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Gut zu wissen: Das sind die Steuervorteile mit Kindern

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Ein Kind kostet eine Menge Geld. Ein wenig davon können sich Eltern zum Beispiel über die Steuererklärung zurückholen. Welche Vorteile du genau mit Kindern hast, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt viele verschiedene steuerliche Vorteile für Eltern
  • Der Staat unterstützt Eltern mit Leistungen wie z.B. Kindergeld oder der Kinderzulage bei der Riester-Rente
  • In der Steuererklärung immer die Anlage Kind ausfüllen, um Betreuungskosten, Schulgeld etc. geltend zu machen
  • Ab dem 18. Geburtstag des Kindes müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, damit die Eltern weiterhin Steuervorteile erhalten

Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Zahlreiche Vorteile im Steuerrecht hängen vom Kindergeldanspruch ab, deshalb solltet ihr als Eltern unbedingt Kindergeld beantragen. Stellt den Antrag möglichst direkt nach der Geburt, denn es wird nur für 6 Monate rückwirkend gezahlt.

Den Antrag stellt man bei der Familienkasse. Die entsprechenden Formulare findest du hier.

Kindergeld:

So viel Kindergeld gibt es:

Anzahl Kinder ab Juli 2019 vor Juli 2019
1. und 2. Kind 204 Euro 194 Euro
3. Kind 210 Euro 200 Euro
Ab 4. Kind 235 Euro 225 Euro

Kinderfreibetrag:
Der Kinderfreibetrag besteht aus zwei Teilen, zum einen aus dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes in Höhe von 2.394 Euro und dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf in Höhe von 1.320 Euro. Hierbei handelt es sich um Jahresbeträge für eine Person, d.h. wenn du verheiratet bist und mit deiner Frau / deinem Mann zusammen veranlagt wirst, verdoppeln sich die Beträge.

Der Unterschied zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag liegt darin, dass das Kindergeld jeden Monat an einen Elternteil ausgezahlt wird, der Kinderfreibetrag wird erst bei der steuerlichen Veranlagung gewährt. Man könnte also sagen, dass das Kindergeld eine Vorauszahlung auf den Steuervorteil ist. Du musst hierfür nichts weiter tun, als die Anlage(n) Kind in der Steuererklärung vollständig auszufüllen. Oftmals ist durch das Kindergeld das Optimum bereits erreicht.

Mit der Einkommensteuererklärung nimmt das Finanzamt automatisch eine sogenannte „Günstigerprüfung“ vor, ob in dem jeweiligen Jahr das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag finanziell günstiger ist. Es gibt nicht beides parallel. Solange der Anspruch auf Kindergeld / Kinderfreibetrag besteht, wird diese Prüfung jedes Jahr mit der Veranlagung zur Einkommensteuer durchgeführt.

Vorteile durch Kinder in der Gehaltsabrechnung

Die Anzahl der Kinder spielt auch bei der Lohnabrechnung eine Rolle. Durch die vermerkte Anzahl der Kinderfreibeträge, bei den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) der Steuerklassen I, II, III und IV, verringert sich die Steuerlast beim Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer. Weiterhin entfällt bei der Pflegeversicherung der Zuschlag für Kinderlose.

Außerdem können Arbeitgeber, steuer- und sozialversicherungsfrei, die folgenden Aufwendungen zusätzlich (!) zum ohnehin geschuldeten Gehalt übernehmen:

  • Erstattung von Kindergartenkosten bzw. Kosten einer Tagesmutter für nicht schulpflichtige Kinder
  • Ein Zuschuss zu den vorgenannten Aufwendungen

Das hat den Vorteil, dass diese Aufwendungen nicht zusätzlich aus dem versteuerten Gehalt zu leisten sind, sondern dir der Beitrag, z.B. für die Kita, brutto für netto ausgezahlt wird. Du solltest dem Arbeitgeber gegenüber einen entsprechenden Nachweis erbringen können, dass dir diese Kosten auch wirklich entstehen. Wichtig ist, diese Rechnungen nicht in bar zu bezahlen, anderenfalls kann der Arbeitgeber dir diese nicht steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Du solltest deinen Vorgesetzten direkt auf dieses Thema ansprechen und erwähnen, dass es für ihn ebenfalls steuerliche Vorteile hat. Und viel mehr Aufwand hat er mit deiner Lohn- oder Gehaltsabrechnung auch nicht. Wahrscheinlich benutzt er sowieso eine Buchhaltungssoftware wie diese. Darin muss er die neuen Werte nur einmalig eintragen. Den Rest übernimmt das Programm.

