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Krankenhaus, Geburtshaus oder Hausgeburt: deine Entscheidung

Die Geburt deines Babys soll für dich ein unvergessliches Erlebnis sein. Das Gefühl, endlich den Nachwuchs in den Armen zu halten, ist unbeschreiblich. Doch wie du diesen Weg dorthin gehst, hängt ganz von deiner Entscheidung für einen Geburtsort ab. Dabei hast du die Wahl zwischen drei Möglichkeiten: Geburtshaus, Hausgeburt oder Krankenhaus.

Eine schwere Entscheidung – wo soll ich entbinden?

Hast du den positiven Schwangerschaftstest in der Hand, verschwendest du vermutlich noch keinen Gedanken darüber, wo du gerne entbinden möchtest. Nach dem ersten Trimester der Schwangerschaft ist es jedoch empfehlenswert, sich zumindest Gedanken darüber zu machen, welche der Möglichkeiten für dich interessant sein könnte.

Rund 90% der werdenden Mütter entscheiden sich für eine Entbindung im Krankenhaus, nur 2% möchten dagegen eine Hausgeburt durchführen. Als häufiger Grund für diese Entscheidung wird das erhöhte Risiko bei einer Hausgeburt genannt. Schon lange gibt es bei diesem Thema Uneinigkeit zwischen Ärzten und Hebammen. Mit dieser Thematik hat sich eine Studie beschäftigt, die im Jahr 2011 in Großbritannien durchgeführt wurde. Die Erhebung wurde im „British Medical Journal“ veröffentlicht. In der Studie wurden die Geburten von mehr als 55.000 Frauen erfasst. 10.000 Frauen haben ihr Baby in einem Geburtshaus zur Welt gebracht, 30.000 in einer Klinik und 17.000 zu Hause. Komplikationen traten bei 4,3 Fällen von 1.000 auf. Zu erkennen ist, dass die Komplikationen unabhängig vom Geburtsort eintraten. Das heißt, sowohl bei der Hausgeburt als auch in einer Klinik sind diese möglich.

Hast du eine komplikationslose Schwangerschaft, stehen dir drei Möglichkeiten für die Geburt offen. Du kannst dich für eine Hausgeburt, eine Geburt im Geburtshaus oder die Entbindung in der Klinik entscheiden. Alle drei Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

1. Die Entscheidung für die Hausgeburt

Oft ist die Entscheidung für die Hausgeburt eine Entscheidung, die du mit dem Herzen triffst. DU wünschst dir, dein Baby an einem Ort in Empfang zu nehmen, an dem du zu Hause bist. Auch der Gedanke an eine selbstbestimmte Geburt steht im Vordergrund. Eine Hausgeburt kann zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, wenn du eine gute Hebamme an deiner Seite hast. Die Suche nach dieser Hebamme ist heute schwierig. Das hohe Regressrisiko sowie die schlechte Bezahlung machen den Beruf nicht mehr attraktiv. Hebammen treten kürzer und betreuen weniger Geburten. Damit sinkt auch die Zahl an Hebammen, die eine Hausgeburt betreuen.

Findest du eine Hebamme, die deinen Wunsch unterstützt und verläuft deine Schwangerschaft ohne Komplikationen, ist die Hausgeburt für die werdenden Eltern eine tolle Möglichkeit, in aller Ruhe das Baby zu empfangen. Hier fühlst du dich wohl, kannst entspannen und erlebst eine natürliche Geburt.

Als Nachteil ist anzubringen, dass bei Komplikationen die Versorgung nicht so schnell gewährleistet wird, wie in einem Krankenhaus. Erfahrene Hebammen können Geburtskomplikationen sehr gut einschätzen und reagieren schnell. Das Risiko im Vergleich zur Entbindung in einer Klinik ist jedoch minimal höher. Dazu kommen die fehlenden Möglichkeiten für eine Schmerzmedikation. Das Legen einer PDA ist bei einer Hausgeburt nicht möglich. Deine Hebamme hat jedoch Alternativen, um die Schmerzen ein Stück weit zu lindern. In einem Vorgespräch wirst du über Risiken und Möglichkeiten aufgeklärt.

