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Formalitäten nach der Geburt: To-Do’s für frisch gebackene Eltern

Endlich ist es soweit und ihr dürft euer Baby voller Stolz mit nach Hause nehmen. Jetzt geht es darum, den neuen Erdbewohner kennenzulernen. Doch auch wichtige Behördengänge bleiben jungen Eltern nicht erspart. Natürlich muss das Kind angemeldet werden. Um vom Kindergeld und Elterngeld zu profitieren, müssen rechtzeitig die Anträge gestellt werden.

Geburtsanzeige und Geburtsurkunde

Wann?
Innerhalb von 7 Tagen nach der Geburt
Zur Anzeige sind die Eltern, sowie Anwesende bei der Geburt verpflichtet.

Wer?
Beide Eltern oder ein sorgenberechtigter Elternteil

Häufig kann das Kind direkt im Krankenhaus angemeldet werden. Bereitet daher die Unterlagen vor und packt sie in die Kliniktasche. Ist dies nicht möglich oder kommt das Kind zu Hause oder im Geburtshaus zur Welt, müsst ihr das Standesamt aufsuchen.

Benötigte Unterlagen zur Beantragung der Geburtsurkunde:

Ehepaare

  • Geburtsbescheinigung (Krankenhaus oder Hebamme)
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Heiratsurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch und Geburtsurkunden
  • Geburtsurkunden weiterer gemeinsamer Kinder

Unverheiratete Paare / Alleinerziehende

  • Geburtsbescheinigung (Krankenhaus oder Hebamme)
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunden / Abstammungsurkunde
  • Vaterschaftsanerkennung & Sorgeerklärung, wenn vorhanden
  • Geburtsurkunden und Sorgeerklärungen für weitere (gemeinsame) Kinder

Geschiedene, eingetragene Lebenspartner, Bürger ohne deutsche Staatsbürgerschaft und Verwitwete müssen weitere oder abweichende Dokumente erbringen. Bitte informieren Sie sich vorab.

Für die Beantragung des Elterngeldes, Kindergeldes und die Vorlage bei der Krankenkasse, sowie ggf. für religiöse Zwecke werden beglaubigte Kopien der Geburtsurkunde ausgegeben. Weitere können kostenpflichtig erworben werden.

Die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt erfolgt automatisch durch das Standesamt.

Namensgebung

Wann?

  • Bei der Geburtsanzeige
  • Der Nachname kann binnen 3 Monaten nach der Geburt geändert werden.

Wer?
Beide Eltern oder ein sorgeberechtiger Elternteil

Ihr müsst einen Vornamen und einen Nachnamen für das Kind bestimmen. Den Vornamen könnt ihr frei wählen, solange es ein hierzulande gebräuchlicher Name ist. Bei nicht gebräuchlichen Namen muss gegebenenfalls ein Nachweis über die Eintragungsfähigkeit erbracht werden.
Sed ihr verheiratet, bekommt das Kind den Nachnamen der Eltern. Bei nichtverheirateten Paaren mit gemeinsamem Sorgerecht kann das Paar beim ersten Kind entscheiden, wessen Nachnamen es tragen soll. Folgende Kinder erhalten denselben Nachnamen. Trägt die Mutter das alleinige Sorgerecht, so erhält das Kind ihren Nachnamen. Es ist in Ausnahmefällen außerdem möglich, den Nachnamen des nicht sorgeberechtigten anerkannten Vaters zu geben. Übrigens kann der Nachname bis zu drei Monate nach der Geburt geändert werden, wenn die Eltern erst dann das gemeinsame Sorgerecht erklären.

Elterngeld beantragen

Wann?
Bis spätestens 3 Monate nach Geburt

Wer?
Jeder Elternteil, der länger als 2 Monate Elternzeit nimmt

Das Elterngeld ist eine Einkommensersatzleistung. Es soll Müttern und Vätern ermöglichen, ihr Kind zu Hause zu betreuen. Das Elterngeld kompensiert damit euren Lohnausfall.

Jeder, der sein Kind zu Hause betreut, hat Anspruch auf Elterngeld. Die Höhe richtet sich nach dem Netto-Einkommen des Antragstellers in den letzten 12 Monaten vor Geburt des Kindes. Nichtarbeitnehmer erhalten einen Mindestsatz.

Alle wichtigen Informationen rund ums Elterngeld und die Antragstellung findet ihr in diesem Artikel.