Betreuungskosten

Kinder bis zum 14. Geburtstag:
Wenn dein Arbeitgeber die Aufwendungen für die Betreuung deines Kindes (z.B. Kita-Zuschuss) nicht zusätzlich zu deinem Gehalt übernehmen möchte oder dein Kind schulpflichtig geworden ist, kannst du 2/3 dieser Betreuungskosten, maximal 4.000 Euro je Kind, ab der Geburt, bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres, als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben.

Tipp: Oftmals helfen die Großeltern oder andere Familienglieder kostenlos aus, um dein Kind zu betreuen bzw. es auch mal von der Kita oder der Tagesmutter abzuholen. Wenn du ihnen die dabei entstehenden Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel oder ihr eigenes Auto erstattest, gehören diese für dich zu den Betreuungskosten. Für jeden gefahrenen Kilometer kannst du in diesen Fällen 0,30 Euro pauschal ansetzen oder den Fahrkartenpreis erstatten. Die Vereinbarung über die Erstattung solltet ihr vorher in einem einfachen Vertrag festhalten. Die Zahlungen müssen per Überweisung erfolgen, damit das Finanzamt diese steuerlich anerkennt.

Übrigens: Wenn die Betreuung durch die Angehörigen kostenlos erfolgt, sind diese Beträge bei den Empfängern nicht zu versteuern.

Kinder ab dem 14. Geburtstag:
Nach dem 14. Geburtstag können die Betreuungskosten nicht mehr steuerlich berücksichtigt werden. Eine Ausnahme gilt jedoch für Kinder mit einer vor dem 25. Lebensjahr eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung, die sich nicht selbst unterhalten oder versorgen können. Für sie dürfen, unabhängig vom Alter, die Betreuungskosten als Sonderausgaben abgezogen werden.

Schulgeld

Besucht dein Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht, eine Privatschule, können bis zu 30% des gezahlten Schulgeldes, maximal 5.000 Euro als Sonderausgaben steuermindernd berücksichtigt werden. Entscheidend ist, dass der Abschluss, der auf dieser Schule erlangt werden kann, anerkannt ist (z.B. Abitur, Fachhochschulreife, Hauptschulabschluss). Ausgenommen vom Abzug sind Aufwendungen für Verpflegung, Beherbergung, Schulkleidung und Fahrtkosten.

Nicht begünstigt sind unter anderem Zahlungen an: Musikschulen, Nachhilfeinstitute, Vorschulen und Feriensprachkurse. Schulgeld für Privatschulen außerhalb der EU wird, wenn es sich nicht um deutsche Schulen handelt, ebenfalls nicht berücksichtigt.

Krankenversicherungsbeiträge der Kinder als Sonderausgaben

Solange du den Anspruch auf Kindergeld / Kinderfreibetrag für dein Kind hast, darfst du die Beiträge zur Krankenversicherung deines Kindes als Sonderausgaben abziehen. Voraussetzung ist, dass du damit wirtschaftlich belastet warst, also du sie auch bezahlt hast. Für die steuerliche Berücksichtigung trägst du die übernommenen Beiträge in der Anlage „Kind“ ein.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Wenn du dein Kind alleine erziehst und in deinem Haushalt keine weiteren volljährigen Personen leben, dann kannst du im Rahmen der Einkommensteuererklärung den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 1.908 Euro (Stand 2019) bekommen. Dieser wird von der Summe der Einkünfte abgezogen. Für jedes weitere Kind erhöht sich dieser Betrag um 240 Euro.

Riester-Kinderzulage

Wenn du eine Riester-Rente abgeschlossen hast, dann profitierst du zunächst von der staatlichen Grundzulage in Höhe von 175 Euro (Stand 2019). Solange du außerdem für dein Kind noch Anspruch auf Kindergeld / Kinderfreibetrag hast, bekommst du zusätzlich die sogenannten Riester-Kinderzulage. Das sind je Kind 300 Euro und du verringerst damit noch einmal den einzuzahlenden Eigenanteil.

