Let’s travel together.

Künstliche Befruchtung: Kosten, Chancen & Risiken

Immer mehr Paare bleiben heutzutage ungewollt kinderlos. Gründe dafür gibt es viele. Wenn alle natürlichen Mittel ausgeschöpft sind, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen, bleibt meist nur die künstliche Befruchtung und der Gang in eine Kinderwunschklinik. Glücklicherweise stehen mittlerweile einige Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung zur Verfügung, damit es mit dem Baby doch noch klappt. Welche es gibt, wie viel sie kosten, welche Chancen sie bieten und welche Risiken sie bergen können, haben wir im folgenden Artikel für dich zusammengestellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gängigsten Verfahren für eine künstliche Befruchtung sind IUI, IVF und ICSI.
  • Im Schnitt werden 60% der Frauen innerhalb von 3-4 Versuchen der künstlichen Befruchtung schwanger.
  • Der tatsächliche Erfolg hängt vom Grund der Unfruchtbarkeit, dem Alter und dem Gesundheitszustand ab.
  • Auch wenn die Methoden sehr sicher sind, gibt es dennoch Risiken für die Frau, für das ungeborene Kind und mitunter auch für den Mann.
  • Werden einige Versuche benötigt, laufen je nach Methode Kosten in Höhe eines Kleinwagens auf.
  • Unter gewissen Voraussetzungen gibt es finanzielle Hilfe vom Bundesland, vom Bund und bei der Steuer.

Arten der künstlichen Befruchtung

Je nachdem, bei wem und aus welchem Grund Unfruchtbarkeit attestiert wurde, kommen verschiedene Arten künstlicher Befruchtung zum Einsatz. Diese unterscheiden sich vor allem darin, wie Spermien und Eizelle zueinander geführt werden. Im Folgenden stellen wir die gängigsten Methoden für eine künstliche Befruchtung kurz vor.

IUI – Intrauterine Insemination

Die IUI ist die gängigste Form der Insemination (= Samenübertragung). Sie ist die am wenigsten invasive Art der künstlichen Befruchtung, da keine Eizellen oder Spermien entnommen werden müssen. Denn während einer IUI wird lediglich im Labor aufbereitetes Sperma mit einem flexiblen Katheter in die Gebärmutter eingebracht. Das heißt, dass die Spermien ihren Weg zur Eizelle selbst finden müssen.

Das geht natürlich nur, wenn die Eileiter durchlässig genug sind. Vorher wird die Frau hormonell behandelt. Die Hormone stimulieren den Eierstock und sorgen dafür, dass mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit mindestens eine Eizelle herangereift ist, wenn die Insemination stattfindet.

Diese Methode kommt zum Einsatz:

  • wenn die Spermaqualität für eine natürliche Befruchtung nicht ausreicht
  • wenn aus bestimmten Gründen kein Geschlechtsverkehr möglich ist
  • wenn Sperma eines Samenspenders verwendet wird

IVF – In-vitro-Fertilisation

Bei der In-vitro Befruchtung, werden nach hormoneller Vorbehandlung der Frau im Idealfall acht bis zehn Eizellen direkt aus dem Eierstock entnommen. Dieser Vorgang wird Follikelpunktion genannt. Die besten werden ausgesucht und aufbereitet. Dann werden sie in Reagenzglas oder Schälchen mit dem Sperma vermischt und so befruchtet. Die Eizellen, die erfolgreich befruchtet wurden und sich normal weiterentwickeln, können dann als Embryonen wieder in die Gebärmutter übertragen werden.

Da sich nicht jeder Embryo auch wirklich einnistet, werden ein bis drei Embryonen eingesetzt. Deshalb kommt es auf diesem Weg häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften. Die restlichen Embryonen können eingefroren und bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden.

Diese Methode kommt zum Einsatz:

  • wenn die Spermaqualität für eine natürliche Befruchtung nicht ausreicht
  • wenn die Eileiter durchtrennt oder so verklebt sind, dass die Eizellen nicht auf natürliche Weise in die Gebärmutter wandern können.

