjahren mindestens einmal eine akute Mittelohrentzündung. In der Fachsprache wird sie „Otitis media“ genannt. Manche Kinder haben sie nur einmal, andere gleich mehrfach. Zwischen dem 6. Monat und dem 6. Lebensjahr kommt diese Entzündung besonders häufig vor – vorwiegend im Winter.

Ursachen für eine Mittelohrentzündung bei Babys und Kleinkindern

Eine Mittelohrentzündung wird durch Bakterien oder Viren ausgelöst, die über die Ohrtrompete ins Mittelohr gelangen. Das ist der Teil, der hinter dem Trommelfell liegt. Kleinkinder und Babys sind dafür besonders anfällig, da die Ohrtrompete noch recht kurz ist und die Gewebeflüssigkeit schlechter abfließen kann als bei einem Erwachsenen. Bakterien und Viren können sich so wunderbar verbreiten. Es entstehen Entzündungen und die Schleimhäute schwellen an. In der Folge kann das Sekret gar nicht mehr abfließen und verstopft immer mehr das Innenohr.

Erklärung zur Mittelohrentzündung

Die Gefahr einer Mittelohrentzündung kann durch Immunschwäche, Allergien, übermäßiges Schnullern und Passivrauchen außerdem erhöht werden.

Symptome einer Mittelohrentzündung

Wie bei allen Krankheiten wirst du feststellen, dass dein Baby sehr unruhig ist und viel weint. Auffälliger ist jedoch, dass Kinder sich oft an das betroffene Ohr fassen, es am Kopfkissen schubbern oder ihren Kopf hin und her werfen. Wenn die Schmerzen zunehmen, führt das Berühren des Ohres häufig zu Schreiattacken. Es kann auch sein, dass dein Kind die Nahrungsaufnahme verweigert. Oft haben Kinder bei einer Mittelohrentzündung auch Fieber, Durchfall und erbrechen sich.

Sofern ein blutiges und eitriges Sekret aus dem Ohr läuft ist das ein Indiz für einen Trommelfellriss.

Behandlung der Mittelohrentzündung

Sobald du feststellst, dass es sich um eine Mittelohrentzündung handelt, solltest du dein Kind genau beobachten. In den meisten Fällen heilt eine solche Entzündung, hervorgerufen durch Bakterien innerhalb von 24 bis 48 Stunden wieder ab. Wenn sie länger anhält oder sich verschlimmert, solltest du einen Arzt aufsuchen. Wenn die Entzündung verschleppt wird, besteht die Gefahr, dass sie chronisch wird und langfristige Schäden verursacht, die sogar bis zur Schwerhörigkeit führen können.

Der Kinderarzt wird die Ohren deines Kindes mit einem Otoskop untersuchen, mit dem er eine Entzündung der äußeren Gehörgänge eindeutig von einer Mittelohrentzündung unterscheiden und den Fortschritt beurteilen kann.

Was genau deinem Baby verschrieben wird, entscheidet der Arzt. Grundsätzlich kann man jedoch schleimlösende Präparate verabreichen, die dafür sorgen, dass der Schleim in der Ohrtrompete besser ablaufen kann. Außerdem können kurzzeitig abschwellende Nasentropfen verordnet werden. Der Arzt wird herausfinden, ob es sich um eine Entzündung handelt, die durch Bakterien oder Viren hervorgerufen wurde. Bei einer bakteriellen Infektion kann und sollte mit Antibiotika behandelt werden, bei einer Infektion durch einen Virus würde Antibiotika nicht helfen. Paracetamol-Zäpfchen sind ergänzend gegen die Schmerzen geeignet.

Ohrentropfen helfen bei einer Mittelohrentzündung übrigens nicht, da das Trommelfell dazwischen liegt. Sie haben nur eine Auswirkung bei einer Entzündung der äußeren Gehörgänge.

Die medikamentöse Behandlung kannst du durch Wärme über Rotlicht und ein Kirschkernkissen unterstützen. Achte darauf, dass kein Wasser in Ohr gelangt. Das Ohr sollte beim Duschen abgedeckt sein und der Schwimmunterricht muss vorerst ausfallen. Auch ein Zwiebelwickel hilft: Dazu einfach eine Zwiebel klein schneiden und in ein Tuch (Mulltuch o.Ä.) packen. Danach auf der Heizung oder in der Mikrowelle leicht erwärmen und für 30 bis 60 Minuten aufs Ohr legen.

Einer Mittelohrentzündung vorbeugen

Eine Studie hat gezeigt, dass Säuglinge, die in den ersten drei Monaten gestillt werden, deutlich seltener eine Mittelohrentzündung bekommen. Außerdem sollten Babys den Schnuller nicht permanent im Mund haben. Passivrauchen gefährdet Kinder ebenfalls, deshalb am besten eine rauchfreie Umgebung schaffen.

Musstest du Erfahrungen mit einer Mittelohrentzündung beim Baby oder Kleinkind sammeln? Schreib uns deine Tipps in die Kommentare! 

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