Beispiel:

Bruttoeinkommen Kinder Mindesteinzahlungsbetrag (4 % v. Bruttoeinkommen) Maximal geförderter Betrag Zulagen Min. Eigenanteil Max. Eigenanteil
25.000€ 0 1.000€ 2.100€ 175€ 825€ 1.925€
25.000€ 1 1.000€ 2.100€ 475€ 525€ 1.625€
25.000€ 2 1.000€ 2.100€ 775€ 225€ 1.325€

In der Einkommensteuererklärung trägst du die geleisteten Beiträge in der Anlage „AV“ ein. Das Finanzamt prüft dann, ob die Beiträge plus Zulagen als Sonderausgaben abzuziehen günstiger ist, als eine Steuererstattung. Letzteres ist der Fall, wenn die zu erwartende Steuererstattung durch die Beiträge zur Riesterrente, die Höhe der Zulage insgesamt übersteigt.

Wichtig: Du solltest darauf achten, dass du die Einzahlungen für deinen Eigenanteil entsprechend anpassen lässt, wenn sich etwas an deinem Gehalt verändert oder z. B. wenn die Riester-Kinderzulage wegfällt. Nur dann kannst du die Förderung durch den Staat und die Steuervorteile gut ausnutzen.

Vorteile mit volljährigen Kindern

Bis zur Volljährigkeit besteht der Anspruch auf Kindergeld ohne besondere Voraussetzungen. Danach kann der Bezug fortgesetzt werden, wenn das Kind z.B. eine Berufsausbildung beginnt. Längstens besteht der Anspruch bis zum 25. Geburtstag.

Für Kinder zwischen 18 und 25:

Ausbildungsfreibetrag
Wenn sich dein Kind in einer Ausbildung befindet und nicht mehr im elterlichen Haushalt wohnt, dann ist es möglich, sofern weiterhin Anspruch auf Kindergeld / Kinderfreibetrag besteht, einen Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro über die Einkommensteuererklärung einzufordern. Hierbei handelt es sich um einen Jahresbetrag, für jeden Monat in dem die Voraussetzungen nicht vorliegen, verringert sich dieser Betrag um je ein Zwölftel.

Für Kinder über 25:

Unterhalt
Wenn dein Kind nach dem 25. Geburtstag weiterhin für einen Beruf ausgebildet wird oder studiert, besteht kein Anspruch mehr auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag.

Stattdessen könnt ihr die oftmals weiterhin entstehenden Kosten, z.B. für die auswärtige Unterbringung, als Unterhaltsaufwand nach §33a Einkommensteuergesetz geltend machen. Höchstbetrag ist der im jeweiligen Jahr anzuwendende Grundfreibetrag für 2019 liegt dieser bei 9.168 Euro. Ist allerdings der tatsächliche Unterhalt geringer ausgefallen, wird der niedrigere Betrag berücksichtigt. Hatte dein Kind im Unterhaltszeitraum eigene Einkünfte oder Bezüge von mehr als 624 Euro, werden diese um 624 Euro gekürzt und das Ergebnis daraus verringert den vorgenannten maximalen Abzugsbetrag. Übernimmst du in dieser Zeit auch die Krankenversicherungsbeiträge (Basisabsicherung) für dein Kind, erhöht sich der ermittelte abzugsfähige Betrag noch einmal um die Summe der geleisteten Beiträge.

Zusätzlich kommt es noch darauf an, welcher Anteil deines verfügbaren Nettoeinkommens für den Unterhalt „geopfert“ werden kann. Der Unterhalt für dein Kind muss in einem vernünftigen Verhältnis zu deinen eigenen Einkünften stehen, daher ermittelt das Finanzamt noch die sogenannte Opfergrenze. Liegt diese Opfergrenze unterhalb des tatsächlich gezahlten Unterhaltes, wird die Belastung nur in Höhe der Opfergrenze steuerlich berücksichtigt ggf. verringert um die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes.

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