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Der Milchpumpen Berater: Welche Pumpe soll ich nehmen?

Die Milchpumpe ist eine praktische Unterstützung in der Stillzeit. Sie kann dabei helfen, die Milchproduktion anzuregen und Vorräte für den Fall anzulegen, wenn Mama einmal nicht zur Verfügung steht. Bei der Suche nach der richtigen Milchpumpe kommt es auf verschiedene Faktoren an. Zur Verfügung stehen manuelle und elektrische Varianten mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen. Worauf du genau achten musst, erfährst du in diesem Beitrag.

Das Wichtigste im Überblick

  • Milchpumpen können ab der Geburt genutzt werden
  • Sie dienen zur Vorbeugung von Milchstau, der Anregung einer Milchbildung und der Vorrats-Bildung
  • Elektrische Milchpumpen erleichtern den Pumpprozess
  • Handmilchpumpen sind besonders klein und handlich
  • Anschaffungspreis: ab 20 Euro für eine Handmilchpumpe bis 150 Euro für eine elektrische Milchpumpe
  • Empfehlungen: Avent SCF330/20 Komfort-Milchpumpe, NUK Jolie, Medela Swing und Lansinoh 53065

Wozu ist eine Milchpumpe gut?

Milchpumpen wurden entwickelt, um die Mutter in der Stillzeit zu entlasten. Sie simulieren die Saugbewegungen des Babys an der Brust und setzen auf diese Weise den Milchfluss in Gang. Richtig eingesetzt haben sie verschiedene Wirkungsgebiete:

  • Vorbeugung eines Milchstaus
  • Anregung der Milchbildung
  • Anlegen von einem Muttermilch-Vorrat

Der Milchstau kann entstehen, wenn der mütterliche Körper mehr Milch bildet, als der Säugling aufnehmen kann. Gerade in den ersten Wochen sowie bei saugschwachen Säuglingen braucht die Brust länger, um sich auf den Milchbedarf einzustellen. Ein Milchstau kann zu Fieber, Schmerzen und Entzündungen führen. Daher ist es wichtig, diesem vorzubeugen und die Brust mit der Milchpumpe zu entleeren, wenn der Säugling es nicht schafft.

Du kannst mit einer Milchpumpe zudem die Milchbildung anregen. Setz dafür die Milchpumpe nach der Stillmahlzeit an und stimuliere auf diese Weise die Milchdrüsen. Die gewonnene Milch kannst du einfrieren und auf diese Weise einen Vorrat anlegen.

Ab wann kann die Milchpumpe eingesetzt werden?

Die Milchpumpe kann ab Geburt eingesetzt werden. Bereits im Krankenhaus kannst du bei Bedarf leihweise eine Milchpumpe erhalten. Um auch zu Hause nicht auf diesen Komfort zu verzichten, bietet sich der Kauf einer Pumpe an. Wichtig ist es, die Pumpe erst nach der Stillmahlzeit einzusetzen, damit dein Baby zuerst ausreichend Nahrung erhält. Die Brust produziert auf Nachfrage. Bedenke, dass häufiges Pumpen die Milchbildung anregt.

Möchtest du einen Vorrat anlegen, um eine Zeit zu überbrücken, während der du dein Baby nicht füttern kannst, beginne damit am besten bereits ein paar Tage früher.

Tipp: Reinige die Milchpumpe nach jeder Nutzung, damit sich keine Keime bilden. Die Pumpen können sehr gut zerlegt und so gesäubert werden.

Welche Unterschiede gibt es bei den Milchpumpen?

Milchpumpen unterscheiden sich in ihrer Leistungsfähigkeit, Funktionsweise und Ausstattung. Du kannst zwischen folgenden Ausführungen wählen:

  • Die elektrische oder manuelle Milchpumpe: Der größte Unterschied liegt darin, ob es sich um eine elektrische oder eine manuelle Milchpumpe handelt. Bei einer manuellen Handmilchpumpe arbeitest du mit der Hand und lässt so den Pump-Rhythmus entstehen. Dadurch hast du einen Einfluss auf die Stärke und die Schnelligkeit. Eine elektrische Milchpumpe stellt den klassischen Saugrhythmus von einem Baby nach und regt so den Milchspendereflex optimal an. Zudem hast du beide Hände frei.
  • Die Milchpumpe für beidseitiges Abpumpen: Klassisch ist bei einer Milchpumpe die Variante, mit der du nacheinander beide Seiten abpumpen kannst. Es gibt jedoch auch Ausführungen, die ein zeitgleiches Pumpen der Brüste möglich machen.
  • Die batteriebetriebene Milchpumpe: Ein hilfreicher Begleiter ist die batteriebetriebe Milchpumpe, die zwar einen elektrischen Antrieb hat, dabei jedoch unabhängig vom Stromnetz eingesetzt werden kann.

