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10 Dinge, die bei der Geburt passieren und über die niemand redet

Peinlich, schmerzhaft, ausgeliefert – Vor allem die erste Geburt ruft bei Schwangeren oft diffuse Ängste und unbequeme Gefühle hervor. Meistens ist es ja das Unbekannte, das in uns dieses flaue Gefühl im Magen verursacht. Wir reden heute mal Tacheles, damit du weißt was auf dich zukommt. Die vielleicht wichtigste Botschaft: Zerbrich dir nicht den Kopf, es kommt sowieso alles anders.

1 Du hängst ständig am CTG

Das CTG kennst du ja schon von deinem Gynäkologen. Hättest du gedacht, dass du auch unter der Geburt ständig an den Wehenschreiber angeschlossen wirst? Die Maßnahme ist zwar sinnvoll, schließlich können Ärzte und Hebammen so beurteilen, wie es deinem Baby geht. Aber die ständige Verkabelung kann auch sehr störend sein. Je nachdem, wie die Ärzte deine Situation beurteilen, wird das Gerät etwa alle 1-2 Stunden angeschlossen. In einigen Fällen sollen Gebärende es aber auch kontinuierlich tragen. Frag nach einem „Lauf-CTG“, wenn du während der Messungen mobil bleiben möchtest. Übrigens wird bei Hausgeburten und im Geburtshaus auf ein CTG verzichtet. Die Hebammen prüfen nur regelmäßig die Herztöne. Es ist also nicht zwingend notwendig und du kannst auch im Krankenhaus darum bitten, den Gebrauch des CTGs einzuschränken, wenn es denn möglich ist.

2 Die Fruchtblase platzt…nicht!

Wir kennen es ja aus dem Kino. Jede Geburt verläuft gleich: Die Fruchtblase platzt, meist in einer äußerst unpassenden Situation. Das Fruchtwasser ergießt sich grundsätzlich über die Schuhe von umstehenden Unbeteiligten. Im Anschluss geht es gleich los. Die Frau muss sich in Maikäferstellung hinlegen und presst dann mit einigen Schmerzschreien das Baby heraus. Im Film passieren so einige Dinge, die nicht der Realität entsprechen und dies ist eines davon. In den allermeisten Fällen platzt die Fruchtblase nämlich nicht „einfach so“. Meistens geht sie erst unter der Geburt auf. Manchmal hilft die Hebamme sogar ein wenig nach, indem sie mit dem Finger reinpiekst. Reißt die Fruchtblase so ergießt sie sich in der Regel nicht in einem Schwall, sondern das Fruchtwasser tritt allmählich aus. Das was wir aus Filmen kennen, würden Fachleute als „vorzeitigen Blasensprung“ bezeichnen. In diesem Fall solltest du tatsächlich schnell das Krankenhaus aufsuchen.

3 Es kommt alles anders

Geburten lassen sich nicht planen. Du kannst es gerne versuchen. Was Allgemeinhin als gesichert gilt: Es kommt alles anders. Laut Arzt ist es jeden Moment soweit, am Ende dauert es noch Wochen, bis dein Baby sich auf den Weg macht. Du wolltest das volle Schmerzmittelprogramm und dann ist dein Baby plötzlich auf der Welt ganz ohne irgendwelche Hilfsmittel. Ein Kaiserschnitt kommt nicht in Frage und dann ist es doch passiert und du bist froh darüber, weil du nach dem Eingriff dein wunderbares Baby glücklich und gesund in deinen Armen hältst. Du hast eine ganze Tasche voller Knabbereien dabei, die unangerührt bleiben, weil dein Mann denkt, das Baby würde herausflutschen in den 2 Minuten, in denen er dir das Knoppers aus dem Zimmer holt. Die Geburt verlangt dir ein ganzes Maß an Flexibilität ab, denn sie lässt sich einfach nicht planen. Mit einem Geburtsplan kannst du immerhin eine Richtung bestimmen, in die es gehen soll.

4 Der Dammschnitt tut kaum weh!

Ein Dammschnitt ist wohl die Horrorvorstellung einer jeden Schwangeren. Nun, manchmal ist der einfach nicht zu vermeiden. Möglicherweise bekommst du davon nicht mal so viel mit. Wenn die Hebammen die Entscheidung treffen, ist die Geburt in vollem Gange. Und dann passiert es einfach ohne große Absprachen. Ein „Entschuldigung, darf ich mal hier schneiden“ würde dich wohl auch verunsichern. Die gute Nachricht: Viele Frauen bemerken den Schnitt gar nicht. Einige erhalten eine lokale Betäubung, bei andere sind die Nervenbahnen des Gewebes zum Schnittzeitpunkt nicht mehr durchblutet und der Damm ist gefühllos. Dammschnitte sind heutzutage übrigens relativ unüblich und werden wirklich nur durchgeführt, wenn es schnell gehen muss.

5 Die Nachgeburt wird nochmal richtig gefeiert

Die Geburt ist ja mit dem Gebären des Babys nicht abgeschlossen. Nach etwa 10 – 20 Minuten und durchaus unter Einfluss von Wehen folgt noch die Plazenta. Ist sie geboren, hast du es wirklich überstanden. Vor lauter Euphorie im Hormontaumel gibt es durchaus Hebammen, die das wabbelige Organ feierlich hochhalten und Papas, die stolz Fotos davon machen. Es kann auch noch einige Wochen dauern, bis diese Fotos nicht mehr per WhatsApp verschickt werden. Wenn Papa wieder Herr seiner Sinne ist, merkt er vielleicht, dass seine Freunde nicht sonderlich interessiert daran sind.