ICSI – Intrazytoplasmatische Spermieninjektion

Die ICSI-Methode stellt die technisch gesehen aufwendigste Methode der künstlichen Befruchtung dar. Nach hormoneller Vorbehandlung der Frau werden wie bei der IVF-Methode reife Eizellen direkt aus dem Eierstock entnommen und die besten selektiert und aufbereitet.

Anders als bei der IVF-Methode werden geeignete Spermien jedoch genauestens vorselektiert und jeweils eine mithilfe einer winzigen Kanüle direkt in die Eizelle implantiert. Beginnt sich die Eizelle im Brutschrank normal zu entwickeln, wird sie nach 3-5 Tagen mithilfe eines Katheters in die Mitte der Gebärmutter übertragen und nistet sich dort im Idealfall ein.

Diese Methode kommt zum Einsatz:

  • wenn die Spermaqualität so schlecht ist, dass nur wenige gut geformte, frei bewegliche Spermien vorkommen
  • wenn ein vorangegangener IVF-Zyklen erfolglos war
  • wenn die Spermien einzeln direkt aus den Hoden oder Nebenhoden gewonnen wurden (Siehe folgende Methode)

TESE/MESA – Operative Spermienasservierung

Manchmal können keine geeigneten oder bei 10% der untersuchten Männer auch gar keine Spermien im Ejakulat gefunden werden. Wenn keine Möglichkeit besteht, die Samenleiter (z.B. nach Vasektomie oder entzündungsbedingtem Verschluss) wieder durchlässig zu machen, gibt es die Möglichkeit einzelne Spermien direkt aus den Hoden oder Nebenhoden zu entnehmen.

Bei vorliegendem Samenleiterverschluss werden Spermien unter Vollnarkose mithilfe einer Kanüle aus den Nebenhoden gewonnen. Denn dort werden die gereiften Samenzellen „gelagert“. Dieses Verfahren heißt MESA (Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration).

Ist die Spermienproduktion als solche gestört und befinden sich deshalb keine oder zu wenige Spermien im Ejakulat, so finden sich manchmal dennoch ein paar in den Hoden. Um dies zu überprüfen, werden unter Vollnarkose aus beiden Hoden je nach Hodengröße drei und mehr Gewebeproben entnommen und direkt mikroskopisch untersucht. Können bewegliche Spermien entdeckt werden, so wird das Gewebe eingefroren und die Spermien zu einem späteren Zeitpunkt extrahiert. Dieses Verfahren heißt TESE (Testikuläre Spermienextraktion).

Bei beiden Verfahren wird ein so gewonnenes Spermium mithilfe des ICSI-Verfahrens direkt in die vorbereitete Eizelle injiziert.

MESA kommt zum Einsatz

  • wenn ein operativ nicht zu behebender Samenleiterverschluss vorliegt

TESE kommt zum Einsatz

  • wenn die Spermienproduktion als solche gestört ist
  • wenn eine Spermienentnahme aus den Nebenhoden (MESA) nicht möglich ist

So stehen die Chancen bei einer künstlichen Befruchtung

Je nach Alter und Gesundheit der Frau, der Qualität des Spermas, dem diagnostizierten Grund für die ungewollte Fruchtbarkeit und auch abhängig von der verwendeten Methode unterscheiden sich die Chancen für eine Schwangerschaft mithilfe künstlicher Befruchtung sehr.

Wir haben die von den Kinderwunschkliniken genannten Erfolgsquoten mit denen aus Studien verglichen und die Durchschnittswerte für dich zusammengefasst.

Chancen der IUI

  • Bei 5-10% der Frauen kommt es innerhalb eines Versuchs zu einer Schwangerschaft.
  • Nach 3-4 Versuchen beträgt die Erfolgsquote etwa 30%.
  • Nach einem Jahr und mehreren Zyklen sind bis zu 80% der Frauen schwanger.
  • Ab einem Alter von 35 sinken die Chancen, ab 40 sind sie minimal.

