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Maßnahmen zur Altersvorsorge – So bist du und deine Familie finanziell abgesichert

Immer mehr ältere Menschen und sinkende Rentenbeiträge – das Problem mit dem geringen Einkommen im Alter und die oft daraus folgende Altersarmut ist nicht neu, wird sich aber so schnell auch nicht bessern. Umso wichtiger ist es, dass du rechtzeitig an später denkst und dich um deine finanzielle Vorsorge kümmerst, die den gesetzlichen Rentenbetrag aufstockt. Das kommt letztendlich auch deinem Partner und deinen Kindern zugute. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich für das Alter ein Geldpolster anzulegen.

Rentenversicherungen – gesetzlich, betrieblich und privat

In Deutschland beginnt die Auszahlung der Rente, sobald du die vorgegebene Altersgrenze erreicht und die Rente beantragt hast. Bei einer Erwerbsminderung setzt die Zahlung schon früher ein und im Todesfall bekommen dein Ehepartner und die Kinder die Hinterbliebenenrente für Witwen, Witwer und Waisen.

Das System der Rentenvorsorge ist in Deutschland recht komplex und teilt sich in drei Säulen auf: Die erste Säule sind mehrere gesetzliche Regelsysteme zur Altersvorsorge, die zweite Säule ist die betriebliche Altersvorsorge und die dritte Säule die private Altersvorsorge.

1. Gesetzliche Regelsysteme

Jeder, der erwerbstätig ist, ist ohne eigenes Zutun Teil der gesetzlichen Altersvorsorge. Durch die Beitragszahlungen, die im Zusammenhang mit dem Lohnerhalt automatisch erfolgen, hast du also Anspruch auf die gesetzliche Rente.

Je nach Berufsgruppe fällst du als Erwerbstätiger in eine der Unterkategorien der gesetzlichen Altersvorsorge. So gibt es eigene Systeme für Beamte, Landwirte und Freiberufler.

  • Beamte: Alle, die in einem öffentlich-rechtlichen Beruf arbeiten, fallen unter das Beamten- bzw. Soldatenversorgungsgesetz. Dazu zählen neben Beamten und Berufssoldaten auch Richter und jeweils die Hinterbliebenen.
  • Landwirte: Selbstständige sind von der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschlossen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Landwirte und einzelne Gruppen der Freiberufler sind in Sondersystemen erfasst. Die Träger der Altersvorsorge für Landwirte sind die landwirtschaftlichen Alterskassen, die bei den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften eingerichtet sind. Versichert sind seit 1995 auch mitarbeitende Familienangehörige des Unternehmens sowie Ehegatten.
  • Freiberufler: Freiberufler im Sinne von Selbstständigen in kammerfähigen Berufen werden ebenfalls in einem eigenen Vorsorgesystem erfasst, den berufsständischen Versorgungswerken. Zu dieser Berufsgruppe zählen Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Architekten und alle rechts- und steuerberatenden Berufe.
    Freiberufler im Sinne von selbstständigen Künstlern und Publizisten fallen in die Künstlersozialversicherung.

2. Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge gliedert sich in die betriebliche Altersversorgung in der Privatwirtschaft und die Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst.

In der Privatwirtschaft entscheidet der Arbeitgeber oder tarifvertragliche Vereinbarungen darüber, ob du als Angestellter die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge hast oder nicht. Aus diesem Grund gilt diese Art der finanziellen Stütze im Alter im Unterschied zur gesetzlichen Altersvorsorge nicht für jeden Erwerbstätigen.

Im öffentlichen Dienst sieht das wieder anders aus. Hier werden alle Beschäftigten in der betrieblichen Altersvorsorge erfasst, da es tarifvertraglich so festgelegt worden ist.

betriebliche Altersvorsorge

Generell stockt die betriebliche Altersvorsorge die Leistungen der gesetzlichen Altersvorsorge auf und ergänzt sie. Diese zusätzlichen Auszahlungen können dich vor der Altersarmut bewahren und deine Familie finanziell absichern.