Was ist wichtig bei der Auswahl einer Milchpumpe?

Um die passende Milchpumpe für deine Zwecke zu finden, ist es hilfreich, wenn du folgende Fragen beantwortest:

1) Wann soll mit dem Abpumpen begonnen werden?

Viele Frauen, die bereits vor der Geburt wissen, dass sie gerne stillen möchten, kaufen die Milchpumpe bereits vor der Entbindung. Es gibt ebenso Frauen, die stellen erst im Laufe der Stillbeziehung, wenn das Baby schon ein paar Wochen oder Monate alt ist, fest, dass sie eine Milchpumpe benötigen. Suchst du eine Pumpe, die du von Beginn an verwenden möchtest, um den Milchfluss anzuregen, ist es empfehlenswert, dich für eine Doppelpumpe zu entscheiden. Ist dein Baby schon älter und du möchtest nur ab und zu pumpen, reicht eine Pumpe mit einer Pumpeinheit aus.

2) Wie oft wird gepumpt und wie schnell muss es gehen?

Pumpst du häufig ab, kann das bei einer Handmilchpumpe sehr schnell anstrengend werden. In diesem Fall bietet sich der Griff zu einer elektrischen Pumpe an. Du musst nicht mit ständigen Handbewegungen die Pumpe im Einsatz halten und hast zudem nebenbei die Möglichkeit, dich um dein Baby zu kümmern. Beim gelegentlichen Abpumpen wiederum ist eine Handmilchpumpe ausreichend.
Stehst du unter Zeitdruck, kann ebenfalls die elektrisch betriebene Pumpe hilfreich sein. Ideal ist es, wenn diese mit einem Doppelpumpsystem arbeitet, da sich so zeitgleich beide Seiten entleeren lassen.

3) Wo pumpst du die Milch ab?

Berufstätige Mütter oder Frauen, die auch während der Stillzeit viel unterwegs sind, pumpen meist nicht nur zuhause ab. In diesem Fall hast du vielleicht nicht immer einen Stromanschluss für die elektrische Milchpumpe zur Verfügung. Möchtest du auf den Komfort dennoch nicht verzichten, ist eine batteriebetriebene Variante eine gute Möglichkeit. Ansonsten ist für das Abpumpen unterwegs die Handmilchpumpe eine sehr gute Wahl.

Wieso gibt es so große Preisunterschiede bei den Milchpumpen?

Beim Vergleich der einzelnen Modelle zeigen sich teilweise große Preisunterschiede. Diese basieren auf unterschiedlichen Punkten:

  • Die Betriebsvariante: Handmilchpumpen sind deutlich günstiger in der Anschaffung als elektrisch betriebene Modelle.
  • Der Hersteller: Die Preise werden durch den Hersteller festgelegt, daher kann es bei ähnlichen Pumpen zu Preisunterschieden kommen.
  • Die Ausstattung: Je nach Modell und Ausführung werden die Pumpen nur mit einer Flasche oder gleich einem ganzen Set geliefert. Zudem sind Doppelpumpen preisintensiver als Einfach-Pumpen.

Tipp: Die Mietpumpe

Wenn du kurzfristig eine Milchpumpe benötigst (weil du zum Beispiel wunde Brustwarzen hast), kannst du in der Apotheke auch eine Pumpe leihen. Das geschieht auf Rezept vom Frauen- oder Kinderarzt. Du kannst die Pumpe dann meist 4 Wochen lang verwenden (kann jeweils um 2 Wochen verlängert werden). Du musst bei der Apotheke nur eine Kaution über ca. 100 Euro hinterlegen, erhältst diese am Ende jedoch wieder. Die Kosten werden in der Regel auf Tagesbasis berechnet und liegen bei 1,50 – 3 Euro pro Tag. Die Kosten werden anteilig auch in einigen Fällen von Krankenkassen übernommen. Man kann bei akuten Fällen das Rezept auch nachreichen. Wenn sich die Milch schon stark gestaut hat, erhältst du diese Leihpumpen auch direkt bei einer Nachtapotheke.

