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Der Einfluss des Wochenbettes auf die Beruhigung des Babys

Das Wochenbett birgt Wärme, Nähe und Ruhe in sich und doch kommt es heute oft viel zu kurz. Dabei ist es wichtig, sich diese Zeit zu nehmen. So kann das Wochenbett auch einen deutlichen Einfluss darauf haben, ob dein Baby eher ruhig und entspannt oder doch unausgeglichen ist.

Das Wochenbett – was ist das eigentlich?

Die Geburt ist für Mutter und Kind ein echtes Abenteuer und nicht nur körperlich, sondern auch seelisch anstrengend. Daher ist es kaum verwunderlich, dass der Körper anschließend Ruhe einfordert. In diesem Zusammenhang wird besonders häufig vom Wochenbett gesprochen. Auch wenn der Begriff aus einer anderen Zeit zu stammen scheint, so vereint er doch alles, was die ersten Wochen nach der Geburt wichtig ist: Das Bett. Das Bett ist dabei als ein Synonym für Ruhe und Nähe zu sehen. Zieh dich mit deinem Baby zurück und nimm dir die Zeit, ganz in Ruhe anzukommen. Die Bezeichnung selbst kommt tatsächlich weit aus der Vergangenheit. Nach der Geburt blieben die Frauen früher in der Wöchnerinnenstube und wurden durch die Hebammen betreut. Sie mussten nicht direkt wieder arbeiten gehen.

Auch heute gibt es den Wöchnerinnenbereich im Krankenhaus noch, allerdings wird dieser durch die meisten Frauen nach einem bis drei Tagen verlassen. Anschließend gehen sie nach Hause. Im Idealfall sollte hier das Wochenbett weitergeführt werden. Bis zu acht Wochen sind dafür angesetzt. In dieser Zeit dürfen Frauen durch ihren Arbeitgeber auch nicht beschäftigt werden.

Die Eigenschaften des Wochenbettes – darum ist es so wichtig

Dem Wochenbett wird viel zu wenig Bedeutung beigemessen. Dabei bringt es viele schöne Dinge mit sich, die für die zukünftige Beziehung zwischen Eltern und Kind wichtig sein können. Wie ein Baby auf der Welt ankommt, ist die eine Sache. Welche Möglichkeiten es dann hat, um wirklich anzukommen, liegt jedoch in deiner Hand. Nimm hier die positiven Aspekte des Wochenbettes für dich und dein Kind mit:

1. Stärke das Bonding

Schon in der Schwangerschaft baust du ein Band zu deinem Baby auf, das sich noch verstärkt, wenn es erst einmal auf der Welt ist und deine Nähe weiter spüren darf. Im Wochenbett verbringst du im Idealfall viel Zeit mit deinem Baby im Liegen. Ob auf dem Sofa oder dem Bett ist nicht wichtig. Die Nähe könnt ihr durch das Kuscheln aufbauen. Haut auf Haut ist dabei ganz besonders schön. So kann dein Baby deinen Duft aufnehmen und jederzeit an die Brust, wenn du stillst. Die Eindrücke, die auf dein Baby treffen, wenn es geboren wird, lassen sich so viel besser verarbeiten. Es kann mit Geräuschen, Licht und Gerüchen besser umgehen, wenn es sich ganz nah bei dir befindet. Zudem spürst du, welche Bedürfnisse dein Baby hat. Dies kann besonders wichtig sein, wenn es unruhig wird. Du baust also ein festes Band zu deinem Baby auf.

2. Ruhe für die Familie

Ihr seid von einem Paar zu Eltern geworden und dies verändert auch etwas in dir. Die Geburt eines Kindes ist für die Frau ein großer Einschnitt im Leben. Du hast nicht nur körperliche Höchstleistungen erbracht. Auch seelisch wird sich bei dir vielleicht der Bedarf zeigen, hier Ruhe zu genießen. Die Nähe zu deinem Baby kann dir dabei helfen, die Aufgaben, die nun auf dich zukommen, gelassener zu sehen. Ängste, die du im Kopf hast, verblassen und du kannst zur Ruhe kommen. Eine ruhige und ausgeglichene Mutter sowie ein Paar, das gemeinsam mit seinem Baby in der Familie ankommt, geben dem Baby Sicherheit. Dies gilt auch dann, wenn du schon Kinder hast.

Auch für Kinder ist die Ankunft eines Geschwisterchens ein großer Schritt. Sie müssen mit neuen Gefühlen umgehen lernen, sie haben vielleicht Angst und Sorgen, freuen sich aber auch auf den Nachwuchs. Daher sollte den Kindern im Wochenbett ebenfalls die Möglichkeit gegeben werden, ihr Geschwisterchen kennenzulernen. Lange Kuschelstunden unter der Decke, Bücher vorlesen oder Geschichten hören – dies alles sorgt dafür, dass die Familie in der neuen Konstellation zu sich findet.

Verspürst du im Wochenbett eine Traurigkeit, so ist dies erst einmal ganz normal. Wenn diese Traurigkeit sich jedoch durch die Glücksgefühle nicht eingrenzen lässt und immer mehr zunimmt, solltest du deine Hebamme oder deinen Arzt ansprechen. Eine Wochenbettdepression hat nicht nur Auswirkungen auf dich, sondern auch auf dein Baby.

3. Einen Rhythmus finden

Mit einem Rhythmus ist nicht unbedingt gemeint, dass du nach der Geburt möglichst schnell einen Tagesablauf erstellen solltest, in dem jeder zu seinem Recht kommt. Im Wochenbett hast du jedoch die Chance zu erkennen, was für einen Rhythmus dein momentan Baby hat. Wie lang sind die Schlafphasen? Wie häufig möchte es an die Brust oder weint nach der Flasche? Du kannst dich auf die Bedürfnisse einstellen und diese sanft mit in deinen Tagesablauf übernehmen.

Du wirst auch merken, auf welche Reize dein Baby reagiert. Stellst du im Wochenbett fest, dass dein Baby sehr sensibel ist, so kannst du von Beginn an darauf achten, dass es nicht zu einer Überreizung kommt.

Hektik und Ruhe im Wochenbett – der Einfluss auf dein Baby

Jeder gestaltet das Wochenbett anders. Während die einen Eltern darauf achten, dass sie die ersten Wochen wirklich Ruhe haben, laden andere Eltern bereits die ersten Gäste ein, wenn sie auf dem Weg aus dem Krankenhaus nach Hause sind. Dies passiert oft aus Pflichtgefühl heraus. An dieser Stelle kann tatsächlich der Hinweis helfen: „Das Wochenbett ist kein Wochenmarkt“. Hier sollte sich niemand die Türklinke in die Hand geben, nur um das gerade geborene Baby zu sehen. Auch nach einigen Wochen wird es noch sehr niedlich aussehen. Es wird aber vor allen Dingen deutlich entspannter sein, wenn dann Besuch bekommt. Du hast es in der Hand, Besuche so zu legen oder auch abzulehnen, wie es für dich und dein Baby angenehm ist. Hör dabei ausschließlich auf dein Bauchgefühl und lass dir kein schlechtes Gewissen machen. Das Wochenbett kehrt nicht mehr zurück.

Tipp: Sieh das Wochenbett ein wenig wie die Flitterwochen zusammen mit deinem Baby. Bei diesen möchtest du doch auch nicht jeden Tag Besuch von Eltern, Schwiegereltern, Freunden und Verwandten bekommen.

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