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Elterngeld nutzen und nebenberuflich die Selbstständigkeit aufbauen. Geht das?

Selbstständigkeit ist für viele Eltern eine Alternative, wenn die Arbeitszeiten unflexibel sind und der Chef überhaupt kein Entgegenkommen zeigt. Die Elternzeit ist eine ideale Gelegenheit, die berufliche Selbstständigkeit ohne großes Risiko auszuprobieren. Mit einem festen Arbeitsplatz, an den die Eltern nach dem Ende der Elternzeit zurückkehren können, haben sie einen Fallschirm, falls die Selbstständigkeit schiefgeht. Viele Elternteile fangen zum Ende der Elternzeit eine selbstständige Tätigkeit an. Dabei gilt natürlich wie bei allen zusätzlichen Einkünften, dass die Behörden den Gewinn nachträglich auf das Elterngeld anrechnen. Das kann dazu führen, dass die Eltern einen Teil des erhaltenen Geldes zurückzahlen müssen.

Gründe für eine berufliche Tätigkeit während der Elternzeit

Ein wesentlicher Grund, warum viele Eltern während der Elternzeit dennoch durchgehend arbeiten möchten, ist das Geld. Andere Gründe können sein:

  • Interesse am Aufgabengebiet
  • Angst den Anschluss zu verlieren
  • Angst vor einer längeren Lücke im Lebenslauf
  • Interesse an wirtschaftlicher Unabhängigkeit

Wer in einem Unternehmen arbeitet, das mehr als 15 Angestellte hat, hat einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit, sofern das Arbeitsverhältnis länger als 15 Monate besteht. Zu beachten ist dabei, dass das Einkommen auf das Elterngeld Anrechnung findet. Ist eine Teilzeitlösung keine Option, ist die Selbstständigkeit eine echte Alternative.

Alternative zur Teilzeittätigkeit: eine selbstständige Tätigkeit

Während der Elternzeit dürfen Eltern bis zu 30 Stunden pro Woche einer Erwerbstätigkeit nachgehen, nachzulesen in § 15 Absatz 4 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz. Wichtig dabei ist, den Arbeitgeber über die Tätigkeit zu informieren. Er muss der selbstständigen Tätigkeit zustimmen. Tut er dies nicht, muss ein wichtiger Grund vorliegen und die Ablehnung muss schriftlich erfolgen. Was dabei weiterhin zu beachten ist, beschreibt dieser Artikel im Lexoffice-Blog.

Bei der Krankenversicherung gelten andere Richtlinien. Prüft dort ein Sachbearbeiter die Selbstständigkeit auf haupt- oder nebenberufliche Ausführung, gelten mehr als 20 Stunden pro Woche als hauptberuflich selbstständig. Die Folge ist Beitragspflicht.

Die Gründungsphase ist sicherlich eine anstrengende Zeit, vor allem wenn noch ein kleines Kind zu versorgen ist. Eltern sollten sich hier nicht überbeanspruchen und etwa in Teilzeit mit der Selbstständigkeit beginnen. Vier oder fünf Stunden konzentriertes Arbeiten können effizienter sein als ein Acht-Stunden-Tag im Büro.

Die Klippen der Selbstständigkeit umschiffen

Viele Selbstständige, ob haupt- oder nebenberuflich, haben Angst vor der Bewältigung von Verwaltung und Buchhaltung. Wenn die selbstständige Tätigkeit losgeht, heißt es Angebote erstellen, Rechnungen schreiben, Geldeingänge überprüfen und vieles mehr. Wer hier eine intelligente Software-Lösung wie Lexware verwendet, kann viel Zeit sparen und seine Nerven schonen. Angebote lassen sich damit online schreiben, Rechnungen automatisiert erstellen und direkt mit dem Bankkonto abgleichen. Die Buchhaltung erledigt sich quasi nebenbei. Damit ist ein wesentlicher Punkt auf der To-do-Liste schnell abgehakt. Es gibt dabei verschiedene Pakete zur Auswahl, die sich je nach betrieblichen Anforderungen anwenden lassen.