Diese Modelle haben sich bewährt

Handmilchpumpen:
Bei den Handmilchpumpen ist die „Philips Avent SCF330/20 Komfort-Milchpumpe“ und die „NUK Jolie“ zu empfehlen. Die NUK Jolie kostet rund 25 Euro, die Philips Avent etwa 35 Euro. Beide nehmen sich nicht viel. Trotz des Preisunterschiedes sind beide Pumpen sehr gut.

Handmilchpumpen

Elektrische Milchpumpen:
Bei den elektrischen Ausführungen sind die „Medela Swing“ und die „Lansinoh 53065 2in1 Elektrische Milchpumpe“ sehr beliebt.

Die Medela Swing ist eine der leisesten Milchpumpen am Markt, kostet allerdings etwa 130 Euro. Für rund 160 Euro bekommt man sie auch als Doppelmilchpumpe.

Medela Swing

Etwas günstiger ist die Lansinoh 53065 2in1, mit der man beidseitig abpumpen kann. Sie ist außerdem besonders leicht und leise und bietet ein 8-Stufen Pumpprogramm. Kostenpunkt: Etwa 100 Euro.

Lansinoh Milchpumpe

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert das Pumpen mit der Milchpumpe?

Plane ca. 30 Minuten ein – 10-15 Minuten braucht man etwa pro Seite, um die Brust vollständig zu entleeren. Wenn keine Milch kommt, solltest du gut 30 Minuten Pause einlegen, um die Brust nicht zu lange zu reizen.

Wie reinigt man eine Milchpumpe?

Beim Reinigen der Pumpe solltest du nicht schludrig sein und sie nach jedem Pumpen in ihre Einzelteile zerlegen. Zuerst spülst du alles mit kaltem Wasser ab (das löst das Milcheiweiß), dann mit warmem Wasser, Spülmittel und einer sauberen Bürste. Spüle am Ende mit kaltem Wasser nach. Einmal täglich solltest du die Einzelteile außerdem 5 Minuten in kochendem Wasser oder im Vaporisator sterilisieren. Wenn dein Kind ein Frühchen ist, sogar nach jedem Gebrauch.

Wie lange hält sich die abgepumpte Milch?

Bei Zimmertemperatur ist Muttermilch 4 Stunden und im Kühlschrank 48 Stunden lang haltbar. Im Drei-Sterne-Gefrierfach sogar bis zu 6 Monaten. Schreibe beim Einlagern in jedem Fall das Abpumpdatum auf das Fläschchen.

Wie erwärmt man abgepumpte Milch?

Muttermilch sollte langsam aufgetaut werden – entweder sehr langsam im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur. Wenn es doch mal schneller gehen soll, kann sie unter fließendem kalten (!) Wasser und allmählich wärmerem Wasser (bei maximal 37 °C) aufgetaut werden. Auf keinen Fall solltest du Muttermilch in der Mikrowelle erhitzen, da sonst wichtige Bestandteile der Milch zerstört werden.

Wie läuft das mit dem Abpumpen auf Arbeit ab?

Solltest du schon früh in den Job zurückkehren, solltest du wissen, dass an einem 8-Stunden-Tag zusätzliche (!) Stillpausen von insgesamt 2 x 45 Minuten gewährt werden müssen – während der gesamten Stillzeit. In dieser Zeit kannst du auch nach Hause fahren und dort die Milch abpumpen. Bei einem kleinen Zeitfenster eignet sich in jedem Fall eine beidseitig pumpende Milchpumpe.

Lohnt es sich, eine Milchpumpe zu leihen?

Günstige und gute Modelle gibt es schon ab 25 Euro. Wenn es um eine akute Situation geht und absehbar ist, dass du die Pumpe nur kurzeitig brauchst, dann leih sie dir am besten. Wenn sich jedoch aufzeigt, dass du die Pumpe regelmäßiger benötigst, ist zu einem Kauf zu raten.

Abpumpen funktioniert nicht – was tun?

Prüf zunächst, ob du die Pumpe korrekt zusammengebaut hast. Experten raten zu Pumpen mit möglichst wenigen Einzelteilen, um diesen Punkt auszuschließen. Auch das Vakuum muss richtig aufgebaut werden, damit sie funktioniert.

Wenn die Pumpe technisch einwandfrei funktioniert, solltest du prüfen, ob der Trichter korrekt aufgesetzt ist. Die Brustwarze muss gut in der Mitte sitzen und sich frei bewegen können. Außerdem sollte der Trichter möglichst nur die Brustwarze umfassen und wenig Vorhof.

Wenn du weitere Fragen dazu hast, wende dich am besten an deine Hebamme oder eine Stillberaterin.

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