Chancen von IVF und ICSI

  • Bei 25-30% der Frauen kommt es beim ersten Versuch zu einer Schwangerschaft.
  • Nach 3-4 Versuchen sind bis zu 60% der Frauen schwanger.
  • Bei jedem weiteren Zyklus sinkt die Chance auf eine Schwangerschaft.
  • In 20-25% der Fälle kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft.

Chancen von MESA und TESE

  • Die Wahrscheinlichkeit, dass Spermien gefunden werden, beträgt ja nach zugrundeliegender Störung 10-80%.
  • Können Spermien entnommen werden, beträgt die Chance auf eine Schwangerschaft 25-30% (ICSI).

Risiken bei künstlicher Befruchtung

Auch wenn die Risiken gering sind, ist es dennoch wichtig, sie zu kennen, um sich bewusst für oder gegen eine künstliche Befruchtung entscheiden zu können. Denn nicht immer ist die Aufklärung in den Kinderwunschkliniken ganz lückenlos.

Risiken der künstlichen Befruchtung für die Frau

  • Wenn in Deutschland bis zu 3 Embryonen eingesetzt werden, kommt es naturgemäß nach IVF und ICSI weit häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften, als bei der normalen Empfängnis. Etwa jede 4. Befruchtung (25%) mit diesen Verfahren führt zu einer Mehrlingsschwangerschaft. Bei normaler Empfängnis liegt die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge bei 0,1% und für Drillinge sogar nur bei 0,01%. Auch bei einer IUI ist wegen der hormonellen Stimulation die Wahrscheinlichkeit größer, dass mehr als eine Eizelle heranreift.
    Eine Mehrlingsschwangerschaft stellt immer eine größere Belastung für die Frau und ein größeres Früh- oder Fehlgeburtsrisiko dar. Je älter die Frau, desto höher das Risiko. Deshalb werden mit steigendem Alter auch lediglich ein bis zwei Embryonen eingesetzt.
  • Ein nicht zu unterschätzendes Risiko bei künstlicher Befruchtung ist die starke psychische Belastung, mit der Paare rechnen müssen. Das Wechselspiel zwischen Bangen, Hoffen, Freude und Enttäuschung kann schon nach ein paar Zyklen an die Substanz gehen. Deshalb ist gerade bei langjähriger Kinderlosigkeit die Unterstützung durch einen Therapeuten ratsam.
  • Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft ist mit 3% vor allem bei IVF und ICSI minimal erhöht.
  • Wenn die Eileiter durch Hormone stimuliert werden, damit so viele Eizellen wie nur möglich heranreifen, kann es zu einer ovariellen Überstimulation kommen, die einer genauen Beobachtung durch den Arzt bedarf. In 0,1-2% der Fälle kommt zu einem schweren Verlauf. Dieser muss meist stationär behandelt werden:

Symptome einer schweren Überstimulation der Eierstöcke

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Oligurie (Veränderung in der Harnausscheidung)
  • (Ober-)Bauchschmerzen
  • Atembeschwerden
  • Zwerchfellreizung
  • Vergrößerte Eierstöcke
  • Rapide Wasseransammlung im Bauch (ca. 1 kg pro Tag Gewichtszunahme)
  • Alle im Rahmen der künstlichen Befruchtung nötigen operativen Eingriffe bergen wie jede Operation das Risiko von Komplikationen. So kann es zu Blutungen oder zu Infektionen kommen, oder aber es werden in seltenen Fällen versehentlich andere Organe verletzt. Auch die Narkose selbst birgt immer ein gewisses Risiko.
  • Während eines Behandlungszyklus erhält die Frau einige Medikamente, die die Eizellreifung anregen, den Eisprung hemmen und ihn dann gezielt auslösen sollen. Dazu kommen Narkotika die während der Eizellentnahme und der Rückübertragung der Embryonen zum Einsatz kommen. Wie bei allen Medikamenten kann es auch hierbei zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen.
  • Die hormonelle Stimulation der Eierstöcke birgt laut einer niederländischen Studie aus dem Jahr 2011 ein erhöhtes Risiko für ovarielle Tumore, vor allem Borderline-Tumore. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Erkrankung mit 0,3% extrem gering.