3. Private Altersvorsorge

Die Höhe des Rentenbeitrags fällt hierzulande allerdings immer schmaler aus, da es immer mehr Rentenbezieher, gleichzeitig aber immer weniger Beitragszahler für die Rentenkassen gibt. Zusätzlich drücken Faktoren wie die Arbeitslosigkeit die Rente, denn die Beiträge fallen hier viel geringer aus als bei Erwerbstätigen.

Der zu erwartende Rentenbetrag ist grundsätzlich niedriger als das letzte zu erwartende Netto-Einkommen vor Rentenbeginn. Diese Differenz ist die sogenannte Versorgungslücke. Du kannst annähernd genau berechnen, wie hoch diese Versorgungslücke ausfallen würde in dem Fall, dass du nur in der gesetzlichen, eventuell auch in der betrieblichen Altersvorsorge bist.

Wenn du zusätzlich privat für dein Alter vorsorgst, kannst du die Versorgungslücke verringern. Denn für das Einzahlen in eine private Rentenversicherung erhältst du bei Renteneintritt einen zusätzlichen Rentenbeitrag. Allerdings wird den Versicherten nur ein Teil der Auszahlung garantiert, der restliche Betrag – auch Gewinnrente genannt – kann unter Umständen von dem Versicherer gekürzt werden. Ein Grund für eine solche Kürzung wäre zum Beispiel ein zu geringer Geschäftserfolg.

Staatlich geförderte Vorsorge

Eine weitere Möglichkeit, wie du für das Alter vorsorgen kannst, sind staatlich geförderte Vorsorgeprogramme, die Riester-Rente und die Rürup-Rente.

1. Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine privat finanzierte Rente. Sie richtet sich an Beamte, Angestellte und Arbeiter. Dazu gehören unter anderem Amtsträger (zum Beispiel Notare oder Minister), rentenversicherungspflichtige Selbstständige (zum Beispiel Landwirte oder Handwerker), Erwerbsgeminderte, Dienstunfähige sowie Kindererziehende für die Dauer der Kindererziehungszeit. Wenn du kein Teil der zulageberechtigten Berufsgruppen bist, dein Ehepartner aber einen Anspruch auf die Riester-Förderung hat, kannst du sie ebenfalls zur Altersvorsorge nutzen.

Eine Riester-Rente kannst du bei einem entsprechenden Anbieter wie etwa einer Bank oder einer Versicherung abschließen. Wie hoch der monatliche Betrag ist, den du in die Vorsorge einbezahlen möchtest, liegt ganz bei dir, abgesehen von einem sogenannten Sockelbetrag von fünf Euro im Monat, sprich 60 Euro im Jahr. Wer die volle staatliche Förderung erhalten möchte, muss einen Mindesteigenbetrag von vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen, maximal 2.100 Euro.

Die Riester-Rente wird zum Renteneintritt vollständig ausbezahlt, dazu kommen noch jährliche Zulagen vom Staat. Die Grundzulage beträgt 154 Euro pro Person plus Kinderzulage. Für Kinder, die bis Ende 2007 geboren wurden, bekommst du 185 Euro, für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, sogar 300 Euro extra.

Die Beiträge für die Riester-Rente kannst du von der Steuer absetzen, wobei sich die Höhe des Steuervorteils an der Einkommenssteuer orientiert. Aus diesem Grund ist die Riester-Rente eher für Geringverdiener mit mehreren Kindern oder für Besserverdiener ohne Kinder sinnvoll. Beim Eintritt in das Rentenalter wird allerdings der gesamte gezahlte Beitrag nachträglich versteuert. Fällt der Steuersatz im Alter geringer aus als im Erwerbsleben, lohnt sich die Riester-Rente als Anlage.

2. Rürup-Rente

Als Gegenmodell zu der Riester-Rente richtet sich die Rürup-Rente insbesondere an Selbstständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, daher nicht in die gesetzliche Rentenkasse oder eine berufsspezifische Altersvorsorge einbezahlen, und auch keinen Anspruch auf eine Betriebsrente haben. Als Selbstständiger kannst du daher die Rürup-Rente als alleinige Anlageform, als sogenannte Basisvorsorge wählen.