Wie viel dürfen Eltern während der Elternzeit eigentlich dazuverdienen?

Während der Elternzeit gibt es keine Einkommensgrenze und auch keinen Freibetrag. Eltern müssen sich das gesamte Einkommen während dieser Zeit anrechnen lassen. Durch die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus können sich Eltern unter Umständen Vorteile sichern gegenüber dem Basiselterngeld. Das zuständige Amt wendet bei der Berechnung des Elterngeldes eine bestimmte Formel an:

Ein Sockelbetrag von 300 Euro bleibt dabei anrechnungsfrei. Für den Gesetzgeber sind nicht einzelne Monate ausschlaggebend, sondern der gesamte Zeitraum. Das bedeutet, dass Monate mit Verlusten und Monate mit hohem Einkommen sich ausgleichen. Die Eltern sollten während der Elternzeit die Einkünfte gut im Auge behalten, dann sind sie nicht überrascht, wenn es am Ende zu Rückzahlungen kommt, sondern können entsprechend Geld beiseitelegen. Die Broschüre „Elterngeld und Elternzeit“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erläutert, welche Regelungen für diese spezielle Zeit gelten.

Welche Beschränkungen gibt es bezüglich der gewählten selbstständigen Arbeit?

Welcher Tätigkeit Eltern während der Elternzeit nachgehen, kann ihnen grundsätzlich niemand vorschreiben. Allerdings hat der vorherige Arbeitgeber, mit dem noch ein Arbeitsvertrag besteht, ein gewisses Mitspracherecht, da in vielen Fällen ein Wettbewerbsverbot besteht. Eltern dürfen dann nicht als Konkurrenz ihres Arbeitgebers auftreten. Das ist jedoch schon die einzige Beschränkung, die in diesem Zusammenhang gilt.

Die nebenberufliche Selbstständigkeit während der Elternzeit ist meldepflichtig

Wer sich während der Elternzeit selbstständig macht, unterliegt denselben Vorschriften wie jeder andere Selbstständige auch. Das bedeutet:

  • Wer ein Gewerbe betreibt, muss das Gewerbe bei der zuständigen Behörde anmelden. Untern Umständen ist hierbei die Kleinunternehmerregelung zu wählen. Welche Bemessungsgrundlagen dabei gelten, hat die Handwerkskammer Hamburg in einem Beitrag zusammengefasst. Dort sind neben den Berechnungsgrundlagen auch Rechenbeispiele zu finden. Außerdem erläutert der Artikel, was bei einem Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung passiert.
  • Freiberuflich Tätige müssen ihre Tätigkeit beim Finanzamt anmelden. Sie können ebenfalls die Option der Kleinunternehmerregelung wählen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.
  • Die Krankenversicherung muss über die selbstständige Tätigkeit eine Information erhalten. Die Versicherung beurteilt aufgrund der Angaben der Unternehmer, ob die Selbstständigkeit Neben- oder Haupterwerb ist. Unter Umständen ist das Einkommen so gering, dass die Familienversicherung für diese Zeit bestehen bleibt.
  • Wer Mitarbeiter beschäftigt, muss seinen Betrieb bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden.
Mutter mit Kind

Es hat viele Vorteile, sich während der Elternzeit selbstständig zu machen

Während der Elternzeit lässt sich die Selbstständigkeit ohne übersteigerten Erfolgsdruck ausprobieren. Das Einkommen ist für diese Zeit sichergestellt. Wenn Eltern am Anfang den Arbeitseinsatz zugunsten des Nachwuchses reduzieren, hat das Vorteile für alle: die Eltern und die Kinder. Der Arbeitsaufwand lässt sich ausweiten, sobald die Kinder einen Betreuungsplatz haben. Das in dieser Zeit erwirtschaftete Einkommen als eigener Chef oder eigene Chefin ist ein Pluspunkt, der die Familienkasse aufbessert. Auf diese Weise lässt sich die finanzielle Unabhängigkeit langsam und aus einer gesicherten finanziellen Situation heraus starten.

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