Risiken der künstlichen Befruchtung für das ungeborene Kind

  • Eine dänische Studie zeigt, dass das Risiko einer Fehlgeburt bei künstlicher Befruchtung (IVF/ICSI) etwa viermal so hoch ist wie bei normaler Zeugung. Anders als vorher angenommen, liegt es weniger am Alter der Frauen, als vielmehr an den Methoden selbst.
  • Laut einer französischen Studie von 2007 (Dr. Géraldine Viot und Kollegen) verdoppelt sich das Risiko für embryonale Fehlbildungen bei künstlicher Befruchtung. 4,25% der untersuchten Kinder, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, kamen mit Geburtsfehlern auf die Welt. Die Gründe hierfür sind nicht abschließend geklärt.

Risiken der künstlichen Befruchtung für den Mann

  • Müssen Samenzellen aus den Hoden oder Nebenhoden extrahiert werden, stellt auch dieser Eingriff eine Operation dar. Dabei kann es zu starken Schmerzen, Schwellungen und Wundheilungsstörungen kommen. Manchmal entzündet sich das operierte Gewebe sogar.
  • Wird Gewebe aus den Hoden entnommen, können sich diese im Anschluss dauerhaft verkleinern. Die Testosteronproduktion verringert sich durch die Gewebeentnahme zeitweilig, allerdings normalisiert sich dieser Zustand im Normalfall wieder.
    In Extremfällen können ein oder beide Hoden durch den Eingriff komplett „untergehen“ (absterben). Dann wäre eine lebenslange Hormonersatztherapie nötig.

Die Kosten künstlicher Befruchtung

Wenn Paare über künstliche Befruchtung nachdenken, müssen sie sich darüber im Klaren sein, dass teils erhebliche Kosten auf sie zu kommen werden. Denn sehr oft klappt es nicht gleich beim ersten Versuch. Und selbst wenn, sind Hormonbehandlungen, operative Eingriffe und Medikamente alles andere als günstig.

Pro Methode haben wir gängige Kosten für dich zusammengetragen. Meist gibt es für die Behandlungen selbst feste Tarife, abhängig davon ob das Paar Selbstzahler, gesetzlich oder privat versichert ist. Jedoch unterscheiden sich die Preise für verwendete Medikamente sehr. Welches bei euch zum Einsatz kommt, müsst ihr mit eurem Arzt am besten vorher klären.

Kosten für eine IUI

Wenn eine Insemination ohne vorherige Stimulation durch Hormone stattfindet, belaufen sich die Kosten auf etwa 200 Euro. Wird die Frau vorher mit Hormonen behandelt, kostet ein Versuch bereits um 900 Euro, Medikamente noch nicht mitgerechnet. Diese schlagen meist mit etwa 750 Euro zu Buche. Meist sind mehrere Versuche nötig, bis es klappt. Manchmal klappt es gar nicht, so dass danach eine IVF probiert werden muss.

Kosten für eine IVF

Die Kosten für eine In-vitro-Befruchtung belaufen sich auf etwa 2.000-3.000 Euro pro Zyklus. Davon entfallen etwa 500-1.500 Euro auf Medikamente und der Rest auf Untersuchungen, Hormonbehandlungen und Eingriffe. Meist sind 3-4 Zyklen notwendig, bis es endlich klappt. In diesem Fall sollte man mit etwa 10.000 Euro rechnen.

Kosten für eine ICSI

Eine ICSI ist etwa 25-50% teurer als eine IVF. Sie kostet, je nachdem wie viele Medikamente benötigt werden, etwa 4.000-6.000 Euro pro Behandlungszyklus. Werden mehrere Zyklen benötigt, bewegen sich die Gesamtkosten also leicht im Kleinwagenbereich.

Kosten für TESE/MESA

Die Kosten für die für die Spermienentnahme notwendigen Eingriffe belaufen sich je nach Klinik auf etwa 800-1.500 Euro. Hinzu kommen Kosten für Medikamente, wenn die Spermienproduktion vorher angeregt werden soll.