Doch auch als Beamter und Angestellter kannst du diese staatlich geförderte Vorsorge für dich nutzen und damit deinen Rentenbetrag aufstocken. Das bringt allerdings nur steuerliche Vorteile, solange die Beiträge für die Rürup-Rente und die gesetzliche Rentenversicherung bzw. das Versorgungswerk den Höchstbetrag der Basisvorsorge nicht überschreiten.

Ob für dich die Rürup-Rente sinnvoll ist oder nicht, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Zum Beispiel kommt es auf das monatliche Einkommen an. Denn je mehr du verdienst und je höher der Betrag ist, den du für die Rürup-Rente einbezahlst, desto größer fallen deine steuerlichen Vorteile während der Ansparphase aus. Wer dagegen ein geringes Einkommen hat und entsprechend wenig Steuern zahlt, wird durch eine Rürup-Rente eher keine steuerlichen Vorteile erzielen.

Zudem solltest du beachten, wie viele Jahre noch verbleiben, bis du in Rente gehst, sprich wie viel Zeit du noch für die Ansparphase hast. Wenn du noch andere Altersvorsorgemaßnahmen getroffen hast, wirkt sich das ebenfalls auf den Nutzen der Rürup-Rente aus. Bei Eintritt in das Rentenalter wird ein Teil der gezahlten Beiträge in Abstimmung mit dem Einkommensteuersatz nachträglich versteuert.

Die Riester-Rente und die Rürup-Rente sind als Anlagenformen stark umstritten. Bei Kritikern gelten diese staatlichen Förderprogramme als eher ineffizient und gerade in Zeiten der niedrigen Zinsen als nicht sinnvoll. Ob sich die Riester- bzw. Rürup-Rente für dich lohnt, solltest du in einer ausführlichen Beratung ermitteln.

Eigenheim

Lebensversicherung – finanzielle Stütze für Hinterbliebene

Du kannst die finanzielle Absicherung für deine Familie auch durch eine Risikolebensversicherung gewährleisten und aufstocken. Solltest du vor Ablauf des Versicherungsvertrages sterben, geht der vertraglich festgelegte Betrag deiner Risikolebensversicherung an deine Hinterbliebenen.

Mit diesem Geld sind sie je nach Betragshöhe finanziell versorgt und können bestehende Kreditraten abbezahlen oder die Zahlungen für den Lebensunterhalt leisten. Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn der Partner nur ein geringfügiges Einkommen hat und die Kinder noch nicht erwerbstätig sind.

Während die Risikolebensversicherung nur im Todesfall greift, kannst du dir eine Kapitallebensversicherung auch frühzeitig als private Altersvorsorge auszahlen lassen. Allerdings fällt dann in der Regel der Betrag wesentlich geringer aus als nach Ende der Vertragslaufzeit.

Wohneigentum

Eine weitere Möglichkeit, um für das Alter finanzielle Rücklagen zu schaffen, bietet der Besitz von Wohneigentum. Wenn du ein Haus hast, das bis zu deiner Rente abbezahlt ist und von dir selbst genutzt wird, sparst du dir im Alter die Mietzahlungen. Das kann für dein finanzielles Polster viel ausmachen.

Es hat aber noch weitere Vorteile, eine eigene Immobilie zu haben. Denn auch wenn du dein Haus nicht selbst nutzt, kannst du durch die regelmäßigen Mieteinnahmen neben der Rente ein solides Zusatzeinkommen erzielen. Immobilien, die gut gepflegt sind, werden Experten zufolge in wirtschaftlich wachsenden Regionen noch über Jahrzehnte wertstabil bleiben.

Der Immobilienwert ist im Gegensatz zu anderen Anlageformen kaum von Inflationen betroffen. Falls du dein Haus verkaufst, kann dir das entscheidende finanzielle Vorteile einbringen. Allerdings ist der Wert einer Immobilie stark von der Lage abhängig. Aufgrund der Wohnsituation sind zum Beispiel Einfamilienhäuser und Wohnungen in Städten sehr gefragt.

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