6 Stillen? Fehlanzeige!

Autsch! Dein kleines süßes Baby saugt zum ersten Mal an deiner Brust. Anstelle cremig weißer Milch saugt es hektisch ein paar dicke Tropfen gelber Flüssigkeit heraus und das wars. Abgesehen davon, dass das Unterfangen nicht besonders ergiebig zu sein scheint, kann es auch noch ganz schön weh tun. Und dem nicht genug, vielleicht machen dich nun auch noch die Stationsschwestern verrückt, weil dein Baby ja offenbar Hunger haben muss. Nur keine Panik! Es dauert Wochen, bis du und dein Baby einen guten Still-Rhythmus gefunden habt und das ist völlig normal. Genauso normal ist, dass der Milcheinschuss erst nach einigen Tagen einsetzt. Bis dahin reicht das dickflüssige Kolostrum völlig aus, um den erbsengroßen Magen deines Babys zu füllen.

7 Du musst deine Binden häufiger wechseln, als die Windeln deines Babys

Durch die Ablösung der Platzenta ist eine Wunde in deiner Gebärmutter entstanden. Diese sondert ein Sekret ab, den so genannten „Wochenfluss“. Dieser ist gerade zu Anfang blutig und riecht unangenehm. Reguläre Binden reichen oft nicht aus, weil sie sich schnell vollsaugen. Mit der Zeit wird der Wochenfluss schwächer und nach 6 – 8 Wochen sollte alles gut verheilt sein. Hast du Geburtsverletzungen steckst du dir neben den Binden vermutlich auch noch Kühlkompressen in den Schlüpfer. Deine Hebamme hat sicher gute Tipps für die Wundheilung. Ach ja… Hämorrhoiden sind auch keine seltenen Nebenerscheinungen der Geburt. Mach dir keine allzu großen Sorgen darüber. Meist verschwinden sie von selbst nach einigen Wochen.

8 Gelbsucht, Pickel, Schrumpelhaut

Eine wirklich gute Strategie gegen Geburtsängste ist, dir nicht die Details der Geburt vorzustellen (es kommt sowieso alles anders). Stell dir stattdessen lieber den Moment vor, in dem du dein Baby zum ersten Mal in den Armen hältst. Dass dieses hübsche Baby dich mit seiner wunderbar weichen Pfirsichhaut dich aus strahlenden Augen anlächelt, ist aber eher ein Gebilde deiner Phantasie. In den ersten Stunden wird dein Baby eher zerknautscht und schrumpelig aussehen. Tatsächlich verschieben sich die Schädelplatten deines Babys während der Geburt und sein Kopfumfang verkleinert sich, damit es durch den Geburtskanal passt. Das geht nicht spurlos an ihm vorüber. Und auch in den ersten Wochen nach der Geburt ist die wunderzarte Babyhaut eine Mär. Gelbsucht, Milchschorf und allerlei andere Rötungen und Pickelchen erinnern eher an die Pubertät als an die perfekten Gesichter der Pampers-Werbespots. Dennoch: Für dich wird dein Baby wunderschön sein.

9 Du siehst nach der Geburt immer noch schwanger aus

Freust du dich schon darauf, deine alte Figur wieder zu haben? Da müssen wir dich leider enttäuschen. Wahrscheinlich wirst du noch ein paar Wochen aussehen, als wärst du im 6. Monat schwanger. Wundere dich also nicht, wenn Fremde dich zur bevorstehenden Geburt beglückwünschen. Die Gebärmutter hat sich in den vergangenen Monaten auf ein vielfaches ihrer Größe ausgebreitet. Bis sie sich wieder zurückgebildet hat, dauert es ein wenig. Außerdem hat dein Körper Fettreserven angelegt, die dir für die Stillzeit ausreichend Energie geben sollen. Tatsächlich hilft Stillen oft auch, diese Pfunde wieder loszuwerden. Möglicherweise wird dein Körper nie wieder so aussehen, wie vor der Geburt. Vielleicht kannst du dich mit dem Gedanken anfreunden, dass deine Kilos, deine Streifen, Narben oder der kleine Kugelbauch Erinnerungen daran sind, was du und dein Körper geleistet haben. Ein winziger Zellhaufen ist in dir zu einem Baby herangewachsen, dem du das Leben geschenkt hast. Wir finden, perfekte flache Bäuche sind was für Models und für Streberinnen. Für dein Baby bist du perfekt, so wie du bist.

10 Die Liebe ist nicht einfach da, sie wächst!

Es ist schwierig, sich vorzustellen, was mit dem ersten Kind auf einen zukommt. Viele gehen davon aus, dass die Liebe mit dem Zeitpunkt der Geburt einfach da ist. Das ist sie auch bis zu einem gewissen Grad. Dennoch: Für viele Eltern ist ein neues Baby nicht nur ein Fest der Liebe. Es ist anstrengend und nervenaufreibend. Das traute Babyglück stellt sich für viele nach und nach ein. Mit jedem intimen Augenblick, den du mit deinem Baby teilst, wächst deine Liebe. Mit jeder gemeinsam überstandenen Anstrengung, wächst deine Liebe. Mit jedem Moment in dem du die ganz eigene Persönlichkeit deines Kindes erkennst, wächst deine Liebe.

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