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8 Tipps für eine Traumgeburt im Krankenhaus

Wo möchte ich entbinden? Je näher der Entbindungstermin rückt, desto mehr Gedanken über den passenden Geburtsort machst du dir. Eine Hausgeburt oder eine Geburt im Geburtshaus sind nicht die passende Wahl für dich? Auch im Krankenhaus kannst du eine Traumgeburt erleben. Dabei helfen dir die folgenden Tipps.

Keine Angst vor dem Krankenhaus – so klappt es mit der Traumgeburt

Die Geschichten, die über Geburten in Krankenhäusern weitergegeben werden, lesen sich nicht gerade schön. Hebammen, die sich zwischen Frauen in der Geburtsphase zerreißen, Ärzte in Hektik und Geburten auf dem Krankenhausflur sind dabei schon vorgekommen. Das ist jedoch nicht die Regel. Mit der passenden Vorbereitung und den nachfolgenden Tipps kannst du dich auf eine schöne Geburt freuen:

1. Die Suche nach der richtigen Geburtsklinik

Fang ruhig schon früh an, dich über die verschiedenen Kliniken zu informieren. Es gibt teilweise große Unterschiede. So haben einige Kliniken einen hebammengeführten Kreißsaal. Das heißt, der Arzt oder die Ärztin kommen nur im Notfall mit dazu. Sonst bist du mit der Hebamme allein und kannst die Geburt in aller Ruhe vollziehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Suche nach der Geburtsklinik ist die Kaiserschnittrate. Der Deutsche Hebammenverband hat im Oktober 2016 darauf verwiesen, dass die Kaiserschnittraten zwar sinken, aber noch immer zu hoch sind. 31,1% waren es allein im Jahr 2016. Die Weltgesundheitsorganisation gibt jedoch an, dass nur 10% der Kaiserschnitte auch wirklich medizinisch notwendig sind. In einem Krankenhaus mit einer geringen Kaiserschnittrate sowie einer Einstellung für die natürliche Geburt bist du sehr gut aufgehoben.

2. Die Vorbereitung auf eine Geburt im Krankenhaus

Entscheide dich mit dem Herzen dafür, dass eine Geburt im Krankenhaus zu haben und bereite dich richtig darauf vor. Neben einem Geburtsvorbereitungskurs und Gesprächen mit den Hebammen des Krankenhauses, kannst du auch das ein oder andere Buch lesen. Eine sehr gute Unterstützung bei einer natürlichen Geburt ist das Hypnobirthing. Diese Variante hilft dir dabei, dich auf deinen Körper einzulassen und zu verstehen, wie die Geburt funktioniert. Du kannst dabei lernen, mit deinem Körper zu arbeiten und Schmerzen anders zu empfangen. Es gibt spezielle Kurse für Hypnobirthing und auch interessante Ratgeber, beispielsweise von Marie F. Mongan.

Informiere dich im Voraus über eine selbstbestimmte Geburt. Erfahre, welche Rechte du wirklich hast und wie du fast allein durch die Geburt gehen kannst. Nicht jede Geburt ist mit medizinischen Unterstützungen im Krankenhaus verbunden.

3. Sprich dich gegen Einleitung und Kaiserschnitt aus

Dieser Punkt gilt natürlich nur dann, wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Du kannst im Krankenhaus deutlich kommunizieren, dass du weder einen Kaiserschnitt noch eine Einleitung wünschst und dies auch in deinem Geburtsplan vermerken.

Viele Frauen sind unsicher, wenn sie mit der Schwangerschaft über den Termin gehen. Bedenke jedoch, dass der Geburtstermin nur ein ungefährer Wert ist, der sich anhand deines Zyklus berechnet. Es kann durchaus sein, dass die Befruchtung später stattgefunden hat. Dazu kommt, dass ein Baby auch ruhig übertragen werden kann, solange es ihm gut geht. Die Kontrollen durch die Hebamme und den Arzt sind dir hier eine große Hilfe, um entspannt zu bleiben.

4. Geh mit den Hebammen ins Gespräch

Auch wenn theoretisch alle Informationen über das Krankenhaus interessant klingen, solltest du eine Besichtigung der Kreißsäle machen und diese auch nutzen, um mit den Hebammen ins Gespräch zu kommen. Hier merkst du schon, ob die Chemie stimmt und kannst für dich feststellen, ob du in der Umgebung zur Ruhe kommen kannst. Zudem sollte eine gewisse Sympathie zu den Hebammen bestehen.