2. Die Entscheidung für das Geburtshaus

Eine ebenfalls sehr private Atmosphäre bietet ein Geburtshaus. Dieses wird in den meisten Fällen durch Hebammen geführt. Die Hebammen haben ein hervorragendes Kontaktnetz zu den Ärzten in der Umgebung. Damit soll gewährleistet werden, dass du und dein Baby gut versorgt seid. In einem Geburtshaus hast du besonders viele Möglichkeiten für die selbstbestimmte Geburt. Die Räume sind sehr wohnlich eingerichtet, Sie findest einen Gebärstuhl ebenso vor, wie eine Wanne oder ein Seil. Die natürliche Geburt wird stark fokussiert, sie darfst selbstbestimmt die Position für die Geburt wählen.

Die Nachteile bei der Entbindung in einem Geburtshaus entsprechen den Schwierigkeiten, die bei einer Geburt zu Hause ebenfalls auftreten können. Durch die fehlenden medizinischen Anschlüsse kann die Versorgung in einem Notfall länger dauern. Auch im Geburtshaus steht dir eine PDA nicht zur Verfügung. Sollte eine PDA kurzfristig als notwendig erachtet werden oder es andere Komplikationen geben, findet eine spontane Einweisung in die nächst gelegene Klinik statt.

Die Kosten des Geburtshauses werden jedoch nicht von jeder Krankenkasse übernommen. Informier dich daher rechtzeitig. Dies kann auch ein Kriterium für einen Krankenkassenwechsel sein.

3. Die Entscheidung für die Klinikgeburt

Die Klinikgeburt ist für die meisten werdenden Eltern die sicherste Entscheidung. Hier hast du die Sicherheit der direkten Versorgung durch das medizinische Personal. Hebammen und Ärzte haben Zugriff auf die verschiedensten Medikationen zur Erleichterung der Schmerzen.

Dennoch bleibt die Sorge, wie selbstbestimmt du in einer Klinik wirklich gebären kannst. Die Berichte von Klinikgeburten verunsichern zusätzlich. Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren viel getan. Das Geburtsbett ist nicht mehr die einzige Möglichkeit für dich, in der Klinik zu entbinden. Kreißsäle wurden angepasst. Es gibt Wannen sowie Seile und auch Hocker, mit deren Hilfe du im Sitzen oder im Stehen und Hocken entbinden kannst.

Eine besondere Möglichkeit ist es, sich ein Krankenhaus auszuwählen, das einen hebammengeführten Kreißsaal hat. Dies bedeutet, hier ist nur dann ein Arzt dabei, wenn es Komplikationen gibt. Dadurch hast du ähnliche Voraussetzungen, wie in einem Geburtshaus. Allerdings musst du dich in der Klinik darauf einstellen, dass nie vorhergesagt werden kann, wie viele Geburten an einem Tag übernommen werden. Es kann daher im Einzelfall auch mal hektisch werden und das Personal muss sich „zerteilen“.

Auch dann, wenn du spezielle Vorstellungen von der Entbindung hast, kannst du eine Klinik in Betracht ziehen. In einem Vorgespräch hast du die Möglichkeit, einen Geburtsplan abzugeben und die Geburt zu besprechen. In deinem Geburtsplan vermerkst du, welche Wünsche du hast. Diese können sich auf deine Begleitung bei der Geburt, die Medikation und die Zeit nach der Entbindung beziehen. Soweit möglich, werden die Hebammen den Plan umsetzen.

Nimm dir Zeit für die Suche

Bist du unsicher, welcher Geburtsort und welche Variante für dich richtig sind, kannst du in aller Ruhe die verschiedenen Angebote ansehen und dir ein Bild machen. Sowohl Kliniken als auch Geburtshäuser bieten die Möglichkeit, den Kreißsaal zu besichtigen. Hier kannst du mit den Hebammen ins Gespräch kommen und ein Gefühl dafür bekommen, ob du dir eine Geburt vor Ort vorstellen kannst.

Die Besichtigungen kannst du bereits im zweiten Trimester durchführen. Das erleichtert dir die Entscheidung und du hast noch ausreichend Zeit, um dir Gedanken darüber zu machen, wo du entbinden möchtest.

Nutz ruhig auch die Erfahrungsberichte aus dem Freundeskreis. Die subjektiven Empfindungen von Menschen, die dir wichtig sind, können das Zünglein an der Waage sein, wenn es um eine endgültige Entscheidung geht.

Wichtiger Hinweis: Kommt es dazu, dass du mit dem Krankenwagen zur Entbindung gefahren werden musst, bringt der Transport dich in das nächste Krankenhaus. Es ist unerheblich, ob du hier gemeldet bist oder nicht.

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