Kosten für weitere Leistungen

Meist werden zusätzlich zu den normalen Behandlungen und Medikamenten im Rahmen einer künstlichen Befruchtung ein paar Extras gewünscht. Die Berliner Praxis für Kinderwunsch-Therapie „Helle Mitte“ listet folgende Preise auf:

  • Assisted Hatching (Laserbehandlung an der Hülle) 200 Euro
  • Blastozystenkultur 380 Euro
  • Kryo-Embryotransfer (Eventueller Medikamentenverbrauch, 50 – 300 Euro) 500 Euro
  • Kryokonservierung von befruchteten Eizellen, Sperma, Hodengewebe 400 Euro
  • 6 monatige Verlängerung von Kryomaterial 130 Euro
  • EmbryoGlue 100 Euro

Diese finanziellen Hilfen gibt es

Eine künstliche Befruchtung ist teuer. Werden bestimmte Kriterien erfüllt, gibt es jedoch Hilfe von den Krankenkassen und in einigen Bundesländern auch vom Land sowie vom Staat. Wie genau die Unterstützung aussieht, erfährst du nun.

Das übernimmt die Krankenkasse

Ob und wie viel die Krankenkasse übernimmt richtet sich nach einigen Faktoren. Zum einen müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die künstliche Befruchtung muss „medizinisch erforderlich“ sein.
  • Das Paar muss verheiratet sein.
  • Die Frau muss 25-40 Jahre alt sein.
  • Der Mann muss 25-40 Jahre alt sein.
  • Der eingereichte Behandlungsplan inklusive einer Kostenschätzung muss so von der Kasse genehmigt werden.
  • Die Ehepartner müsste beide HIV-negativ sein.
  • Die Frau muss über einen ausreichenden Röteln-Schutz verfügen.

Sind diese Bedingungen erfüllt, übernehmen gesetzliche Kassen meist 50% der Kosten. Einige wenige tragen sogar den vollen Anteil (Ausnahmen siehe nächster Punkt).

Wie viel die private Kasse übernimmt, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Wenn ein konkreter ärztlicher Befund für den eigenen Versicherten vorliegt, der eine künstliche Befruchtung als einzige Chance auf Nachkommen vorsieht, so werden bis zu 100% von den privaten Kassen übernommen.

Das übernimmt die Krankenkasse nicht

Einige Leistungen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung werden von den Kassen in der Regel NICHT bezahlt:

  • TESE/MESA (operative Spermienentnahme aus den Hoden bzw. Nebenhoden)
  • die Befruchtung mithilfe von Spendersamen
  • andere Extras wie z.B. Kryokonservierung (Einfrieren), Assisted Hatching, EmbryoGlue

Wenn die Unfruchtbarkeit auf einer bewusst herbeigeführten Sterilität von Mann oder Frau beruht, zahlen die Kassen ebenfalls nicht.

Diese Zuschüsse gibt es vom Staat

Wenn man von „Staat“ spricht, muss differenziert betrachtet werden. Unterstützung kann es vom Bund, von den Bundesländern und bei der Steuer geben.

Seit der Änderung der Bundesförderrichtlinie zur „Unterstützung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion“ im Jahr 2016 sollen auch unverheiratete Paare unterstützt werden. Allerdings schließt der Bund eine Förderung in den Bundesländern generell aus, die sich nicht an den Kosten für eine künstliche Befruchtung beteiligen. Lebt man also in einem Bundesland, dass nicht mit einem eigenen Landesförderprogramm teilnimmt, hat man das Nachsehen.

Ob dein Bundesland fördert, kannst du hier nachlesen:
http://www.informationsportal-kinderwunsch.de/startseite/ (Seite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Hast du Glück und alle Voraussetzungen sind erfüllt, so werden laut BAFzA (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben) folgende Kosten getragen:

  • für verheiratete Paare bei der ersten bis vierten Behandlung bis zu 25% des ihnen nach Abrechnung mit der Krankenversicherung verbleibenden Eigenanteil
  • für Paare, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben, für die erste bis dritte Behandlung bis zu 12,5% und für die vierte Behandlung bis zu 25% des ihnen verbleibenden Selbstkostenanteils. Da unverheiratete Paare von den Kassen in der Regel nichts zu erwarten haben, sind also 87,5% der Kosten für die ersten drei Zyklen selbst zu tragen.