5. Nimm dir Zeit für den Geburtsplan

Hast du schon einmal von einem Geburtsplan gehört? Darin kannst du festhalten, was du dir für die Geburt wünschst und gibst damit dem Personal eine Hilfe an die Hand. Oft hast du die Möglichkeit, den Geburtsplan bereits bei der Anmeldung zu hinterlegen. Du kannst ihn aber auch bei der Geburt mitbringen. Enthalten sind verschiedene Informationen. Wie stellst du dir die Geburt im Allgemeinen vor? Soll dein Mann oder eine andere Begleitung mit vor Ort sein? Welche Vorstellungen hast du in Bezug auf die Schmerzlinderung? Welche Medikamente kannst du dir vorstellen und welche eben nicht?

Verweise auch auf gewünschte Positionen für die Geburt. In zahlreichen Kreißsälen gibt es längst nicht mehr nur das Gebär-Bett, sondern eine Badewanne, eine Wippe oder einen Gebärstuhl. Dadurch hast du die Möglichkeit, in der Position zu entbinden, die dir wichtig ist.

Im Geburtsplan vermerkst du nicht nur Informationen zur Geburt selbst, sondern auch zu der Zeit nach der Entbindung. Hier kannst du beispielsweise angeben, dass die Nabelschnur auspulsieren soll und du dein Baby direkt anlegen möchtest. Verweise darauf, dass du dich gegen das Zufüttern aussprichst oder gib eine Information, wenn du nicht stillen möchtest.

6. Die Frage nach der PDA

Eine PDA ist die bekannteste Möglichkeit, um der Mutter unter der Geburt die Schmerzen zu erleichtern. Bedenke dabei jedoch, dass die PDA nur dir hilft. Bei einer natürlichen Geburt ohne Schmerzmittel arbeitest du mit deinem Baby gemeinsam. Spürst du die Wehen nicht mehr, kann das den Verlauf der Geburt erschweren. Inzwischen gibt es auch andere Optionen für eine sanfte medizinische Unterstützung. Erkundige dich, ob im Krankenhaus auch Lachgas angeboten wird. Oft kann es schon reichen, in die Wanne zu gehen. Die Wärme und die Erleichterung durch das Wasser wirken beruhigend. Wofür du dich entscheidest ist allein deine Sache. Wichtig ist, es gut zu kommunizieren.

7. Bleib dir selbst treu

Es kann ganz schön beeindruckend sein, wenn sich die Hebammen und Ärzte Begriffe zurufen und manchmal kann es auch passieren, dass es schnell gehen muss. Bedenke jedoch, dass das medizinische Personal auch ein wenig im Alltag gefangen ist und nicht immer daran denkt, auf deine individuellen Bedürfnisse einzugehen. Bleib daher dir selbst treu und mach deutlich, was du dir wünschst. Wenn du glaubst, nicht in der Lage zu sein, sprich vorher mit deinem Partner oder deiner Begleitung für die Geburt und mach deine Wünsche deutlich. So ist dein Partner ein Stück weit auch dein Sprachrohr während der Geburt.

8. Denk über eine ambulante Geburt nach

Viele Krankenhäuser haben schöne Geburtsstationen und den frisch gebackenen Mamis tut es gut, dort noch umsorgt zu werden. Oft bleibt ein komisches Gefühl bei dem Gedanken, nach der Geburt noch länger im Krankenhaus bleiben zu müssen. Musst du aber gar nicht. Du kannst dich für eine ambulante Geburt entscheiden. Das heißt, du bringt dein Baby in der Klinik zur Welt. Anschließend kannst du, soweit alles in Ordnung ist, wieder nach Hause gehen. Bedenke, dass dein Baby nach der Geburt noch einige Untersuchungen benötigt. Such dir also eine Hebamme, die bereit ist, diese Untersuchungen durchzuführen. Sprich zudem mit deinem Kinderarzt, damit dieser die U2 vornimmt, die zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag von einem Arzt abgenommen werden muss. Frag nach, ob der Kinderarzt möglicherweise sogar nach Hause kommen würde.

Hinweis: Melde die ambulante Geburt im Krankenhaus rechtzeitig an. Dadurch haben Hebammen und Ärzte die Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten. Fühlst du dich nach der Geburt doch noch nicht reif für den Gang nach Hause, darfst du natürlich auch bleiben. Zudem hast du auch durchaus die Möglichkeit, spontan doch nach der Geburt zu gehen, auch wenn du dir das erst nicht vorstellen konntest.

Buchtipp

Das Geheimnis einer schönen Geburt ist ein umfangreicher und praktischer Ratgeber für Schwangere auf dem Weg zur Wunschgeburt. Ob Krankenhaus, Geburtshaus oder Hausgeburt. Hebamme Jana Friedrich vermittelt einfühlsam ihr umfangreiches Hebammenwissen rund um die Geburt. Das Buch klärt auf, gibt Entscheidungshilfen und enthält Arbeitsblätter zur Vorbereitung auf der Geburt, einen Geburtsplan und ein Kapitel für den Partner.

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