Kindergeld beantragen

Wann?
Ab Geburt

Wer?
Der Elternteil, der das Kindergeld auf sein Konto erhalten soll

Ab Geburt des Kindes steht euch Kindergeld zu. Da die Bearbeitung aber gut 4-6 Wochen in Anspruch nimmt, solltet ihr es so schnell wie möglich schriftlich bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit ihres Wohnortes beantragen. Es kann bei Versäumnis jedoch für bis zu 4 Jahre rückwirkend beantragt werden. Alle wichtigen Infos zum Kindergeld findet ihr hier.

Die notwendigen Formulare finden Sie hier.

Geringverdiener sollten außerdem prüfen, ob ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, der ebenfalls von der Familienkasse gewährt wird.

Anmeldung bei der Krankenkasse

Wann?
Innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt

Wer?
Mutter oder Vater, abhängig von der Versicherungsform

Euer Baby ist ab dem Geburtszeitpunkt automatisch krankenversichert. Das ist im deutschen Gesundheitssystem so verankert. Innerhalb von zwei Monaten müsst ihr es schriftlich bei der Krankenkasse anmelden. Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können ihr Kind kostenlos in der Familienversicherung mitversichern. Das gilt auch für unverheiratete Paare, wenn ein Elternteil Mitglied in der GKV ist. Ist einer der Ehepartner in der PKV versichert und sein Einkommen überschreitet eine festgelegte Jahresgrenze, kann das Kind nicht mehr kostenfrei in der gesetzlichen Familienversicherung aufgenommen werden. Es ist dann günstiger das Kind ebenfalls privat zu versichern. Einen ausführlichen Artikel dazu findet ihr hier.

Privatversicherte können vom Selbermakler-Prinzip profitieren

Private Krankenkassen zahlen ihren Maklern Provisionen für erfolgte Versicherungsabschlüsse. Das gilt auch für neu versicherte Kinder. Als Eltern könnt ihr davon profitieren, indem ihr euer Kind über einen Versicherungsvertreter versichern lassen, der euch an der Provision beteiligt (so genanntes Cashback). Auf diese Weise können Sie ganz legal und risikofrei mehrere hundert Euro zusätzlich erhalten. Weitere Informationen findet ihr hier.

Kitagutschein beantragen

Wann?
9-2 Monate vor der Betreuungsleistung

Wer?
Ein Elternteil, nur in Berlin und Hamburg

Wenn ihr in Berlin oder Hamburg wohnt, benötigt ihr für die Anmeldung in der Kita den Kita Gutschein. In Berlin kann dieser frühestens neun Monate vor der Betreuungsleistung beantragt und muss spätestens 2 Monate vor Beginn eingereicht werden. Zuständig ist das Jugendamt des Wohnbezirks. In Hamburg ist das Bezirksamt zuständig. Da Betreuungsleistungen nicht rückwirkend erstattetet werden, sollte auch hier der Antrag rechtzeitig gestellt werden.

Berücksichtigung des Kindes beim Lohnsteuerabzug

Wann?
Zum Zeitpunkt der Steuererklärung

Wer?
Beide Eltern

Eine Meldung an das Finanzamt oder Eintragung in die Lohnsteuerkarte des neugeborenen Kindes sind nicht notwendig. Die zuständige Meldebehörde wird automatisch vom Standesamt über die Geburt des Kindes informiert. Dieses wiederum erfasst das Kind in der ELStAM-Datenbank (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale – ELStAM). Innerhalb weniger Wochen wird das Kind in der Datenbank erfasst und eine Meldung geht automatisch an den Arbeitgeber. Außerdem erhaltet ihr einen Brief mit der Steueridentifikationsnummer eures Kindes.

Zur späteren Inanspruchnahme des Kinderfreibetrages, müsst ihr zum Zeitpunkt der Steuererklärung lediglich die Anlage Kind beifügen. Der Kinderfreibetrag steht beiden Eltern jeweils zur Hälfte zu.

Weitere wichtige Formalitäten

Falls noch nicht vor der Geburt geschehen, solltet ihr euch jetzt auch mit dem Antrag auf Elternzeit, der Vaterschaftsanerkennung und der Sorgeerklärung auseinandersetzen, sofern dies relevant für euch ist. Auch mit der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz für euer Kind solltet ihr so früh wie möglich beginnen, da an vielen Orten ein Mangel herrscht. Eltern von Geschwistern haben es einfacher, da diese in der Regel bevorzugt werden.

In unserer Checkliste vor der Geburt findet ihr ausführliche Informationen zu diesen Punkten.

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