Dies sind laut BAFzA die genauen Bedingungen für eine staatliche Förderung in der Übersicht:

  • Das Wohnsitz-Bundesland fördert mindestens in gleicher Höhe (zusätzliche Voraussetzungen können von dem Bundesland verlangt werden).
  • Ihr seid miteinander verheiratet oder leben in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft.
  • Ihr habt euren Hauptwohnsitz im Bundesgebiet.
  • Ihr nutzt eine Reproduktionseinrichtung im Bundesgebiet.
  • Ihr wollt eine IVF-Behandlung oder ICSI-Behandlung durchführen lassen.
  • Ihr lasst die erste bis vierte Behandlung durchführen.
  • Es liegt eine ärztliche Feststellung zur Erforderlichkeit der Behandlungsmaßnahmen vor.
  • Es liegt eine ärztliche Feststellung der hinreichenden Erfolgsaussicht der Kinderwunschbehandlung vor.
  • Es werden ausschließlich Ei- und Samenzellen der Partner verwendet.
  • Es gab eine vorherige medizinische und psychosoziale Beratung bei einem nicht die Behandlung durchführenden Arzt.
  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt, der Mann zwischen 25 und 50.

Künstliche Befruchtung von der Steuer absetzen

Eine Kinderwunschbehandlung kann oft in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, wenn die Krankenkasse nicht zahlt. Auch wenn die Krankenkasse einen Teil übernimmt, kann der verbleibende Teil steuerlich abgesetzt werden. Wenn der Mann unfruchtbar ist oder es sich um ein lesbisches Paar handelt, kann sogar eine künstliche Befruchtung mit Spendersamen steuerlich geltend gemacht werden.

Voraussetzungen sind:

  • Es handelt sich um eine aus medizinischer Sicht notwendige IVF oder ICSI-Behandlung.
  • Die Behandlung stimmt mit den Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen überein.

Fazit

Ein unerfüllter Kinderwunsch stellt eine ziemliche Belastung für Körper und Seele dar. Mit den weit entwickelten Methoden der künstlichen Befruchtung dürfen heutzutage auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch berechtigterweise hoffen, doch noch ein Baby im Arm halten zu dürfen. Ganz ohne Risiko ist diese Art der Zeugung jedoch nicht. Und die Kosten sind ebenfalls horrend, auch wenn es Fördermöglichkeiten gibt. Eine Garantie gibt nicht. Aber wenn es nach langer Zeit dann doch endlich klappt, war es jede Mühe wert. Wir wünschen dir viel Glück!

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Hast du noch weitere Fragen zum Thema künstliche Befruchtung? Dann schreib uns gern einen Kommentar!

Weitere Artikel zum Thema Kinderwunsch

  • NFP: Überblick und Tipps zur natürlichen Familienplanung
  • Eisprungrechner: fruchtbare Tage berechnen mit dem Eisprungkalender
  • Schnell schwanger werden: Die 7 besten Tipps
  • Schwangerschaftstests: Ab wann und wie zuverlässig sind sie?
  • Folsäure bei Kinderwunsch: Das sollten Sie wissen!
  • Ovulationstest: So werden Sie zielsicher schwanger!
  • Kein gutes Sperma – das können Sie bei Kinderwunsch tun
  • Schwanger werden: Der ultimative Kinderwunsch-Guide
  • Kräuter bei Kinderwunsch: Mönchspfeffer, Frauenmantel und mehr
  • Die top Schwangerschaftsanzeichen: Erkennen ob Sie schwanger sind!
  • Schwanger trotz Periode – Geht das?
  • Zyklustee bei Kinderwunsch: Was steckt dahinter?
  • Zervixschleim: Fruchtbare Tage bestimmen & schwanger werden
  • Schwanger trotz Pille: Anzeichen, Ursachen & Vorbeugung
Das könnte dir auch gefallen